In Osterhases Werkstatt

Efco Design-Metall, Ostereier, Oster-DIYEs wäre eigentlich höchste Zeit, die Weihnachtsdekoration zu entfernen und die Wohnung für Ostern zu schmücken. Wäre es. Trifft auf mich aber nicht zu, denn ich habe meine letztjährige  Osterdekoration nie weggeräumt. Sie gefiel mir zu gut.

Deshalb habe ich dieses Jahr auch beschlossen, nichts Neues zu machen, sondern meine Schale einfach mit weiteren Eiern zu ergänzen. Denn einen Nachteil hat diese selbstgemachte Dekoration: Eier auszublasen und mit Blattmetallen zu beziehen, ist zwar nicht schwierig, aber zeitaufwändig. Das Resultat ist die Arbeit und vorallem die Geduld jedoch wert, glaubt mir.

Efco Design-Metall, Ostereier, Oster-DIYIch habe letztes Jahr, als ich über 20 Eier ausgeblasen und je fünf versilbert und vergoldet habe, einiges gelernt. Vorallem wie man es nicht machen sollte. Aus diesem Grund folgt nun so etwas wie eine Anleitung, in der Hoffnung, dass ein paar Menschen weniger die Fehler machen müssen, die ich schon alle ausprobiert habe.

Efco Design-Metall, Ostereier, Oster-DIY Für die Dekoration braucht man viele weisse Eier − meine Schale enthält etwa 25 −, eine Spritze mit Nadel, Blattmetalle, einen weichen sowie einen normalen Pinsel und eine spezielle Anlegemilch. Statt Hühnereier könnte man natürlich auch Eier aus Plastik nehmen, damit würde man sich das Ausblasen und somit viel Arbeit ersparen. Da ich echte Eier aber für ein Wunder der Natur halte, kam dies für mich nicht in Frage.

Eine erste Hürde gibt es bereits beim Besorgen des Materials: Eine Spritze mit Nadel aufzutreiben, ist − zumindest in der Schweiz − nicht ganz einfach. In Apotheken erhält man sie in der Regel nur mit ärtzlichem Rezept. Um ohne erfolgreich zu sein, gibt es zwei Methoden: Dem Apotheker erklären, wozu man sie braucht, und hoffen, dass er einem glaubt oder einen Arzt aus dem Freundeskreis bitten, ein paar Spritzen zu besorgen. Ich habe beide Optionen getestet und sie haben funktioniert.

Hat man erst einmal eine  Spritze, kann man anfangen, seine Geduld beim Eier-Ausblasen auf die Probe zu stellen. Wie man ein Ei ausblässt, muss ich wohl nicht erklären − falls es jemand nicht weiss, gibt es unzählige Anleitungen im Internet, zum Beispiel hier.

Wie man es nicht machen sollte: Ist man ungeduldig, weil das doofe Eiweiss und Eigelb nicht schnell genug die Schale verlässt und blässt zuviel Luft auf einmal ins Ei, kann es platzen. Das passiert schneller, als man denkt, und ist besonders ärgerlich, wenn es zu diesem Zeitpunkt schon fast leer ist. Ja, ich habe mehrere Eier auf diese Art zerstört.

Möglichst viele Eier an einem Tag zu machen, ist auch kein sinnvolles Ziel. Der Verlust der Nerven und kaputte Eierschalen sind vorprogrammiert. Zwei bis drei pro Abend sind eine bessere Strategie. Und man muss ja auch mit dem Essen des Inhalts nachkommen.

Efco Design-Metall, Ostereier, Oster-DIYSind die Eier geleert, muss man sie nur noch vergolden und versilbern. Ich habe dafür die Design-Metalle von Efco verwendet. Um diese richtig auf die Eier zu applizieren, folgt man am besten der Anleitung auf der Verpackung. Ich habe pro Ei jeweils drei Durchgänge gemacht: Die obere Hälfte, die untere Hälfte (mit einer Überlappung von ca. 0,5 cm) und am Ende die Ausbesserung der noch kahlen Stellen.

Wie man es nicht machen sollte: Auch bei diesem Arbeitsschritt ist Geduld der wichtigste Faktor − erkennt jemand schon ein Muster? Die Anlegemilch (so eine Art Kleber) muss man jeweils eine Viertelstunde trocknen lassen. Zu Beginn nahm ich das nicht immer so genau. Das Problem: Wartet man nicht lange genug, halten die Blattmetalle nicht gleich gut und man bessert am Ende doppelt so viele Stellen aus. Wäre ich in der Lage gewesen, mich an die Anleitung zu halten, wäre ich am Ende sogar schneller fertig gewesen.

Efco Design-Metall, Ostereier, Oster-DIYWer möchte, kann die Eier nach einigen Tagen, mit einem Klarlack versiegeln. Ich habe mich dagegen entschieden, da ich es schön finde, wenn sie mit der Zeit etwas Patina ansetzen. Zudem dunklen die goldigen Eier, da es sich beim Design-Metall nicht um echtes Blattgold handelt, mit der Zeit nach. Ich finde die Farbe wird dadurch noch schöner.

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Eine MÖbelausstellung wie ein Museum

Eames, Vitra Haus, Weil am RheinSeit mir das Vitra Haus in Weil am Rhein aufgrund seiner speziellen Architektur  − damals wusste ich noch nicht, dass es von Herzog & de Meuron ist − auf der Nachhausefahrt von einer Hochzeit aufgefallen ist, wollte ich es unbedingt besuchen. Das ist zwei Jahre her. Nun habe ich es letztes Wochenende endlich geschafft.

Büro, Vitra Haus, Weil am RheinDas Vitra Haus ist eigentlich nichts anderes als eine Möbelausstellung oder wie man es auf  Neudeutsch nennt: ein Flagship-Store. Da darin aber nicht irgendwelche Möbel, sondern eben die Klassiker und neusten Entwürfe von Vitra präsentiert werden, gleicht es eher einem Museum. Die ausgestellten Stücke sind wie Kunst;  wunderschön, aber − zumindest für mich − unerschwinglich.

Goldbesteck, Vitra Haus, Weil am RheinLampen, Vitra Haus, Weil am RheinDie Preise taten meiner Begeisterung jedoch keinen Abbruch. Wie elegante Sportautos kann ich auch Möbel bewundern, einfach weil sie schön sind und nicht weil ich sie besitzen muss. Und einen grossen Vorteil hat ein Möbelhaus im Vergleich zu einem Museum: Man darf die Designer-Stücke nicht nur aus der Ferne bestaunen, sondern kann sie  anfassen und sogar probesitzen. Und ich musste feststellen: Vitra-Möbel sind nicht nur schön, sondern auch bequem.

Vitra Haus, Weil am RheinEames-Vogel, Vitra Haus, Weil am RheinVitra Haus, Weil am RheinZüny Hippo, Vitra Haus, Weil am RheinÜbrigens: Ich habe den Besuch der Ausstellung genutzt, um die Kamera des Iphone 6 des Lieblingsmenschen zu testen. Alle Bilder dieses Artikel habe ich mit dem Smartphone aufgenommen, deshalb auch das ungewohnte 4 zu 3-Format. Abgesehen davon, dass die Blende nicht verstellbar ist − was zwar schade, aber nichts Neues ist −, hat sie mich überzeugt. Ich bin sogar so begeistert, dass ich nun auch ein Iphone 6 haben muss.

Vitra Haus, Weil am Rhein

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Manifest der UnzulÄnglichkeit

Im Leben – sei es online oder offline – geht es oft darum, möglichst makellos und fehlerfrei zu sein oder wenigstens zu wirken. Es ist eine Sucht und natürlich bin auch ich verfallen. Ich ertappe mich immer wieder dabei, wie ich versuche, mich im besten Licht zu präsentieren. An sich ist dies ja nicht schlecht und schon gar nicht unverständlich. Denn wer präsentiert schon gerne seine Fehler auf einem Silbertablett? Aber ich finde trotzdem, es sind die Macken, die Ecken, die Unzulänglichkeiten, die Personen menschlich und dadurch sympathisch und interessant machen.

Ungeschinkt, unretuschiert, Leah WunschsteinUnd um der Perfektion entgegen zu wirken, veröffentliche ich heute mein persönliches Manifest der Unzulänglichkeit: Ich präsentiere die Top Ten meiner grössten Charakterschwächen.

Ich bin eitel. Es kostet mich Überwindung, mich ungeschminkt zu fotografieren und auf jegliche Bildretusche wie beim Bild dieses Artikels zu verzichten. Noch schlimmer: Meine Eitelkeit beschränkt sich nicht nur auf mein Aussehen. Ich mag es nicht, etwas nicht perfekt zu können. Vor allem wenn ich mich beim Sport wie ein Bewegungslegastheniker anstelle – was öfters vorkommt –, ist mir dies sehr unangenehm.

Ich bin rechthaberisch. Ich diskutiere leidenschaftlich und gerne. Und ich liebe es, wenn sich herausstellt, dass ich von Beginn an Recht hatte. Natürlich würde es mir nie in den Sinn kommen, meinen Sieg auszukosten. Schadenfreudig? Ich doch nicht.

Ich verletze mit meinem Humor. Ich selbst mag meinen Humor. Er ist ein bisschen derb, ein bisschen verraucht (nicht verrucht), ein bisschen roh und ein bisschen laut. Aber wie ich ab und zu feststellen muss, ist er nicht allgemeinkompatibel. Blöderweise fehlt mir das Gespür dafür, wer ihn versteht und wer nicht. Vielleicht wäre es eine gute Idee zu lernern, die blöden Sprüche manchmal hinunterzuschlucken, statt auszusprechen. Insbesondere wenn ich weiss, dass ich mein Gegenüber damit nur vor den Kopf stosse.

Ich bin ungeduldig. Versuche ich etwas Neues und es klappt nicht auf den ersten oder spätestens den zweiten Versuch, bin ich frustriert. Das Prinzip «Practice makes perfect» verstehe ich nicht. Wieso kann ich nicht in allem ein Naturtalent sein? Und übrigens: Auch Vorfreude halte ich für überbewertet. Wenn ich etwas will, dann sofort.

Ich habe hohe Erwartungen. Ich erwarte viel. Vom Leben, von mir, vom Lieblings- und meinen Mitmenschen. Können sie meine unrealistischen Erwartungen nicht erfüllen, bin ich enttäuscht. Manchmal mehrere Wochen lang.

Ich messe nicht mit gleichen Ellen. Ein Beispiel: Ich habe kein Problem damit, in der ganzen Wohnung meine Kleider herumliegen und Tassen einfach dort stehen zu lassen, wo ich sie zuletzt benutzt habe. Vergisst der Lieblingsmensch aber unter dem Regal zu staubsaugen, halte ich ihm einen Vortrag. Meist mehrmals.

Ich bin streng; zu mir und zu anderen. Setze ich mir etwas in den Kopf, verfolge ich es mit einer Sturheit, die zwar zielführend, aber nicht immer gesund ist. Ausnahmen sind dann, aber auch nur dann ein Fremdwort. Für Mitmenschen, die weniger konsequent mit sich selbst sind, habe ich wenig bis kein Verständnis. Wenn ich so stur sein kann, sollten es alle anderen doch auch können.

Ich bin unordentlich. Offene Schränke? Stören mich nicht. Ich bin doch nicht spiessig. Kleider im Badezimmer, Handtaschen-Sammlung auf dem Sofa. Ja, die Dinge gehören genau dorthin. Das hat System. Nur versteht es niemand, nicht einmal ich.

Ich kann schlecht Hilfe annehmen. Eigentlich bin ich der Meinung, ich sollte alles können. Und zwar alleine. Ich kann Stunden damit vergeuden, die simpelsten Probleme zu lösen, nur weil ich zu eitel bin, um Hilfe zu bitten. Würde ich mir häufiger helfen lassen, hätte ich auf einmal so viel Zeit, dass ich gar nicht wüsste, was ich mit ihr anfangen sollte.

Ich bin knausrig. Ich liebe gute Restaurants. Mit der Rechnung am Ende des Abends habe ich aber meist ein Problem. 100 Franken für ein Essen? Wenn ich einen solchen Betrag sehe, krieg ich Portemonnaie-Schmerzen. Ähnlich geht es mir bei Übernachtungen. Ich mag schöne Hotels, aber da ein Hostel meist nur die Hälfte kostet, ziehe ich die billige Alternative vor. Im Schlafe sieht man schliesslich nicht, wie schön oder eben nicht so schön ein Zimmer ist. Lustigerweise reut mich das Geld bei längerfristigen Investitionen bedeutend weniger.

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100 Tage lang glücklich sein – Fazit

Im Schweizerdeutschen gibt es eine Redewendung: «wie die alte Fasnacht». Es bedeutet, etwas sehr spät oder auch zu spät zu machen. Ich befürchte, ich muss den Abschlussbericht von #100happydays unter dieses Motto stellen, denn das Projekt beendete ich bereits im November. Das Fazit folgt erst jetzt.

#100happydays, Alltag«Kann ich 100 Tage lang jeden Tag etwas festhalten, das mich mindestens einen Moment lang glücklich macht?» Dieser Frage stellt ich mich, als ich mit dem Projekt #100happydays startete. Am 5. August begann ich frohen Mutes Glücklichmacher festzuhalten; am 28. November war ich froh, meine 100 Bilder im Kasten zu haben. Wer auch nur ein bisschen rechnen kann, der stellt fest, dass zwischen diesen beiden Daten mehr als 100 Tage liegen, 120 um genau zu sein.

#100happydays, AusflügeWas war also passiert? Bis Ende Oktober war ich vorbildlich. Die Tage, an denen ich kein Bild machte, waren grosse Ausnahmen. Dann wurde es November und die Tage kürzer. Wenn ich am Morgen auf Arbeit ging, war es dunkel, und wenn ich am Abend das Büro verliess genauso. Dass die Kamera des Iphones bei schlechtem Licht unbrauchbar wird, half nicht. Aus diesem Grund gab ich auf der Zielgeraden nach und fotografierte in diesem Monat – mit Ausnahme von meinem Urlaub auf Teneriffa – nur selten.

Trotz diesen Schwierigkeiten gegen das Ende bereue ich nicht, dass ich das Projekt in Angriff genommen habe. Ob ich durch meine Bilder glücklicher geworden bin? Nein, aber das war auch nie das Ziel. Durch die tägliche Aufgabe habe ich mich aber damit auseinenadergesetzt, was mich glücklich macht und festgestellen, dass sich vieles davon, bildlich nicht umsetzen lässt. Beide Erkenntnisse finde ich spannend.

#100happydays, DetailsDer grösste Gewinn dieser 100 Tage ist für mich aber ein anderer: Durch das viele Fotografieren von Alltag habe ich gelernt, kleine scheinbar unbedeutende Dinge besser festzuhalten. Ich glaube, ich mache heute dadurch abwechslungreichere Iphone-Fotos als noch im Sommer 2014.  Ich weiss jetzt auch, was  mit dem Iphone und der Standard-Kamera-App funktioniert und was nicht. Und ja, ich denke, ich werde nun mal die nötigen zwei Franken investieren, um mir eine zu kaufen, bei der ich Blende und Verschlusszeit manuell einstellen kann.

Kurz: Das Projekt hat sich gelohnt. 100 Tage durchzuhalten (wobei ich es ja nicht ganz geschafft habe) hat jedoch viel Wille und Disziplin gekostet. Denn 100 Tage sind fast ein Drittel Jahr und das ist eine lange Zeit. Würde ich nochmals ein ähnliches Unterfangen in Angriff nehmen, würde ich im Frühling beginnen. Denn Tageslicht ist für Smartphone-Fotografie unverzichtbar.

#100happydays, Urlaub, TeneriffaWer sich für meine Glücksmomente interessiert, findet diese sowie natürlich auch neuere Bilder auf Instagram.

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Ein neues Kleid für den Blog

Free-font, FranksEs war Freitag vor einer Woche. Ich habe für Arbeit nach speziellen Schriften gesucht und bin dabei auf Franks, eine Freefont vom Schweizer Grafiker Philippe Moesch gestossen. Und ich war begeistert, nein verliebt. Denn diese Schrift ist in meinen Augen schlicht perfekt: modern, clean und doch speziell. Meine Begeisterung kannte keine Grenzen und ich beschloss noch am selben Tag, Franks zur neuen Titelschrift von «Splitter von Glück» zu machen.

Und wie immer, konnte ich, sobald ich mal angefangen hatte, im Stylesheet meines Blogs zu basteln, nicht mehr aufhören. Die neue Schrift war dank der Hilfe des Lieblingsmenschen nach wenigen Minuten installiert. Dann kam aber immer noch etwas dazu und bevor ich mich versah, waren mehrere Stunden vergangen. Am Ende sass ich fast das ganze Wochenende vor dem Computer. Teilweise alleine und wenn ich an meine Grenzen stiess zusammen mit dem Lieblingsmenschen. Erst am Montagabend erklärte ich das Projekt «Optimiertes Bloglayout» als beendet.

Bloglayout, Splitter von GlückDie Grundstruktur von «Splitter von Glück» liess ich unverändert, da ich mit dieser glücklich bin. Abgesehen davon und von den Schriftfarben sieht aber alles ein bisschen anders aus wie vor einer Woche.

Im Folgenden eine Zusammenfassung der Änderungen:

Schriften
Für die Titel verwende ich neu Franks statt Centruy Gothic. Dadurch komme ich endlich von den üblichen Standardschriften los und setze auf eine Schrift, die einzigartig ist. Gleichzeitig habe ich auch die Schrift des Lauftextes angepasst. Neu ist sie serifenlos. Ich habe mich dazu entschieden, da ich möchte, dass mein neues Layout moderner und frischer wirkt.

Bilder
Meine Motivation zum Bloggen sind Bilder. Seien es Ferienschnappschüsse oder Projekte, ich zeige die Fotos, die ich aufnehme, gerne. Damit meine Bilder mehr Raum erhalten, werden sie neu grösser dargestellt. Dadurch muss man leider ein bisschen mehr scrollen. Aber ich hoffe, dies ist zumutbar. Zudem habe ich mich vom Trauerrand um die Bilder verabschiedet.

Portraitfoto
Mein altes Portraitfoto war bereits zwei Jahre alt und damit schon lange nicht mehr aktuell. Es war also an der Zeit, mich wieder mal vor die Kamera zu stellen und dieses zu ersetzen. Da mir das neue Bild in Farbe besser gefällt, habe ich zum ersten Mal kein schwarz-weisses Foto  in der oberen rechten Ecke.

Leah WunschsteinÜber mich
Meine «Über mich»-Seite habe ich seit über drei Jahren nicht mehr ernsthaft überarbeitet. Das Foto habe ich zwar ab und zu ausgewechselt, der Text blieb aber immer derselbe. Der Grund: Über sich selbst zu schreiben, finde ich schwierig, deshalb habe ich mich immer davor gedrückt, diese Zeilen neu zu verfassen. Nun habe ich mich aber endlich aufgerafft und dies getan.

Über mich, Leah WunschsteinSidebar
Die Elemente der Sidebar habe ich neu sortiert und einige Titel sowie Abstände angepasst. Dies unter dem Motto «Wenn ich schon mal dran bin, kann ich das gleich auch noch machen».

Zudem habe ich noch ein paar ältere Fehler im Layout entdeckt und der Lieblingsmensch hat diese behoben.

Und von all denen, die bis hier durchgehalten haben, würde mich eines interessieren: Was haltet ihr von den Änderungen? Gefällt euch das neue Layout? Und gibt es noch Dinge, die ich ändern oder verbessern sollte?

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Wale auf Back- oder Steuerbord

Teneriffa, Los Gigantes, GrindwaleAuch wenn ich Back- von Steuerbord nie unterscheiden werden kann, so bin ich doch gerne auf dem Wasser unterwegs. Als wir auf Teneriffa herausfanden, dass im Meer vor los Gigantes Grindwale und Delfine leben, war klar, dass wir einen Bootsausflug machen mussten.

Am Morgen unseres letzten Tages ging es dann aufs Schiff. Etwa eine halbe Stunde nachdem wir die Hafenmauer hinter uns gelassen hatten, tauchte auch bereits eine Schule Grindwale neben uns auf. Sie schwammen am Boot entlang und unter ihm hindurch. Teilweise so nahe, dass ich mit meinem Teleobjektiv an den Anschlag kam.

Teneriffa, Los Gigantes, GrindwaleWale zu fotografieren, ist schwierig. Man weiss nie, wann und wo sie auftauchen. Auf den Bildern, sieht man dann meist nur Rückenflossen und ganz viel Meer. Ausser man ist  Profi oder hat grosses Glück. Aus diesen Gründen lasse ich die Kamera in diesen Situation oft in der Tasche und geniesse den Anblick der Tiere einfach so. Auf Teneriffa hatte ich jedoch Lust, es wieder einmal zu versuchen. In rund 100 Aufnahmen sind zwei dabei, die ich passabel finde, und eine, mit der ich wirklich glücklich bin.

Teneriffa, Los Gigantes, GrindwaleKurz nach dem Mittag liefen wir wieder im Hafen ein. Da wir keine Lust auf eine weitere Wanderung hatten, fuhren wir stattdessen nochmals mit dem Auto Richtung Teno-Gebirge. Vorbei an Masca ging es weiter nach Garachico.

Im kleinen Küstenort im Nordwesten der Insel machten wir Halt, tranken Kaffee, besuchten einige Souvenirläden, schlenderten am Wasser entlang und durch die Gassen.

Anschliessend ging es zurück nach los Gigantes. Am Abend assen wir im Rincón de Juan Carlos ein zehngängiges Menu. Jeder Teller schmeckte besser als der vorherige. Es war ein würdiger Abschluss unseres Urlaubs.

Teneriffa, GarachicoTeneriffa, GarachicoTeneriffa, Garachico

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Wanderung zu den Strandkatzen von Masca

Teneriffa, Playa de Masca, KatzeDie Wanderung zum Strand von Masca war der schönste und abenteuerlichste Ausflug unseres Teneriffa-Urlaubs. Schön, da der Weg die ganze Zeit durch eine Schlucht führte; abenteuerlich aus demselben Grund: Wir mussten immer wieder den Fluss von Stein zu Stein hüpfend überqueren, auf allen vieren über Felsen klettern und den schlecht markierten Weg suchen. Dazu kamen noch etwa 700 Höhenmeter; zuerst runter und dann wieder hoch.

Teneriffa, Teno-GebirgeUnsere Wanderung begann in Masca im Teno-Gebirge. Bereits die Anfahrt über eine enge Passstrasse war beeindruckend. Da wir wussten, dass ein längerer Weg vor uns lag — unser Reiseführere meinte gar 6,5 Stunden reine Gehzeit — waren wir früh aufgestanden. Ein Parklplatz vor dem Bergdorf zu finden, war deshalb kein Problem und auf dem Weg durch die Schlucht zum Strand begegneten wir fast niemandem. Nach rund 2,5 Stunden waren wir auf Meereshöhen.

Wir machten Pause und ich versuchte mit den scheinbar wildlebenden, aber zutraulichen Katzen Freundschaft zu schliessen. Sie waren mehr daran interessiert, gestreichelt als fotografiert zu werden. Meine Prioritäten waren genau umgekehrt. Wobei unbekannte Katzen zu streicheln auch nicht schlecht ist, solange man dabei nicht über Flöhe und Tollwut nachdenkt.

Teneriffa, Playa de Masca, KatzeTeneriffa, Playa de MascaTeneriffa, Playa de MascaKurz nach dem Mittag machten wir uns auf den Rückweg. Die Ruhe in der Schlucht war nun aber dahin. Während wir zurück nach Masca liefen, kamen uns unzählige Reisgruppen entgegen. Da der Weg zum kreuzen meist zu schmal war, mussten wir häufig warten und die Touristen-Horden vorbeiziehen lassen. Auf die Idee uns aus dem Weg zu gehen — zwei durchzulassen dauert weniger lang als 15 — kamen die wenigsten.

Da man nicht gezwungen ist, den Abstieg und den Aufstieg zu machen — wer will, kann sich am Strand von einem Boot abholen lassen — ist die Route beliebt für Völkerwanderungen. In der Schlucht waren so dann auch unzählige Menschen unterwegs, die noch nicht einmal wissen, was ein Wanderschuh ist. Leider ist dies keine literarische Übertreibung: Wir sahen Männer in Chucks und Damen in Sandalen. Und dies auf einem Weg, der häufiger als nicht keiner ist, sondern sich nur durch die nächste Markierung auf dem Stein definiert.

Masca-Schlucht: Blick nach obenGut 2,5 Stunden nach unserem Aufbruch am Strand waren wir zurück im Bergdorf. Mit müden Oberschenkeln und verschwitzten Kleidern, aber glücklich. Ein eiskaltes Pepsi (nicht einmal Cola) hat schon lange nicht mehr so gut geschmeckt.

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Die bezaubernden Landschaften der Hochebene am Teide

Teneriffa, Teide NationalparkDie Hochebene am Teide. Das war Liebe auf den ersten Blick. Ich lernte sie kurz nach unserer Ankunft auf Teneriffa kennen. Als wir für unsere erste Nacht auf die andere Seite der Insel fahren mussten, durchkreuzen wir sie. Es war damals bereits um mich geschehen. Besonders verliebt habe ich mich in das Spiel der Wolken. Sie zogen die steilen Inselflanken hinauf und drangen einige Male bis auf das Hochplateau vor.

Teneriffa, Teide Nationalpark, Nebel

eneriffa, Teide Nationalpark, Roques de Garcíaeneriffa, Teide NationalparkDen fünften und der sechsten Tag auf Teneriffa verbrachten wir dann ganz auf der  Hochebene. Wir unternahmen an beiden Tagen Wanderungen, da dies immer noch die beste Form ist, um Landschaften nicht nur zu sehen, sondern zu erleben. Besonders die zweite Wanderung um die Roques de García (bizarr geformten Türme aus vulkanischem Gestein) hat mir sehr gut gefallen.

Teneriffa, Teide Nationalpark, Roques de GarcíaAm selben Tag standen wir dann auch noch auf dem höchsten Gipfel Spaniens, dem Teide. Den Aufstieg zu Fuss auf den Vulkan hatten wir uns nicht zugetraut, deshalb fuhren wir mit der Seilbahn nach oben. Lustigerweise kommt diese genau wie wir aus der Schweiz.

Wir mussten für die Fahrt zwar über eine Stunde anstehen und ein kleines Vermögen ausgeben, aber es hat sich gelohnt. Die Aussicht auf dem Gipfel war traumhaft. Wir sahen die Wolken, das Meer sowie einige der umliegenden Inseln. All zu lange konnten wir sie jedoch nicht bestaunen, denn an exponierten Stellen war es durch den heftigen Wind bitterkalt. Ohne meine Ski-Unterwäsche wäre ich wohl einmal mehr fast verfroren. Zum Glück hatte ich mich nicht davon abbringen lassen, sie einzupacken, als der Lieblingsmensch mich deshalb ausgelacht hatte.

Teneriffa, Teideeneriffa, Teide NationalparkNebel und Baeume

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Tausend und einen Papagei

Ich fotografiere gerne Tiere. Die Geduld einem Rotkehlchen drei Stunden im Wald nachzustellen, habe ich aber nicht. Und selbst wenn ich sie aufbrächte, wäre ich mit einem Bild, auf welchem das Vögelchen so klein ist, dass man nur mit Fantasie erkennt, dass es einen Schnabel hat, nicht wirklich glücklich. Und ich müsste dann ein noch schwereres und teureres Teleobjektiv besitzen und mit mir herumschleppen. Und zudem ist es mir die Hälfte des Jahres zu kalt im Wald.

Teneriffa, Loro Parque, HalsbandsittichDeshalb fotografiere ich gerne im Zoo. Man mag argumentieren, dass sei nicht dasselbe, wie wenn einem in der Wildnis eine tolle Aufnahme eines Wildtiers gelingt und ich stimme dem durchaus zu. Aber ich fotografiere trotzdem gerne im Zoo. Denn im Zoo kann man schöne Bilder von Tieren machen. Und man muss sich für sie, nicht drei Stunden in ein Tarnzelt legen.

Aber eigentlich wollte ich nicht übers Fotografieren im Zoo und in der Wildnis philosophieren, sondern berichten, dass wir an unserem vierten Tag auf Teneriffa eine Wanderpause eingelegt und den Loro Parque in Puerto de la Cruz besucht haben. Ich war also im Zoo. Und ich habe fotografiert.

Teneriffa, Loro Parque, EdelpapageiTeneriffa, Loro Parque, EdelpapageiManchmal lernt man dabei, besser gesagt beim Googlen im Nachhinein sogar dazu. Die beiden Papageien — der rot-blaue und der grün-rote — gehören nämlich tatsächlich zur selben Art. Bei Edelpapageien sieht das Männchen komplett anders aus als das Weibchen. Die Vögel haben mit ihrem unterschiedlichen Aussehen aber nicht nur mich getäuscht; früher hielt man sie für zwei verschiedene Arten.

Teneriffa, Loro Parque, Jandaya SittichIm Loro Parque leben — wie der Name denjenigen, die Spanisch sprechen, schon sagt — unzählige Papageien, aber es gibt auch noch ein paar andere Tiere.

Teneriffa, Loro Parque, QualleTeneriffa, Loro Parque, Gorilla

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Unter dem Baum der Seelen

Teneriffa, Aguamansa

Am dritten Tag gingen wir in der Nähe von Aguamansa wandern. Eigentlich hatten wir eine lockere Rundwanderung geplant. Eigentlich. Nachdem wir den Aufstieg von einer knappen Stunde hinter uns hatten, stellte sich heraus, dass der Höhenweg, der uns zu speziellen Steinformationen bringen sollte, gesperrt war. Als gute Schweizer — der Lieblingsmensch hat zwar den falschen Pass, aber die richtige Einstellung — wagten wir uns nicht, uns über das Verbot hinwegzusetzen. Wir hatten zwei Optionen: Umdrehen oder dem Weg, auf dem wir waren, den Berg hinauffolgen.

Pilze am BodenDer Versuch mit dem Iphone herauszufinden, wohin er führt, blieb leider ohne Erfolg. Der Empfang war schlecht und ich konnte beinahe zuschauen, wie mein Akku sich leerte. Da wir trotzdem keine Lust hatten bereits zum Auto zurückzukehren, beschlossen wir weiterzugehen. Wir gaben uns zwei Stunden. Dann würden wir umdrehen.

Teneriffa, AguamansaBevor die Zeit abgelaufen war, erreichten wir jedoch nach einem langen Aufstieg die Kammhöhe der Insel und die Strasse, auf der wir am Tag davor durch den Teide Nationalpark gefahren waren. Hier auf knapp 2’000 m ü. M. konnten wir das Meer auf der anderen Seite der Insel sehen. Es war toll. Natürlich blieb uns trotzdem nichts anderes übrig, als wieder über denselben Weg zurück zu nehmen. Es fühlte sich aber gut an, nicht einfach inmitten des Aufstiegs eine 180°-Drehung zu machen, sondern erst nachdem wir oben angekommen waren.

Auf der KammhöheAuf dem Rückweg konnten wir dann auch die Aussicht und den tollen und vorallem abwechslungsreichen Wald, durch den wir liefen, besser geniessen. Insbesondere das letzte Stück kurz vor der Caldera de Aguamansa warwunderschön. Die Bäume, die mit unzähligen Flechten bedeckt waren, erinnerten mich ein bisschen an den Baum der Seelen aus Avatar. Ja ja, ich weiss. Ich bin ein Nerd.

Teneriffa, Aguamansa, WaldTeneriffa, Aguamansa, PilzeAm Nachmittag besuchten wir noch das Dorf la Orotava. Dieses ist natürlich ausgerechnet an einem Hügel gebaut, so dass wir auch bei unserem Stadtspaziergang hinauf- und herunterlaufen mussten. Unsere Beine protestierten auch nur ein bisschen.

Teneriffa, la OrotavaTeneriffa, la Orotava

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