Unter dem Baum der Seelen

Teneriffa, Aguamansa

Am dritten Tag gingen wir in der Nähe von Aguamansa wandern. Eigentlich hatten wir eine lockere Rundwanderung geplant. Eigentlich. Nachdem wir den Aufstieg von einer knappen Stunde hinter uns hatten, stellte sich heraus, dass der Höhenweg, der uns zu speziellen Steinformationen bringen sollte, gesperrt war. Als gute Schweizer — der Lieblingsmensch hat zwar den falschen Pass, aber die richtige Einstellung — wagten wir uns nicht, uns über das Verbot hinwegzusetzen. Wir hatten zwei Optionen: Umdrehen oder dem Weg, auf dem wir waren, den Berg hinauffolgen.

Pilze am BodenDer Versuch mit dem Iphone herauszufinden, wohin er führt, blieb leider ohne Erfolg. Der Empfang war schlecht und ich konnte beinahe zuschauen, wie mein Akku sich leerte. Da wir trotzdem keine Lust hatten bereits zum Auto zurückzukehren, beschlossen wir weiterzugehen. Wir gaben uns zwei Stunden. Dann würden wir umdrehen.

Teneriffa, AguamansaBevor die Zeit abgelaufen war, erreichten wir jedoch nach einem langen Aufstieg die Kammhöhe der Insel und die Strasse, auf der wir am Tag davor durch den Teide Nationalpark gefahren waren. Hier auf knapp 2’000 m ü. M. konnten wir das Meer auf der anderen Seite der Insel sehen. Es war toll. Natürlich blieb uns trotzdem nichts anderes übrig, als wieder über denselben Weg zurück zu nehmen. Es fühlte sich aber gut an, nicht einfach inmitten des Aufstiegs eine 180°-Drehung zu machen, sondern erst nachdem wir oben angekommen waren.

Auf der KammhöheAuf dem Rückweg konnten wir dann auch die Aussicht und den tollen und vorallem abwechslungsreichen Wald, durch den wir liefen, besser geniessen. Insbesondere das letzte Stück kurz vor der Caldera de Aguamansa warwunderschön. Die Bäume, die mit unzähligen Flechten bedeckt waren, erinnerten mich ein bisschen an den Baum der Seelen aus Avatar. Ja ja, ich weiss. Ich bin ein Nerd.

Teneriffa, Aguamansa, WaldTeneriffa, Aguamansa, PilzeAm Nachmittag besuchten wir noch das Dorf la Orotava. Dieses ist natürlich ausgerechnet an einem Hügel gebaut, so dass wir auch bei unserem Stadtspaziergang hinauf- und herunterlaufen mussten. Unsere Beine protestierten auch nur ein bisschen.

Teneriffa, la OrotavaTeneriffa, la Orotava

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Unterwegs im Anagagebirge

Teneriffa, Parque Nacional del TeideNachdem wir in Teneriffa gelandet waren, beschlossen wir nicht auf der schnellsten Route nach los Realejos, wo sich unsere erste Unterkunft befand, zu fahren, sondern einen Umweg durch den Parque Nacional del Teide zu nehmen. Die Strassen waren kurvig und wir kamen nur langsam voran. Die Entscheidung stellte sich aber trotzdem als richtig heraus, denn wir wurden mit einem ersten Blick auf den Teide und vielen weiteren schönen Aussichten belohnt.

Teneriffa, AnagagebirgeDer Lieblingsmensch und ich hatten die Kanareninsel unter anderem deshalb als Reisziel ausgesucht, da sie den Ruf hat, ein Wanderparadies zu sein. Natürlich war ein noch wichtigeres Argument, dass die Temperaturen auf Teneriffa auch im November noch verhältnismässig hoch sind. Ersteres wollten wir gleich an unserem zweiten Tag auf die Probe stellen. Wir entschieden uns erstmals für eine kürzere Tour im Anagagebirge im Norden der Insel und wanderten von Las Carboneras nach Chinamada und zurück. Der Hinweg führte durch den Wald vorbei an einem Schafhof zum Aussichtspunkt Aguaide, von wo aus wir bis nach Punta del Hídalgo sahen.

Teneriffa, Anagagebirge, SchafeTeneriffa, HauswurzTeneriffa, Punta del HidalgoDer Rückweg war kürzer und weniger interessant: Von Chinamada ging es der Strasse entlang nach las Carboneras. Diese erste Ausflug hatte unter Beweis gestellt, dass sich die Insel zum Wandern eignet: Die Wege waren relativ gut beschildert und die Beschreibungen in unserem Reiseführer gut genug, damit wir uns nicht verliefen. Nur die Zeitangaben stimmten nicht. Wir waren bedeutend schneller zurück in las Carboneras, als erwartet.

Teneriffa, Anagagebirge, WaldWir beschlossen trotzdem, dass wir für den Tag genügend gelaufen waren und fuhren mit dem Auto weiter zum Strand Roque de las Bodegas. Wir bewunderten das Meer — als Binnenland-Bewohnerin übt es auf mich jedesmal eine grosse Faszination aus – und assen zu Mittag. Die Camerones al ajillo und der Mojo verde und rojo waren gut. Der viele Knoblauch lag mir aber bis am Abend auf.

Teneriffa, Roque de Las Bodegas Teneriffa, Roque de las BodegasAuf dem Rückweg nach los Realejos machten wir noch einen Halt in San Cristobal de la Laguna. In unseren Outdoor-Klamotten fühlten wir uns in der hübschen kleinen Stadt eher deplaziert. Vielleicht lag es daran, dass ich keine Lust hatte Fotos zu machen.

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2014: Zum ersten Mal

Wie auch 2013 schaffte ich es erneut nicht, meinen Jahresrückblick für 2014 vor dem Jahreswechsel zu schreiben. Da er aber beginnt Tradition (2012, 2011) zu haben, will ich diese nicht unterbrechen und verfasse meine Zusammenfassung des vergangenen Jahres einfach mit zwei Tagen Verspätung.

Ich befürchte, ich bin noch nie so häufig geflogen wie 2014.

Costa Rica
Im März war ich zum ersten Mal in Zentralamerika. Mit dem Lieblingsmenschen verbrachte ich zwei interessante und wunderschöne Wochen in Costa Rica. Natürlich machten wir nicht Club-Urlaub, sondern unternahmen eine Rundreise. Wir besuchten Nationalparks und wanderten viel.

Österreich, Wien

Im Mai ging es für ein langes Wochenende zum ersten Mal in Österreichs Hauptstadt Wien.

Niederland, Texel

Einen Monat später verbrachte ich eine Woche alleine in Amsterdam und auf Texel. Es war mein erster Aufenthalt in den Niederlanden.

Teneriffa, Parque Nacional del Teide

Im November flogen wir für 10 Tage zum ersten Mal auf die kanarische Insel Teneriffa. Erneut wanderten wir viel, standen auf dem höchsten Gipfels Spanien, sahen Grindwale, besuchten den Zoo Loro Parque und das Wasserrutschen-Paradies Siam Park.

Italien, Florenz

Im Oktober fuhr ich mit Arbeit für ein Wochenende nach Florenz. Auch diese Stadt besuchte ich dieses Jahr zum ersten Mal. Für diesen Ausflug nahmen wir jedoch den Zug und nicht das Flugzeug.

Das wichtigste und grösste erste Mal von 2014 war mein Jobwechsel. Im Frühling fand ich einen neuen Arbeitgeber und im Sommer trat ich meine neue Stelle an. Es war das erste Mal, dass ich einen Job kündete, weil ich mich für einen neuen entschieden hatte. Für mich war es ein grosser Schritt, denn ich mochte meinen alte Arbeit bis zum Schluss sehr. Aus einer guten Situation in die Ungewissheit aufzubrechen, war mit viel Unsicherheit verbunden. Es kam aber alles gut und ich bereue meinen Entschluss nicht.

Polterabend

Diesen Sommer heiratete eine gute Freundin und ich war zum ersten Mal auf einen Polterabend eingeladen. Auf dem Programm stand das Giessen von Schokoladen-Higheels und das Verzieren von Pralinés. Da ich Schokolade vor einigen Jahr die Freundschaft gekündet hatte, konzentrierte ich mich darauf,  das Ganze in Bildern festzuhalten.

Zoo Zürich, Omisha

Mit dem Lieblingsmenschen besuchte ich im Herbst den Zürcher Zoo. Dies war natürlich kein erstes Mal, da wir mindestens einmal pro Jahr dorthin fahren. Wir sahen aber zum ersten Mal die neue Elefanten-Anlage Kaeng Krachan und den Baby-Elefanten Omisha.

Solothurn, Weissenstein, Hasenmatt

Nachdem ich in meinen Urlauben mit dem Lieblingsmenschen gelernt habe, dass wandern gar nicht doof ist, unternahm ich dieses Jahr zum ersten Mal völlig freiwillig eine längere Wanderung in der Schweiz. Zusammen mit einer Freundin lief ich vom Oberbalmberg über den Weissenstein zum Grenchenberg.

Im Oktober nahm ich an meinem ersten Fotomarathon teil. Es war anstrengend, machte aber grossen Spass. Ansonsten fotografierte ich mit der Kamera eher selten dieses Jahr. Irgendwie fehlten mir die Ideen für ein neues Projekt und einfach zu knipsen, macht nur im Urlaub Spass.

#100happydays

Dafür fotografierte ich dieses Jahr zum ersten Mal für #100happydays sehr intensiv mit meinem Iphone. Unterdessen ist das Projekt abgeschlossen. Meinen Schlussbericht für den Blog muss ich jedoch noch schreiben.

Furkapass

Im Herbst unternahm ich mit einem Freund zum ersten Mal einen Ausflug mit seinem Tesla. Er chauffierte mich über zwei Pässe und auf einen dritten: den Flüela-, den Furka- und den Ofenpass.

Im Sommer fuhr ich zum ersten Mal mit einem Fahrrad über einen Pass. Zugegeben es war ein E-Bike und ein kleiner Pass. Die Anstrengung hielt sich entsprechend in Grenzen. Dazu gekommen ist es, weil ich zusammen mit meiner Mutter eine dreitägigen Velotour machte, die sie bei einem Wettbewerb gewonnen hatte. Die Passüberquerung war Teil davon.

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Mein Teneriffa

Teneriffa, TeideVor zwei Wochen flogen der Lieblingsmensch und ich in den Süden, genauer gesagt nach Teneriffa. Dort verbrachten wir zehn Tage. Am Samstagabend kamen wir mit Sonne vollgetankt wieder nach Hause.

Die Tage auf der kanarischen Insel haben wir sehr genossen. Wir haben viel unternommen und die Zeit verging wie immer zu schnell. Auch dieses Mal hatten wir ein Auto gemietet und konnten so auch die abgelegeneren Orte besuchen. Da Teneriffa jedoch verhältnissmässig klein ist, legten wir weniger Kilometer als in anderen Urlauben zurück und es blieb uns mehr Zeit, zu Fuss unterwegs zu sein. So viel wie in diesen zehn Tagen, bin ich, seit ich ein Kind und mit meinen Eltern in den Ferien war, nicht mehr gewandert. Der Gegensatz zu damals: Das Wandern hat mir Spass gemacht und es war nicht nur mühsame Pflicht.

Teneriffa, KarteIn den kommenden Tagen und Wochen werde ich detailliert über die einzelnen Tage berichten. Heute gibt es aber vorab und wie immer eine Zusammenfassung der Eindrücke, die den Urlaub und die Insel für mich geprägt haben.

Teneriffa, Nadeln Das Wetter in Teneriffa ist speziell. An der Küste ist es meist schön, an den Hängen zwischen 1’000 und 2’000 m ü. M. hängen die Wolken und auf der Hochebene des Teide Nationalparks scheint wieder die Sonne. Fährt man durch die Wolkenbank ist es kühl und feucht und manchmal sieht man nur wenige Meter weit.

Teneriffa, Parque Nacional del TeideDie Landschaften des Teide Nationalparks ist speziell. Denn sie ist sehr karg: viel Stein, viel Sand und nur wenig Pflanzen.

Teneriffa, Playa de Masca, KatzeEinheimische Tiere gibt es auf Teneriffa nur wenige und sie sind alle ungeeignet zum fotografieren. Die Eidechsen sind zu schnell, die Vögel zu weit weg und die Insekten zu langweilig. Am Strand von Masca leben jedoch einige wilde, aber verschmuste Katzen. Für die Vögel ist dies natürlich nicht toll, für mich hingengen schon; denn ich liebe Katzen und eine von ihnen war extrem schön.

Teneriffa, GarachicoAuch wenn wir nur wenig Zeit am Strand verbrachten, so waren wir doch – wir verbrachten den Urlaub schliesslich auf einer Insel – öfter an der Küste unterwegs. Das Meer ist für mich bis heute etwas sehr Besonderes und ich hoffe, dass mir die Faszination für Wellen und Gezeiten für immer erhalten bleibt.

Teneriffa, Loro ParqueDen Besuch des Loro Parques hatten wir bereits in der Schweiz beschlossen. Der Zoo in Puerto de la Cruz hat mir dann auch weitgehend gefallen. Ein grosser Teil der Tiere wird – soweit ich das beurteilen kann – gut gehalten. Das einzige, was mich am Tierpark stört, ist dass er Orkas und Delfine hält. Da ich deren Haltung in Gefangenschaft für nicht vertretbar halte, habe ich darauf verzichtet, sie mir anzuschauen. Obwohl ich unbedingt einmal Orkas sehen möchte; aber in freier Wildbahn und nicht in zu kleinen Betonschwimmbecken.

Teneriffa, BäumeAuf Teneriffa gibt es unzählige unterschiedliche Wälder. Die Bäume wachsen dort, wo jeweils die Wolken hängen. Durch die Nadel- oder Laubwälder führen meist verschlungene Strassen, die interessant zu fahren sind, sagt zumindest der Lieblingsmensch.

Teneriffa, Kakteen-FeigenDort wo es für Bäume zu trocken ist, wachsen Feigen. Teilweise bedecken sie ganze Hänge. Als wir dort waren, trugen alle Früchte. Scheinbar hatten wir die richtige Saison erwischt.

TeneriffaBesonders wichtig für einen gelungenen Urlaub ist natürlich auch eine abenteuerlustige, gutgelaunte und zuverlässige Begleitung. In meinem Fall waren dies der Lieblingsmensch und unser Mietwagen, ein Opel Astra.

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Zwischen den Marktständen

In Italien ist ein Marktbesuch teil des Pflichtprogramms. Dies stört mich gar nicht, denn ich mag Märkte. Besonders die urtümlichen, deren Hauptkundschaft die Einheimischen und nicht die Touristen sind. Das Einkaufen lasse ich zwar meist sein, aber ich liebe es, zwischen den Ständen hindurch zu schlendern und die Auslagen zu studieren: tonnenweise Gemüse, Pilze, Früchte, Gewürze und Früchte.

In Florenz besuchten wir den Mercato di Sant’Ambrogio in der Nähe der Basilica di Santa Croce. Er ist ein Markt ganz nach meinem Geschmack. Nicht fein herausgeputzt für die Touristen, sondern echt. Und was mich besonders erstaunt hat: Alle Händler hatten kein Problem damit, wenn ich ihre Waren fotografieren wollte. Ein «Posso?» und ein Lächeln genügte immer, um die Erlaubnis zu erhalten, auf den Auslöser zu drücken.

 

Mercato di Sant'Ambrogio, Florenz, ItalienMercato di Sant'Ambrogio, Florenz, Italien Mercato di Sant'Ambrogio, Flolrenz, Italien Mercato di Sant'Ambrogio, Florenz, ItalienMercato di Sant'Ambrogio, Florenz, Italien Mercato di Sant'Ambrogio, Florenz, Italien

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Drei Nächte in Florenz

Letzte Woche durfte ich zwei Tage und drei Nächte in Florenz verbringen. Ich habe die Zeit genutzt, um die charmante italienische Stadt zu erkunden und in Bildern festzuhalten.

Arno, Florenz, ItalienVom Hotel, in dem ich übernachtete, gelangte ich entlang des Flusses Arno in die Altstadt.

Florenz, ItalienEin Künstler, der die letzten Sonnenstrahlen nutzte, um die Ponte Vecchio abzuzeichen.

Ponte Vecchio, Florenz, ItalienSie ist die einzige Brücke in Florenz, welche den zweiten Weltkrieg, unbeschadet überstanden hat.

Dom, Florenz, ItalienDer Florentiner Dom ist die viertgrösste Kirche Europas. Durch seine Grösse und die aufwändige Marmorfassade ist er sehr beeindruckend.

Piazzale Michelangelo, Florenz, ItalienWie gross der Dom wirklich ist, begreift man erst, wenn man die Stadt von oben betrachtet. Der Aufstieg zur Piazzale Michelangelo war steil, hat sich für diese Aussicht aber gelohnt.

Basilica di San Lorenzo, Florenz, ItalienDer Dom ist jedoch bei weitem nicht die einzige Kirche der Stadt. Nicht weit von ihm entfernt, befindet sich zum Beispiel die Basilica San Lorenzo.

Florenz, Italien Enge, belebte Gassen und alte Häuser. Sobald man die Haupteinkaufstrasse und den Domplatz hinter sich lässt, ist Florenz sehr sympathisch. Die Gassen sind mit kleinen Shops, Cafés und Restaurant gesäumt und werden von Touristen sowie auch Einheimischen zum Leben bevölkert.

Florenz, ItalienFlorenz, ItalienWer mag, kann sein Fahrrad direkt neben dem Dom parkieren. Ob die Polizei an dieser Szene soviel Freude wie ich hatte, mag ich zu bezweifeln.

Clown, Florenz, ItalienEin Strassenkünstler, der sich auf seinen Auftritt vorbereitet.

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Fotomarathon quer durch Zürich

Am Samstag fand in Zürich ein Fotomarathon statt. Da ich schon seit langem an einer solchen Veranstaltung teilnehmen wollte, meldete ich mich Mitte vergangener Woche spontan dazu an. Als ich am Freitagabend mit zu wenig Schlaf von drei Tagen in Florenz nach Hause kam (die Fotos davon werden folgen), war die Lust, am nächsten Tag schon wieder quer durch eine Stadt zu hetzen, klein. Am Samstagvormittag versetze ich dann aber meinem Schweinehund einen Tritt in den Hintern und machte mich auf den Weg zum Treffpunkt.

Eine gute Entscheidung, wie sich herausstellte. Denn der Fotomarathon war zwar anstrengend, machte mir aber grossen Spass. Wir – die Teilnehmenden – hatten  insgesamt sechs Stunden, um neun Bilder zu machen. Nach Ablauf dieser Zeit mussten wir unsere Speicherkarten mit den Fotos abgeben. Die Regel besagten, dass diese nur ein Bild pro Thema enthalten durfte und dass die Fotos in der vorgegebenen Reihenfolge darauf gespeichert sein mussten.

Sechs Stunden klingt nach einer langen Zeit für neun Fotos, ist es aber nicht. Denn innerhalb dieser Zeit mussten wir die Ideen für die Bilder entwickeln, an den richtigen Ort laufen oder fahren, die Fotos aufnehmen und auf der Kamera aussortieren. Entsprechend schnell verflog der Nachmittag. Bevor ich mich versah, war es 18 Uhr und Zeit meine Bilder abzugeben.

Mir war es wichtig, nicht neun Einzelaufnahmen, sondern eine Serie mit neun Bilder zu machen. Als übergeordnetes Konzept entschied ich mich für Schaufenster. Da der Marathon in Zürich stattfand, hatte ich einen gewissen Heimvorteil, da ich viele Geschäfte an der Bahnhofstrasse und im Niederdorf kenne. Um für einige Themen die richtigen Motive zu finden, war ich aber trotzdem auf die Hilfe meines Iphones angewiesen.

Für den Fotomarathon selbst konnte ich meine neun Fotos nicht bearbeiten, da ich diese direkt auf der Speicherkarte abgeben musste. Da ich aber Mühe habe, komplett unbearbeitete Bilder zu zeigen, habe ich sie nun leicht retuschiert. Ich habe mich dabei auf das Minimum beschränkt: Ich habe einige etwas gerade gestellt sowie bei allen den Kontrast und die Sättigung angepasst, zudem habe ich bei zweien störende Schriftzüge entfernt.

Der Ton macht die Musik – Ich gebe zu, der Ton ist in diesem Bild nicht zu finden, dafür aber umso mehr Musik. Die Idee für dieses Bild, das Schaufenster des Musik Hug zu fotografieren, war ausschlaggebend für das Konzept der ganzen Serie.

Fotomarathon Exklusiv ZürichSchwingungen – Mit diesem Bild war ich am Samstag nicht glücklich und ich bin es immer noch nicht. Der Inhalt – ein Esoterik-Laden – passt meiner Meinung nach zum Thema, die Umsetzung finde ich hingegen nicht überzeugend.

Fotomarathon Exklusiv ZürichSehnsucht – Sehnsucht assoziere ich mit Fernweh, dann zurück in vergangene Zeiten sehne ich mich nicht. Ich bin im Jetzt glücklicher, als ich es zuvor je war. Das Reisebüro im Bild war das dritte, welches ich abklapperte. Die beiden davor hatten leider keine geeigneten Schaufenster.

Fotomarathon Exklusiv ZürichQuartet – Die Idee für dieses Bild fiel mir leicht. Ein Schaufenster mit vier nebeneinander stehenden Puppen zu finden, war jedoch schwieriger als erwartet.

Fotomarathon Exklusiv ZürichIntermezzo – Dieses Wort interpretierte ich sowie einige weitere Teilnehmenden als Pause. Nach einer etwas längeren Suche im Niederdorf fand ich ein passendes Café.

Fotomarathon Exklusiv ZürichLuftschloss – An diesem Thema wäre ich beinahe verzweifelt. Erst wollte ich das Schaufenster einer Bank fotografieren. Denn Banken sind meiner Meinung nach Profis im Bauen von Luftschlössern. Als ich deren Schaufenster am Paradeplatz inspiziert hatte, verwarf ich die Idee jedoch wieder. Denn sie waren alle nicht schön. Die Dekoration im Schaufenster eines Modehauses, die ich spontan entdeckte, rettete mich und das Bild.

Fotomarathon Exklusiv ZürichWiderhall – Das Geschäft für dieses Foto fand ich dank meinem Iphone. Der Besitzer, Adi Wyss, war gerade dabei abzuschliessen, als ich ankam. Auf die Frage, ob ich sein Schaufenster fotografieren dürfe, sagte er nicht nur ja, sondern zündete extra für mich in seinem Laden nochmals das Licht an.

Fotomarathon Exklusiv ZürichLebensymphonie – Das fotografierte Schaufenster entdeckte ich, als ich auf der Suche für ein Sujet zu «Luftschloss» war. Für dieses Thema schien es mir ungeeignet, aber ich merkte es mir und kehrte für die Umsetzung von «Lebenssymphonie» zurück.

Fotomarathon Exklusiv ZürichDer letzte Akkord – Auch wenn ich Zürich gut kenne, ein Geschäft mit Grabsteinen in der Nähe der Innenstadt war mir keines bekannt. Meinem Iphone schon. Dass der Laden ein brauchbares Schaufenster hatte, war natürlich Glücksache.

Fotomarathon Exklusiv ZürichDie Bilder der übrigen 22 Teilnehmenden können hier bestaunt werden.

Zudem möchte ich mich an dieser Stelle ganz herzlich bei den Organisatoren Mike, Barbara und Reto bedanken. Ihr drei habt einen tollen Job gemacht!

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Drei Pässe in einem Tag

Flüela, SchweizIch liebe Roadtrips. Wenn der Lieblingsmensch und ich im Urlaub sind, mieten wir immer ein Auto und erkunden das Land auf vier Rädern. Nur in der Schweiz, meiner Heimat, bin ich nie einfach so mit dem Auto unterwegs. Ein Grund mag sein, dass ich keines habe. Denn in Zürich braucht man keines. Zum Glück habe ich aber Freunde, die Autos besitzen. Und ich habe sogar Freunde mit richtig tollen Autos. Einer im Speziellen: Er besitzt einen Tesla Model S. Und mit genau diesem Gefährt haben er und ich vor kurzem eine Spritztour über drei Pässe gemacht.

Tesla Model SEinen Ausflug mit einem Tesla zu planen, hat jedoch seine Tücken. Das Auto hat einen Elektroantrieb. Heisst, ohne es zu laden, hat es nur eine gewisse Reichweite. Mein Freund gab mir 300 Kilometer als maximale Strecke vor. Das klingt erst einmal nach sehr viel. Fängt man aber an, schöne Strecke anzuschauen, stellte man fest, dass man diese Anzahl Kilometer schnell überschreitet.

Da ich Pässe fahren wollte – besser gesagt mich über Pässe fahren lassen wollte – griff ich für die Planung auf die Unterstützung meines Onkels, eines erfahrenen Motorradfahrers, zurück. Mit seiner fachkundigen Beratung war schnell eine passende Route gefunden. Nämlich folgende: von Sargans über den Flüelapass ins Engadin, weiter durch den Nationalpark auf den Ofenpass, umdrehen und über den Albulapass und die Lenzerheide zurück nach Sargans.

Nationalpark, SchweizAuch wenn das Wetter leider etwas schlechter war, als vom Wetterfrosch versprochen, machte der Ausflug grossen Spass. Insbesondere wegen den tollen Ausblicken, die ich natürlich festhalten musste.

Und wenn ich schon einen ganzen Tag mit einem Tesla unterwegs war, muss ich wohl auch einige Worte zum Auto verlieren. Da mein Freund sein neues Gefährt liebt und scheinbar meinen Fahrfähigkeiten nicht traut – ich kann beides verstehen – kann ich mich nicht dazu äussern, wie es sich fährt. Was ich aber weiss, ist wie es sich anfühlt, einen Pass hinauf chauffiert zu werden: Es ist grossartig. Wer Achterbahnen mag, wird den Tesla lieben. Denn das Auto vermag so zu beschleunigen, dass man es spürt. Jedes mal, wenn mein Freund aufs Gas (wobei Gas bei einem Elektroauto wohl das falsche Wort ist) trat, zauberte mir dies ein Grinsen ins Gesicht.

Flüela, SchweizAlbula, Schweiz

FlechtenWas Männer für ein gutes Autofoto alles tunAch ja… Um ein gutes Bild seines Schmuckstücks zu schiessen, kletterte mein Freund sogar einen steilen Hang hinauf. Ob das Auto – es ist eher flach – von oben besser aussieht, wage ich zu bezweifeln. Aber der Einsatz ist lobenswert.

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Kindergarten im Zoo

Ich gehe gerne in den Zoo, immer und immer wieder. Das war als Kind schon so. Wenn ich mir damals an meinem Geburtstag etwas wünschen durfte, fiel die Wahl nicht selten auf einen Zoobesuch.

Diesen Frühling ist im Zoo Zürich ein junger Elefant zur Welt gekommen. Letzten Freitag habe ich es endlich geschafft, ihm einen Besuch abzustatten. Unter der Woche in den Zoo zu gehen hat einen Vorteil: Es sind weniger Menschen unterwegs. Alleine war ich aber bei Weitem nicht. Denn scheinbar hatten zahlreiche Lehrer und Kindergärtner diesselbe Idee wie ich. Zum Glück hatten die Schüler jedoch meist weniger Geduld als ich und zogen schnell weiter. So konnte ich wenigstens zwischendurch – bevor die nächste Schulklasse kam – einige ruhige Momente geniessen.

Omisha, Zoo ZürichEines meiner Lieblingstiere im Zoo sind die roten Pandas. Ich weigere mich jedesmal weiterzugehen, bis ich nicht mindestens ein gutes Bild von ihnen gemacht habe.

Roter Panda, Zoo ZürichNicht nur die Elefanten, sondern auch die Brillenbären, Zwergnilpferde und Kapuzineraffen hatten Nachwuchs.

Brillenbär, Zoo Zürich

Kapuzineraffe, Zoo Zürich

Zwergnilpferd, Zoo Zürich

Nasenbär, Zoo ZürichSäugetiere liebe ich besonders, – typisch Mädchen – weil sie weich und kuschelig sind oder zumindest so aussehen. Aber auch Vögel finde ich toll. Wobei Pfaue nicht so mein Fall sind. Als Dreikäsehoch hätte mir einer fast ins Auge gepickt, weil ich damals noch keinen Respekt vor den Vögel hatte.

Pfau, Zoo ZürichEulen mag ich besser. Besonders beeindruckt bin ich jedesmal davon, wie sie ihren Kopf um 180 Grad drehen können.

Eule, Zoo Zürich

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100 Tage lang glücklich sein – Halbzeit

«Kann ich 100 Tage lang, täglich etwas, das mich glücklich macht, in einem Bild  festhalten?» Dieser Frage stellte ich mich, als ich vor beinahe zwei Monaten mit dem Projekt #100happydays startete. Nun – nachdem ich die Halbzeit überschritten und über 50 Bilder gemacht habe -  kann ich sagen, ja es geht; zumindest fast immer. Bis auf zwei Tage habe ich es geschafft, täglich einen Glücksmoment zu finden und zu fotografieren. Einfach war es aber nicht immer.

An den Tagen, an denen ich etwas Spezielles unternommen habe, fiel es mir leicht. Ein Ausflug an einen fremden oder bekannten Ort hat mir meist ein gutes Motiv für ein Foto geliefert.

#100happydaysSchwerer fiel es mir, wenn ich den ganzen Tag arbeitete und am Abend nichts Spektakuläres auf dem Programm stand. Jeden Tag ein Foto von mir beim Sport oder meines ach-so-leckeren-und-natürlich-auch-gesunden Essens zu machen, wäre schnell langweilig geworden – für mich und für die Personen, die sich meine Bilder anschauen. Unter der Woche, war ich deshalb, während ich unterwegs war, immer auf der Suche nach Glücksmomenten. Dies hat mir für manches, an dem ich ansonsten einfach vorbeigegangen wäre, die Augen geöffnet. Kein schlechter Nebeneffekt, wie ich meine.

#100happydaysVon Anfang an war für mich klar, dass ich das Projekt mit dem Iphone fotografieren würde. Das tolle am Smartphone: Man hat es immer dabei. Das schlechte am Smartphone oder besser gesagt an seiner Kamera: Sie hat Grenzen und an diese stösst man sehr schnell. Qualität? Bei guten Lichtverhältnissen in Ordnung, bei schlechten eine Katastrophe. Zoomen? Natürlich Fehlanzeige. Retuschieren? Instagram bietet einige Bearbeitungsmöglichkeiten. Aber auch an deren Grenzen stösst man schnell. Meine Ansprüche an die Fotos musste ich deshalb zurückschrauben. Ansonsten hätte ich maximal jeden dritten Tag eines publizieren können. Ich bin also nicht mit allen Aufnahmen zufrieden, aber einige halte ich durchaus für gelungen. Und ob ich diese ohne das Projekt gemacht hätte, ist fraglich.

#100happydaysInsofern hat es sich wohl bereits gelohnt, die Herausforderung anzunehmen, oder? Für den Moment bleibt diese Frage noch offen. Denn ein Fazit will ich erst ziehen, wenn die 100 Tage vorbei sind. Bis dann werde ich einfach fleissig weiter fotografieren.

Wer sich für meine Glücksmomente interessiert, findet diese auf Instagram.

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