Gastblogger gesucht

Ja, ich liebe meine Arbeit und für mich sind Montage kein Greuel, nur weil ich wieder ins Büro muss. Trotzdem sind die Wochen, in denen ich zusammen mit dem Lieblingsmenschen ein neues Land entdecken kann, jedes Jahr mein Höhepunkt. Dieses Jahr ist speziell, denn ich verreisen zum ersten Mal seit Ende meines Studiums für länger als zwei Wochen. Die Reise geht nach Kanada, besser gesagt nach British Columbia und Alberta.

Gastblogger gesuchtWährend ich weg bin, soll Splitter von Glück nicht brach liegen. Deshalb suche ich Gastblogger. Und zwar solche, die einen Beitrag zum Thema Urlaub verfassen. Es ist völlig egal, ob dieser text- oder bildlastig ist. Ich würde mich über beides tierisch freuen.

Dein Urlaub in Bildern
Du fotografierst gerne und hast von deinem letzten, vorletzten oder vorvorletzten Urlaub geniale Bilder, die auf deiner Festplatte verstauben? Dann biete ich dir eine Gelgenheit, sie zu zeigen. Du musst nicht einmal viel zu ihnen schreiben. Denn gute Bilder sprechen bekanntlich für sich. Einige Sätze, in denen du beschreibst, wo du sie aufgenommen hast und wieso du ausgerechnet in dieses Land gereist bist, genügen.

Dein spannendstes/schlimmstes/witzigste Ferienerlebnis
Du bist im Urlaub lieber ohne Kamera unterwegs, konzentrierst dich dafür voll und ganz auf das Erlebte? Auch gut. Dann hast du bestimmt viele aussergewöhnliche Erfahrungen gemacht, über die du gerne schreiben möchtest. Schön wäre, wenn du wenigstens einen Schnappschuss aus deinem Urlaub hättest, um deine Anektode zu illustrieren.

Deine Beziehung zum Reisen
Du findest reisen doof? Das Essen im Ausland eklig? Fremde Sprachen mühsam? Dann schreib einen Text und erklär darin wieso. Natürlich nehme ich auch Beiträge entgegen, in denen du darlegst, wieso Reisen das Beste auf der Welt ist. Ersteres würde mich aber mehr interessieren.

Als Gegenleistung für einen Artikel kann ich drei Dinge bieten:

  • Rum und Ehre im Kleinformat
  • Eine Postkarte aus Kanada
  • Einen Gastartikel für deinen Blog

Und nun noch das Kleingedruckte: Damit ich genügend Zeit habe, die Beiträge umzusetzen, bevor ich Mitte August nach Vancouver fliege, benötige ich diese bis am 1. August per E-Mail an leah@glueckssplitter.ch. Die Texte schickt ihr mir am besten als Worddokument. Bilder könnt ihr mit einem Wasserzeichen versehen – bitte aber nur am Rand. Ihre längere Seite sollte mindestens 800 px. messen.

Es bleibt euch also beinahe einen Monat, um eure Anektode niederzuschreiben, eure Beziehung zum Reisen in Worte zu fassen oder eure schönsten Ferienfotos aus dem Archiv zu holen. Ich bin gespannt.

Online Leben | Deine Meinung interessiert mich

Eingefroren in der Zeit

Dragør, Amager, DänemarkEs gibt Orte, die fühlen sich an, als wären sie nie im Heute angekommen. Dort läuft die Zeit langsamer, das Leben spielt noch weniger hektisch. Dragør, auf der Halbinsel Amager, ist eine solche Kleinstadt. Gelbe Häusschen mit Schilfdächern – okay, einige haben auch Ziegeldächer – stehen in Reih und Glied entlang von Gassen mit Kopfsteinpflaster, in den Fenstern hängen weisse Spitzengardinen, die Haustüren sind mit Blumentöpfen geschmückt.

Ente, Dragør, Amager, DänemarkWir fuhren während unseres Aufenthalts in Kopenhagen nach Dragør. Wir hatten Lust die Stadt für einen Tag zu verlassen und unser Reiseführer beschrieb diesen Ort an der Küste als idyllisch und malerisch. Zudem hat Dragør einen Hafen und ich liebe Häfen.

Hafen, Dragør, Amager, DänemarkHafen, Dragør, Amager, Dänemark Fischernetz, Hafen, Dragør, Amager, DänemarkEs war ein sehr windiger Tag, beinahe schon stürmisch. Auch wenn der Himmel weitgehend blau war, ging ein bissiger Wind. Auf der Hafenmole wurden wir von ihm beinahe weg geweht. Trotzdem, oder eher gerade deshalb, fand ich die Aussicht auf das Meer und die Øresund-Brücke grossartig.

Öresund-Brücke, Amager, DänemarkDragør, Amager, DänemarkGänse, Dragør, Amager, DänemarkNachdem wir uns an den gelben Häusschen satt gesehen hatten, ging es weiter ins Aquarium Den Blå Planet. Nachdem wir mehrere Stunden damit verbrachten, Fische anzukucken (darüber habe ich in einem früheren Artikel geschrieben), spazierten wir dem Strand entlang zurück Richtung Kopenhagen. Unterwegs wurden wir von einem ziemlich heftigen, aber zum Glück nur kurzen Regenguss überrascht. Als wir durch den Amager Strandpark liefen, schien dann wieder die Sonne und beleuchtete die Windmühlen, draussen auf dem Meer.

Seebad Kastrup, Amager, Dänemark Windmühlen, Strandpark, Dänemark

Unterwegs | 1 Kommentar

Die Legende des Murmeltierflüsterers

Murmeltiere, Saas-Fee, WallisUm das Wallis – Bergregion der Schweiz – ranken sich viele Mythen und Legenden. Wie dies bei allen abgelegenen, von Bergen eingekesselten Gegenden so ist. Eine besagt, dass in Saas-Fee tief im Saas-Tal zutrauliche Murmeltiere leben sollen. Ein Mann, ja gar ein Auswärtiger, habe sie gezähmt.

Um das Gewicht dieser Legende zu verstehen, muss man das natürliche Verhalten von Murmeltieren kennen. Auf Wanderungen sieht man sie oft, aber immer nur aus der Ferne. Sich ihnen zu nähern, ist unmöglich. Sobald sie den friedlichen Wanderer oder aus ihrer Sicht den furchteinflössenden Eindringling wahrnehmen, halt ein schriller Pfiff durchs Tal. Und als wären sie nie dagewesen, verschwinden alle in der Erde.

Murmeltiere, Saas-Fee, WallisDa ich alles, was ein Fell trägt, liebe, musste ich dieser Geschichte natürlich auf den Grund gehen. Solche Legenden haben zwar meist einen wahren Kern, die Realität geben sie aber selten wieder. Meine Hoffnung, bald schon Murmeltiere zu streicheln, war entsprechend klein.

Ein erstes Treffen mit dem Mann, man nennt ihn den Murmeltierflüsterer, wurde vereinbart. Er führte mich aus dem Dorf und zu einem Bau. Dort angekommen zeigte sich aber weder ein normales noch ein zahmes Murmeltier. Ich sah nur Wiese und Löcher in der Erde. Er sagte, der Winter komme bald und sie seien in ihre Höhlen zurückgekehrt. Ich dachte, sie sind also doch nur ein Konstrukt seiner Fantasie. Er sagte, komme im Frühling wieder. Ich dachte, das kannst du vergessen.

Murmeltiere, Saas-Fee, WallisDie Neugierde siegt am Ende aber doch und ich kehrte zu Beginn des Sommers ins Saas-Tal zurück. Die Reise war lang, denn nach Saas-Fee fährt nicht einmal ein Zug, sondern nur ein Postauto. Im Bergdorf traf ich den Murmeltierflüsterer erneut. Er sagte, heute wirst du sie treffen, die zahmen Murmeltiere. Ich dachte, das glaube ich erst, wenn ich es sehe.

Murmeltiere, Saas-Fee, WallisNach einem Marsch über unwegsames Gelände – also fünf Minuten den Berg hinauf – blieb er auf einmal stehen. Er sagte, da oben warten sie schon. Ich dachte, ich sehe wieder nur Wiesen und Berge. Wir gingen weiter und der Schweiss floss in Strömen. Und dann war ich es, die innehielt. Oben am Berg sassen, versteckt im Gras, vier Murmeltiere und schauten uns mit pechschwarzen, glänzenden Knopfaugen an. Er drückte mir Erdnüsse in die Hand und sagte, sie werden zu dir kommen. Ich dachte, du meinst wohl, sie hauen jeden Moment ab.

Murmeltiere, Saas-Fee, WallisIch ging, wie geheissen weiter, und die Murmeltiere blieben sitzen. Ich war erstaunt, aber noch nicht überzeugt. Wenige Meter vor ihnen ging ich in die Knie, in der ausgestreckten Hand eine Erdnuss. Und dann geschah es: Statt davon, rannten sie, wider ihrer Natur, auf mich zu. Und zwar nicht eines, sondern alle vier auf einmal. Ich bekam es, beinahe mit der Angst zu tun. Murmeltiere sind grösser, als man meint – wirklich. Und sie haben grosse Zähne und lange Krallen. Sie hatten es aber – zu meinem Glück – nur auf die Erdnuss abgesehen. Da sass ich also, inmitten der traumhaften Walliser Berge und fütterte sie aus der Hand. Er, der Murmeltierflüsterer, stand neben mir, ein seeliges Lächeln auf seinen Lippen. Er sagte, habe ich es dir nicht versprochen. Ich dachte, ja, du hattest Recht. Muss ich das jetzt auch noch aussprechen?

Murmeltiere, Saas-Fee, WallisMurmeltiere, Saas-Fee, Wallis Murmeltiere, Saas-Fee, Wallis

Unterwegs | 4 Kommentare

Ich laufe, ich renne, ich fotografiere

Wenn ich mit meiner Kamera in einer, einem Zettel mit Themen in der anderen Hand und einem suchenden Blick durch die Stadt hetze, dann kann dies nur einen Grund haben: Es ist Fotomarathon und ich bin auf der Jagd nach dem nächsten Motiv.

Die Spielregeln eines Fotomarathons sind simpel: Die Teilnehmenden erhalten eine Liste mit Themen – bei uns waren es neun – und müssen diese in einer bestimmten Zeit – sechs Stunden – umsetzen. Am Ende gibt man seinen Chip ab. Auf diesem darf pro Motiv nur ein Bild gespeichert sein. Und das in der richtigen Reihenfolge.

Da ich meinen ersten Fotomarathon letzten Herbst grossartig fand, hatte ich mich für diesen auch wieder angemeldet. Am Sonntagmorgen war meine Motivation dann aber doch nicht gerade gross, also eigentlich inexistent. Denn ich war von Freitag auf Samstag für meine Arbeit im Wallis gewesen und hätte eigentlich Lust auf einen faulen Tag in meinen eigenen vier Wänden gehabt. Angemeldet ist aber angemeldet – sprich mir fiel keine genügend gute Entschuldigung ein – und so machte ich mich auf den Weg in die Stadt.

Nachdem wir die ersten fünf Themen erhielten und in meinem Kopf erstmals Leere herrschte, überlegte ich mir kurz aufzugeben, aber nur kurz. Dann raffte ich mich zusammen und begann zu fotografieren. Letztes Jahr hatte ich mir freiwillig ein sehr enges thematisches Korsett geschnürt – ich fotografierte nur Schaufenster –,  dieses Mal wollte ich in der Motivwahl freier sein. Um trotzdem einen roten Faden durch meine Bilder zu haben, beschloss ich, alle Aufnahmen mit einer möglichst weit geöffneten Blende – also viel Tiefenunschärfe – zu machen.

Fotomarathon, Zürich, Landesmuseum, SchlachtZeitreise – Für das erste Bild ging ich ins Schweizer Landesmuseum. Das richtige Motiv fand ich nach wenigen Minuten: Eine Schlacht aus dem Mittelalter. Denke ich zumindest, denn es hatte eine Burg. Die Zeit die Beschreibung zu lesen, nahm ich mir nicht.

Fotomarathon, Zürich,  SelbstportraitEine Frage der Perspektive – Kurz überlegte ich mir, für dieses Thema auf den Grossmünster-Turm zu steigen. Eine Veränderung der Perspektive wäre dies sicher gewesen. Die Idee verwarf ich aber wieder, da dabei mein Spiel mit Schärfe und Unschärfe nicht funktioniert hätte. Stattdessen änderte ich die Perspektive und stellte mich ausnahmsweise vor die Kamera.

Fotomarathon, Zürich, BürkliplatzDie Entdeckung der Langsamkeit – Die beiden Personen, deren Füsse mir für dieses Bild Modell standen, liessen sich zum Glück nicht davon irritieren, dass ich neben ihnen auf dem Boden rumkrabbelte und fotografierte. Natürlich hatte ich sie zuvor über Sinn und Zweck meines seltsamen Verhaltens aufgeklärt.

Fotomarathon, Zürich, SihlDie vergessene Welt – Dieses Motiv wollte ich ursprünglich für «Eine Frage der Perspektive» verwenden. Nach den ersten Aufnahmen stellte ich jedoch fest, dass es viel besser zu diesem Thema passt.

Fotomarathon, Zürich, ChinagartenWo der Pfeffer wächst – Dank Wikipedia fand ich heraus, dass in China Pfeffer wächst, nämlich Szechuan-Pfeffer. Dieses Bild nahm ich deshalb im Chinagarten auf. Natürlich wäre Indien die logischere Assoziation gewesen, aber einen Indiengarten gibt es in Zürich nun einmal nicht.

Fotomarathon, ZürichHeimweh – Eigentlich wollte ich meine Startnummer – die Zahl 2 – in dieses Bild integrieren. Es scheint unglaublich, aber ich habe kein einziges Wohnhaus mit der Nummer 2 gefunden. Und es lag nicht daran, dass ich nicht gesucht habe.

Fotomarathon, Zürich, Central, VerkehrsinselMeine einsame Insel – Sobald die Sonne scheint, kriechen in Zürich alle Menschen aus ihren Wohnungen und Richtung See. Entsprechend schwieriger war es, eine einsame Insel zu finden. Zu meiner wurde eine Verkehrsinsel beim Central. Geteilt habe ich sie mir nur mit einigen Bienen.

Fotomarathon, Zürich, Baustelle, HauptbahnhofOdyssee – Letzten Sonntag wurde an allen wichtigen Tram-Knotenpunkten in der Stadt gebaut. Die Baustelle lieferte mir zwar ein einfaches Motiv für dieses Thema, machte das vorwärts kommen für einige Teilnehmer aber mühsam. Für mich nicht, denn ich setze bei Fotomarathons lieber auf meine Füsse – insgesamt legte ich über 20 Kilometer zurück.

Fotomarathon, Zürich, Hauptbahnhof, ZugRückkehr – Als Mensch, der kein Auto besitzt, ist die Einfahrt in den Hauptbahnhof Zürich für mich der Inbegriff von Rückkehr. Zufälliger-, nicht geplanterweise fand ich in diesem Bild noch meine Zahl.

An dieser Stelle möchte ich mich nochmals ganz herzlich bei den Organisatoren Mike, Barbara und Reto bedanken. Ihr drei habt einen tollen Job und der Anlass grossen Spass gemacht.

Fotografie | 4 Kommentare

WEIL DÜNN SEIN KEINE SELBSTVERSTÄNDLICHKEIT IST

KörperIch war immer dick. Als Kind, als Teenager und auch als Erwachsene. Mit meiner Körperfülle konnte ich zwar leben, glücklich war ich mit ihr aber nicht und schön fühlte ich mich nur sehr selten. Ich hatte nie das Selbstbewusstsein, meinen Körper so zu akzeptieren, wie er war. Menschen – insbesondere Frauen –, die sich nicht darum kümmern, dass ihre eigene Form nicht dem gängigen Schönheitsideal entspricht, bewundere ich. Mein Wunsch war es aber immer, schlank zu sein. Ob aus eigener Motivation oder gesellschaftlichem Zwang kann ich nicht sagen. Diese beiden Dinge sind so ineinander verzahnt, dass ich nicht weiss, wo das eine endet und das andere beginnt.

Maedchen, PferdIn der Primarschule wurde mir durch Hänseleien das erste Mal bewusst gemacht, dass ich zu dick war. Seit damals empfand ich mein Gewicht als Problem. Meine Form blieb trotzdem lange Zeit dieselbe. Denn abzunehmen, ist nicht so simple, wie dünne Menschen immer meinen. Weniger Essen und mehr Sport treiben ist zwar eine einfache Formel. Sie sinnvoll umzusetzen aber schwierig.

Im Gymnasium probierte ich es aus und scheiterte, da ich das Mass verfehlte. Ich ass immer weniger, bis meine Tagesration aus einem Apfel und einem Diät-Jogurt bestand. Gleichzeitig richtete ich meinen ganzen Tag danach aus, dass ich joggen gehen konnte. Manchmal drehte ich meine erste Runde bereits am frühen Morgen vor der Schule. Meine einzige Priorität war abzunehmen. Dies machte mich so blind, dass ich nicht bemerkte, dass die Diät zur Essstörung wurde. Am Ende wog ich 45 Kilo. War zwar schlank, aber nicht glücklich, denn ich hatte immer Hunger. Das Essen und vor allem das Nicht-Essen bestimmten meinen Alltag.

Mit 15 Jahren und einer EssstörungAls die Vernunft wieder einsetzte und ich meine Ernährung zu normalisieren begann, setzte der Jojo-Effekt mit voller Kraft ein. Ich konnte ihn nicht aufhalten und nahm alle Kilos, die ich mühsam verloren hatte, wieder zu. Es war eine grosse Niederlage, denn ich scheiterte an mir selber.

Zu Beginn meines Studiums war ich wieder dort, wo ich vor meiner Essstörung war: Zu dick und unzufrieden mit meinem Körper. Aber ich war um eine Erfahrung reicher. Ich hatte gelernt, wie man nicht abnehmen sollte. Natürlich kann man dies auch in jeder Frauenzeitschrift nachlesen, aber gewisse Erfahrungen muss man, musste ich selbst machen. Ich weiss nicht, ob ich heute schlank und gesund wäre, wenn ich als Teenager nicht erst den falschen Weg ausprobiert hätte.

21 Jahre alt und zurück beim AusgangsgewichtWenn man wie ich nicht mit den richtigen Genen geboren wurde, gutes Essen mag und Sport doof findet, dann erfordert dünn zu werden und dünn zu bleiben zwei Dinge: Einen starken Willen und die Bereitschaft Opfer zu bringen. Und die Opfer sind für immer. Denn zum Ziel führt nur eine Ernährungsumstellung und keine Diät – auch das kann man in jeder Frauenzeitschrift nachlesen. Mitte meines Studiums und mit einem Mann an meiner Seite, der mich so liebte, wie ich war, war ich dazu bereit. Ich begann auf Süsses zu verzichten und strich Kohlenhydrate und Fertigprodukte weitgehend aus meinem Speiseplan. Die Kohlenhydrate fehlen mir bis heute nicht. Die Süssigkeiten manchmal dafür sehr. Einen Kaffee zu trinken, während andere einen Eisbecher geniessen, macht keinen Spass. Aber ich habe Prioritäten und diese sind mir den Verzicht wert. Natürlich könnte man auch weniger radikal sein. Aber das wäre nicht ich. Ganz oder gar nicht fällt mir leichter, als der langweilige Mittelweg.

Auf diesem Bild habe ich zum ersten Mal realisiert, dass ich nicht mehr dick binNach den ersten Erfolgen durch die Ernährungsumstellung alleine und dadurch bereits etliche Kilos leichter, begann ich auch wieder, Sport zu machen. Erst Krafttraining, dann Schwimmen und seit kurzem gehe ich joggen. Alle Sportarten treibe ich nicht verbissen und nicht täglich, aber sehr regelmässig. Zu Beginn war jede einzelne Einheit eine Pflichtübung. Insbesondere das Schwimmen. Nur meine Disziplin hielt mich davon ab, aufzugeben. Irgendwann gewöhnte ich mich aber daran und irgendwann stellte ich sogar fest, dass mir das Training Spass macht. Nicht jedes Mal, aber häufig.

Es ist die alte Formel – weniger Essen und mehr Sport treiben –, die am Ende zum Erfolg und zu dem Körper führte, den ich heute habe. Beim zweiten Anlauf gelang es mir diese erfolgreich umzusetzen. Einfach war es und ist es deshalb aber trotzdem nicht. Es erfordert jeden Tag Disziplin. Und ich weiss, dass die Themen Essen und Gewicht mich mein ganzes Leben begleiten werden. Das begeistert mich zwar nicht, aber ich kann es akzeptieren.

KörperOb ich glücklicher bin, seit ich schlank bin? Die Antwort ist ein klares Ja. Einen Körper zu haben, auf den ich stolz bin, weil ich weiss, dass ich ihn meinem Willen zu verdanken habe, ist ein gutes Gefühl. Zudem kann ich jetzt Jeans kaufen, ohne einen Nervenzusammenbruch zu bekommen, Sommerkleider tragen, ohne dass meine Oberschenkel aneinander scheuern und Berge hochlaufen, ohne auf dem Gipfel am Ende zu sein. Seit ich mein Gewicht auf einem tiefen Niveau stabil halte, fühle ich mich in meinem Körper wohl. Und das ist für mich eine neue und eine schöne Erfahrung.

Ob meine Geschichte in Zeiten, in welchen der Grundsatz «Liebe deinen Körper, wie er ist» endlich Aufwind hat, als ein gutes Beispiel für den Umgang mit Übergewicht gilt, weiss ich nicht. Trotz meines Respekts für Frauen, die ihre Rundungen lieben, war ich nie eine von ihnen. Deshalb unternahm ich viel, um dünn zu werden. Und ich habe es geschafft und zwar auf eine Art, die gesund ist und sich in den letzten Jahren als nachhaltig erwies. Darauf bin ich stolz. Und ich finde, ich habe auch Grund, stolz zu sein. Diese Geschichte ist aber meine ganz persönliche. Und es ist mir wichtig, festzuhalten, dass es nicht meine Absicht ist, irgendjemand mit ihr oder meinen Gedanken zum Thema Gewicht zu verletzen. Falls ich das doch tu, dann tut es mir aufrichtig leid.

Alltag | 15 Kommentare

Mein erster tasmanischer Teufel

Totenkopfaeffchen, Zoo Kopenhagen, DänemarkEine neue Stadt – in diesem Fall Kopenhagen – bedeutet für den Lieblingmenschen und mich auch einen neuen Zoo. Seit einigen Jahren verbinden wir unsere Urlaube oder verlängerten Wochenenden in fremden Städten, wenn immer möglich, mit einem Besuch des lokalen Tiergartens. Vorausgesetzt er hat den Ruf, Wert auf artgerechte Haltung zu legen.

Das letzte Mal in einem wirklich schlechten Zoo war ich in Peking und es war eine Erfahrung, die ich nicht wiederholen muss. Ich wollte damals unbedingt grosse Pandas sehen. Und auch wenn ich keine grossen Erwartungen an die Tierhaltung in China hatte, übertraf die Realität meine Befürchtungen. Die Gehege waren klein und trostlos und die Tiere verhaltensgestört. Unter diesen Bedingungen hat es mir nicht einmal Freude gemacht, zum ersten Mal einen Panda mit eigenen Augen zu sehen. Den Rest des Zoos habe ich mir gar nicht mehr angesehen, so deprimierend fand ich die Anlage.

Zebras, Zoo Kopenhagen, DänemarkDer Zoo von Kopenhagen spielt zum Glück in einer ganz anderen Liga. Die einzige Parallele zum Zoo in Peking: auch er beherbergt eine Tierart, die ich zuvor noch nie gesehen hatte; nämlich tasmanische Teufel. Leider gelang es mir nicht, von ihnen ein gutes Foto zu machen.

Otter, Kopenhagen Zoo, DänemarkWenn man wie ich gerne und häufig Zoos besucht, ist man gezwungen sich mit deren Sinn auseinanderzusetzen. Eines ist klar: Die Haltung von Wildtieren ist immer ein Kompromiss. Es wird keinem Zoo je gelingen, deren natürlichen Lebensraum vollständig zu replizieren. Nichtsdestotrotz bin ich eine grosse Verfechterin von Zoos und vertrete die Meinung, dass sie für den Tierschutz eine wichtige Funktion erfüllen. Denn nur wer Tiere kennt, setzt sich auch dafür ein, sie zu schützen.

Schaue ich aber wie im Zoo von Kopenhagen einem Eisbären zu, der ununterbrochen dieselbe Runde dreht, dann kommen auch bei mir Fragezeichen hoch. Denn dieses stereotype und sich ständig wiederholende Verhalten ist ein Hinweis, dass ein Tier unter seiner Gefangenschaft leidet. Der Eisbär hatte nicht ein besonders kleines Gehege. Verglichen mit dem Lebensraum – ein Gebiet so gross wie Italien –, welche diese Bären in freier Wildbahn für sich in Anspruch nehmen, ist aber alles, was ein Zoo bieten kann, winzig. Es gibt wohl Arten die schlicht nicht genügend artgerecht gehalten werden können. Eisbären gehören dazu und es gibt einige Zoos, welche dies eingesehen haben. Auch derjenige in meiner Heimatstadt Zürich, verzichtet heute im Gegensatz zu früher wohl genau aus diesem Grund auf deren Haltung.

Tiger, Zoo Kopenhagen, DänemarkEin spannendes Streitgespräch zwischen dem ehemaligen Direktor des Kölner Zoos und einem Professor für Tierschutz und Ethologie zu diesem Thema kann man in der Zeit nachlesen.

Wallaby, Kopenhagen Zoo, DänemarkFlamingoRentier, Zoo Kopenhagen, DänemarkDa wir nach dem Besuch des Zoos noch nicht genügend Tiere für ein Wochenende gesehen hatten, besuchten wir zwei Tage später auch noch das Aquarium «Den blå Planet». Auch wenn es auf Tripadvisor sehr gemischte Bewertungen hat – dies hielt uns beinahe von dessen Besuch ab –, gefiel es uns ausgesprochen gut. Es ist in einem schönen und modernen Gebäude direkt am Meer untergebracht, beherbergt unzählige Fische und vor allem auch Seeotter. Seeotter kannte ich bisher nur aus Dokumentarfilmen und eines muss gesagt werden: In echt sind sie noch viel süsser.

Den Blå Planet, Aquarium, DänemarkDen Blå Planet, Aquarium, Dänemark

Unterwegs | 4 Kommentare

BIO-HOTDOGS, MEERJUNGFRAUEN UND FAHRRÄDER

Nyboder, Kopenhagen, DänemarkEinmal im Jahr besuchen der Lieblingsmensch und ich eine europäische Grossstadt. Meistens im Frühling. Dann verlängern wir Auffahrt, Pfingsten oder Ostern, packen unsere Koffer und ziehen los. Nachdem wir London und Wien bereits in den Vorjahren unsicher gemacht hatten, zog es uns dieses Jahr in den Norden nach Kopenhagen. Ein System zur Wahl der Städte haben wir nicht. Meistens trifft das Bauchgefühl den Entscheid. Kopenhagen soll aber scheinbar gerade ein sehr beliebtes Reiseziel sein, wie ich nachdem ich die Flüge gebucht hatte, erfuhr.

Sortedams Sø, Kopenhagen, DänemarkUnser Basislager war das Generator Hostel gleich neben dem Park Rosenborg Have. Die Lage war super, das Zimmer klein, aber ausreichend und das Frühstück leider nur mässig. Viel Zeit in unserer Unterkunft verbrachten wir aber nicht, schliesslich galt es eine  Stadt zu entdecken. Wie üblich spazierten wir viele Stunden durch Strassen und Gassen, legten unzählige Kilometer zu Fuss zurück, statteten dem Zoo einen Besuch ab (dazu mehr in einem separaten Artikel), mieden die Museen, tranken Cappuccinos in schönen Cafés und assen in tollen – leider nicht immer ganz preiswerten – Restaurants.

Meerjungfrau, Kopenhagen, DänemarkNatürlich besuchten wir auch die Skulptur der kleinen Meerjungfrau. Ich wage zu behaupten, dass niemand Kopenhagen verlässt, ohne sie gesehen zu haben. Entsprechend gross war auch der Andrang.

Cappuccino, Kopenhagen, DänemarkNach dem ganzen Touristen-Rummel erholten wir uns auf der Terrasse eines Cafés – den Namen habe ich leider vergessen – am Hafen. An diesem zweiten Tag war es so warm, dass der Lieblingsmensch nur im T-Shirt die Sonne genoss. So sehr übertreiben wollte ich es nicht. Den Pulli behielt ich den ganzen Tag an. Aber auf die Jacke verzichtete ich am Nachmittag dann auch.

Liebeschlösser, Nyhaven, Kopenhagen, DänemarkSchlösser mit eingravierten Namen hängen heute von jeder zweiten Brücke. Ein Trend, den ich schon lange nicht mehr originell finde. In Venedig müssen Sünder, die beim Schloss-Aufhängen in Flagranti erwischt werden, sogar 3000 Euro Strafe zahlen. Auch wenn ich jetzt ein bisschen abschweife, aber von der Zeit, gibt es einen spannenden Artikel zu diesem Thema.

Nyhavn, Kopenhagen, DänemarkHumbleby, Carlsberg, Kopenhagen, DänemarkNicht nur in Amsterdam, sondern auch in Kopenhagen ist das Fahrrad das Lieblings-Fortbewegungsmittel der Einheimischen. Und auch viele Touristen schwingen sich auf den Drahtesel. Wir haben dann aber doch dankend verzichtet und blieben lieber zu Fuss unterwegs. Fahrrad-Fahren um eine Stadt kennenzulernen, ist ein Konzept, mit dem ich mich nicht anfreunden kann.

Bärenfellmütze, Wache, Kopenhagen, DänemarkHat jemand gewusst, dass nicht nur die royalen britischen Wachen, sondern auch diejenige die das Amalienborg Slot, den Palast der dänischen Königin, bewachen, Bärenfellmützen tragen? Ich bis vor kurzem nicht.

Hotdog, DOP, Kopenhagen, DänemarkHotdogs oder Pølser, wie sie in Kopenhagen genannt werden, sind eine dänische Spezialität und werden an jeder Strassenecke verkauft. Wir haben die Bio-Variante von DØP probiert. Ich mit einer Geflügel- und der Lieblingsmensch mit einer Rindswurst. Geschmeckt haben beide.

Schwäne. Kastellet, Kopenhagen, DänemarkBegegnung mit einer Schwanenfamilie im Park des Kastellet.

Rosenborg Slot, Kopenhagen, DänemarkIn Kopenhagen gibt es fast so viele Schlösser wie Kirchen. Eines davon ist das Rosenborg Slot. Von aussen haben wir es uns angeschaut; auf die Besichtigung der Innenräume und der Kronjuwelen haben wir dann aber doch verzichtet.

Unterwegs | 3 Kommentare

SCHUBLADE: NERDMÄDCHEN

Schublade auf, Mensch rein, Schublade zu.

Schubladen machen die Welt einfach. Sobald wir für jemanden die passende gefunden haben, wird er greifbar; sein Handeln einschätzbar. Damit es übersichtlich bleibt, sollten wir keinesfalls zu viele Schubladen anlegen. Einige wenige müssen für all unsere Freunde, Bekannten, Arbeitskollegen und Nachbarn reichen. Beim Schubladisieren vergessen wir aber, dass wir damit immer Unrecht tun. Denn kein Mensch ist so eindimensional wie ein Blatt Papier und kann so einfach kategorisiert werden wie ein Blogpost. Menschen sind hochkomplex und das ist gut so.

T-Shirt, Nerdshirt, Thor, Wolverin, Iron Man, Captain America, Cyclops, SupermanAls Jugendliche landete ich in zwei Schubladen, die ich gehasst habe. Sie trugen das Etikett «Streber» und «faules, dickes Mädchen». Die «Streber»-Schublade löste sich nach der Schule von selbst auf. Sobald man arbeitet, wird aus streberhaft leistungsfähig. Und diese Eigenschaft wird von Arbeitgebern und Chefs sogar geschätzt. Die Schublade «faules, dickes Mädchen» zu verlassen, war hingegen schwieriger. Es setzte eine Ernährungsumstellung, viel Sport und einen eisernen Willen voraus.

Nur weil aber diese beiden Schubladen meiner Vergangenheit angehören, bedeutet dies nicht, dass es heute keine mehr für mich gibt. Sobald ich Vorträge über die Unterschiede von Star Wars und Star Trek halte – und darin bin ich wirklich gut – oder die Augen verdrehe, wenn jemand Matrix nicht kennt – solche Menschen gibt es tatsächlich –, lande ich wieder in einer Schublade. Diese trägt dann das Etikett «Nerdmädchen». Ich muss zugeben, ich fühle mich in ihr nicht unwohl. Denn ja, ich finde Vampire sollten im Sonnenlicht brennen und nicht glitzern, ich weiss, dass die Buchreihe zur Serie «Game of Thrones» «A Song of Ice and Fire» heisst – natürlich habe ich sie auch gelesen – und ich denke bei Thor nicht an nordische Mythologie, sondern an Marvel.

T-Shirt, Nerdshirt, Thor, Wolverin, Iron Man, Captain America, Cyclops, SupermanAber ich bin nicht nur Nerdmädchen. Ich erfülle zwar einige Stereotype, gleichzeitig besitze ich aber Eigenschaften und verfolge Interessen, die so gar nicht in diese Schublade passen. Denn nur weil 70 Prozent der Bücher, die ich lese, Fantasy sind – weitere 20 sind Science Fiction –, spiele ich in meiner Freizeit weder Playstation noch Dungeons & Dragons. Nur weil ich lieber einen City-Trip nach Coruscant, statt nach Paris machen möchte, bin ich weder eine begeisterte Wissenschaftlerin, noch arbeite ich in der IT. Nur weil ich mit dem Lieblingsmenschen stundenlang über die Logik und vor allem Unlogik von Zeitreisefilmen diskutieren kann, meide ich Sport nicht wie Vampire das Sonnenlicht.

Ich bin mehr als nur Nerdmädchen. Menschen sind immer mehr, als eine oder auch drei Schubladen umfassen können. Deshalb sollten wir die Kommode endlich in den Keller stellen und am besten dort vergessen. Wir sollten uns auf Menschen einlassen, ohne nach Sekunden aufgrund ihrer Kleidung oder Interessen ein Urteil zu fällen. Das ist nicht einfach, ich weiss. Wir kategorisieren Menschen automatisch, bevor wir ihnen auch nur «Guten Tag» gesagt haben. Auch ich. Ich schubladisiere zu häufig und zu schnell. Aber ich will versuchen mich zu bessern. Versprochen.

 

Das wunderbare Superhelden-Shirt für die Bilder von diesem Post erhielt ich von Kater Likoli. Der Kater bietet eine grosse Auswahl an T-Shirt mit tollen Motiven und auch die Qualität des Stoffs und des Drucks hat mich überzeugt. Noch begeisterter bin ich jedoch vom Humor, mit welchem das Unternehmen mit seinen Kunden kommuniziert.

Der freche, aber durchaus charmante Kater gibt auch auf Facebook täglich seine Weisheiten zum Besten. Mein liebster Spruch: «Likoli sagt: Wir sind alle so verständnisvoll, politisch korrekt, gut und emphatisch. Oder wie mein türkischer Nachbarskater zu pflegen sagt: ‹Opfa›!»

Alltag | 8 Kommentare

WIR GEHEN AUF DIE BÄRENJAGD

Falls dieser Titel Tierschützer auf den Plan gerufen hat, können diese rechts umkehrt machen. Es würde mir niemals im Leben einfallen, einen Bären zu erschiessen – ausser natürlich mit der Kamera. Nicht dass ich je auf irgendein Tier eine Waffe richten würde, aber Bären waren lange Zeit sogar meine Lieblingstiere. Als Zehnjährige las ich in Grzimeks Tierleben – DIE Tier-Enzyklopädie schlechthin – jeden einzelnen Beitrag über diese Tierart. So begeistert war ich von Meister Petz.

Noch kein Plan, aber eine erste IdeeIm Sommer stehen die Chancen zum ersten Mal gut, dass ich einen Bären in freier Wildbahn sehen werde – hoffentlich mit genügend grossem Abstand. Denn der Lieblingsmensch und ich haben dieses Jahr seit Ewigkeiten beide drei Wochen Ferien am Stück und wir werden diese nutzen, um nach Kanada zu reisen. Natürlich kann man in nur drei Wochen nicht das ganze Land sehen, dafür ist es viel zu gross. Wir haben uns deshalb für Teile von British Columbia und Alberta entschieden. Denn ich will nicht nur Bären, sondern auch Orkas sehen.

Mitte August fliegen wir nach Vancouver. Nach zwei Nächten in der Stadt werden wir einen Camper übernehmen und über Banff und Jasper in Richtung Prince Rupert fahren. Von dort geht es mir der Fähre durch die Inside Passage nach Port Hardy. Nach einigen Tagen auf Vancouver Island werden wir nach Vancouver und dann nach Hause zurückkehren. So zumindest die grobe Idee. Einen genaueren Plan haben wir noch nicht. Den werden wir in den nächsten Wochen und Monaten ausarbeiten. Ganz bestimmt wollen wir wandern – am liebsten dort, wo wir nicht von Bären gefressen werden –, einige Tierbeobachtungstouren machen und natürlich die grossartige Natur Kanadas geniessen – mindestens einmal vom Rücken eines Pferdes aus.

Deshalb nun folgende Frage: War jemand schon in diesen Staaten unterwegs und hat gute Tipps? Welche Orte und Touren dürfen wir auf keinen Fall verpassen? Ich bin gespannt auf eure Empfehlungen.

Die Fotos auf dem Bild sind dieses Mal ausnahmsweise nicht von mir, sondern von anderen Fotografen, die ihre Bilder netterweise auf Flickr zur Verfügung stellen. Sie unterliegen alle den Creative Commons: Orkas: Mike Charest, Vancouver: Derek K. Miller, Camper: et_al_, Maligne Lake: Esther Lee, Bären: Denali National Park and Preserve, Elch: Steve Jurvetson.

Unterwegs | 8 Kommentare

Übers Glücklichsein

Glueck, Leah, SelbstportraitsIch bin glücklich. Mit mir und mit meinem Leben. Vielleicht nicht mit dem Allgemeinzustand der Welt. Aber wenn der Rest stimmt, ist auch dieser ertragbar. Irgendwie. Seit ich mein Studium abgeschlossen habe, musste ich am Ende jedes Jahres feststellen, dass es das beste war. Nicht der letzten fünf Jahre, sondern meines Lebens. Das macht mir Angst. Denn es ist doch eigentlich nicht möglich, immer nur noch glücklicher zu werden. Irgendwann erreicht man immer den Gipfel und dann muss es auch wieder bergab gehen.

Mein Glück besteht aus einem Job, den ich liebe und der mich herausfordert, einer Partnerschaft, die mir Geborgenheit gibt, Eltern, die mein Sicherheitsnetz sind, Hobbies, die mir Spass machen oder gut tun, Freunden, die mir Rückhalt geben, einem Körper, den ich endlich liebe, Reisen, auf denen ich Neues entdecke, und finanzieller Sicherheit, dank der ich mir nicht alle, aber einige Wünsche erfüllen kann. Natürlich ist auch mein Glück nicht perfekt: Zwischendurch plagen mich Rückenschmerzen, nicht alle meine Projekte sind erfolgreich, manchmal werde ich von Menschen, die mir nahe stehen, verletzt. Und trotzdem: Ich bin glücklich. Ohne wenn und aber.

Dies mir einzugestehen, fällt mir schwer. Denn hat man etwas, dann fällt es umso schwerer, wenn man es wieder verliert. Und Glück ist zerbrechlich. Um es bersten zu lassen, reichen die kleinen Katastrophen, die das Leben bereit hält. Ein Job kann sich durch personelle Wechsel verändern, Liebe verloren gehen, an Hobbies kann man das Interesse verlieren, Freundschaften können versanden und Eltern sterben irgendwann.

Was tut man also? Ich versuche mein Glück zu schätzen, solange ich es habe. Und ich versuche, es nicht durch Alltagsprobleme schmälern zu lassen. Zug verpasst? Bald fährt der nächste. Eine Idee wurde nicht geliebt? Die zweite wird besser sein. Malediven sind unerschwinglich? Dann fahren wir in die Bretagne. Natürlich gelingt es mir nicht immer, Rückschläge gelassen hinzunehmen. Manchmal, nein oft, kann ich mich wunderbar ab Kleinigkeiten aufregen. Aber ich versuche mich zu bessern. Ehrlich.

Und sollte mir das Glück abhanden kommen – ich gehe davon aus, dass dies irgendwann passiert –, dann finde ich es wieder. Denn auch wenn ich nicht immer an das Gute im Menschen glaube, so glaube ich an seine und meine eigene Stärke. Man kann zwar nicht alles überwinden, aber vieles. Wenn man denn will, hart dafür arbeitet und sich von der Zeit helfen lässt.

Per aspera ad astra.

 

Wenn ich es nicht schaffe, alleine mit Fotografien einem Gefühl Ausdruck zu verleihen, dann bitte ich meine Schwester um Hilfe. Sie ist eine geniale Zeichnerin – man könnte gar sagen Künstlerin – und hilft mir deshalb manchmal, meine Gedanken in Bildern sichtbar zu machen. Vor einiger Zeit hat sie bereits Dor für mich gezeichnet. Und auch für das Bild dieses Artikels hat sie Hand angelegt. Denn wie soll man Glück mit einer Kamera einfangen? Mir gelang es jedenfalls nicht.

Wer sich von den fantastischen Welten ihrer Illustrationen begeistern lassen möchte, sollte unbedingt ihre digitale Galerie besuchen. Es lohnt sich. Am allerbesten gefallen mir ihre Fineliner-Zeichnungen.

Alltag | 25 Kommentare