BIO-HOTDOGS, MEERJUNGFRAUEN UND FAHRRÄDER

Nyboder, Kopenhagen, DänemarkEinmal im Jahr besuchen der Lieblingsmensch und ich eine europäische Grossstadt. Meistens im Frühling. Dann verlängern wir Auffahrt, Pfingsten oder Ostern, packen unsere Koffer und ziehen los. Nachdem wir London und Wien bereits in den Vorjahren unsicher gemacht hatten, zog es uns dieses Jahr in den Norden nach Kopenhagen. Ein System zur Wahl der Städte haben wir nicht. Meistens trifft das Bauchgefühl den Entscheid. Kopenhagen soll aber scheinbar gerade ein sehr beliebtes Reiseziel sein, wie ich nachdem ich die Flüge gebucht hatte, erfuhr.

Sortedams Sø, Kopenhagen, DänemarkUnser Basislager war das Generator Hostel gleich neben dem Park Rosenborg Have. Die Lage war super, das Zimmer klein, aber ausreichend und das Frühstück leider nur mässig. Viel Zeit in unserer Unterkunft verbrachten wir aber nicht, schliesslich galt es eine  Stadt zu entdecken. Wie üblich spazierten wir viele Stunden durch Strassen und Gassen, legten unzählige Kilometer zu Fuss zurück, statteten dem Zoo einen Besuch ab (dazu mehr in einem separaten Artikel), mieden die Museen, tranken Cappuccinos in schönen Cafés und assen in tollen – leider nicht immer ganz preiswerten – Restaurants.

Meerjungfrau, Kopenhagen, DänemarkNatürlich besuchten wir auch die Skulptur der kleinen Meerjungfrau. Ich wage zu behaupten, dass niemand Kopenhagen verlässt, ohne sie gesehen zu haben. Entsprechend gross war auch der Andrang.

Cappuccino, Kopenhagen, DänemarkNach dem ganzen Touristen-Rummel erholten wir uns auf der Terrasse eines Cafés – den Namen habe ich leider vergessen – am Hafen. An diesem zweiten Tag war es so warm, dass der Lieblingsmensch nur im T-Shirt die Sonne genoss. So sehr übertreiben wollte ich es nicht. Den Pulli behielt ich den ganzen Tag an. Aber auf die Jacke verzichtete ich am Nachmittag dann auch.

Liebeschlösser, Nyhaven, Kopenhagen, DänemarkSchlösser mit eingravierten Namen hängen heute von jeder zweiten Brücke. Ein Trend, den ich schon lange nicht mehr originell finde. In Venedig müssen Sünder, die beim Schloss-Aufhängen in Flagranti erwischt werden, sogar 3000 Euro Strafe zahlen. Auch wenn ich jetzt ein bisschen abschweife, aber von der Zeit, gibt es einen spannenden Artikel zu diesem Thema.

Nyhavn, Kopenhagen, DänemarkHumbleby, Carlsberg, Kopenhagen, DänemarkNicht nur in Amsterdam, sondern auch in Kopenhagen ist das Fahrrad das Lieblings-Fortbewegungsmittel der Einheimischen. Und auch viele Touristen schwingen sich auf den Drahtesel. Wir haben dann aber doch dankend verzichtet und blieben lieber zu Fuss unterwegs. Fahrrad-Fahren um eine Stadt kennenzulernen, ist ein Konzept, mit dem ich mich nicht anfreunden kann.

Bärenfellmütze, Wache, Kopenhagen, DänemarkHat jemand gewusst, dass nicht nur die royalen britischen Wachen, sondern auch diejenige die das Amalienborg Slot, den Palast der dänischen Königin, bewachen, Bärenfellmützen tragen? Ich bis vor kurzem nicht.

Hotdog, DOP, Kopenhagen, DänemarkHotdogs oder Pølser, wie sie in Kopenhagen genannt werden, sind eine dänische Spezialität und werden an jeder Strassenecke verkauft. Wir haben die Bio-Variante von DØP probiert. Ich mit einer Geflügel- und der Lieblingsmensch mit einer Rindswurst. Geschmeckt haben beide.

Schwäne. Kastellet, Kopenhagen, DänemarkBegegnung mit einer Schwanenfamilie im Park des Kastellet.

Rosenborg Slot, Kopenhagen, DänemarkIn Kopenhagen gibt es fast so viele Schlösser wie Kirchen. Eines davon ist das Rosenborg Slot. Von aussen haben wir es uns angeschaut; auf die Besichtigung der Innenräume und der Kronjuwelen haben wir dann aber doch verzichtet.

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SCHUBLADE: NERDMÄDCHEN

Schublade auf, Mensch rein, Schublade zu.

Schubladen machen die Welt einfach. Sobald wir für jemanden die passende gefunden haben, wird er greifbar; sein Handeln einschätzbar. Damit es übersichtlich bleibt, sollten wir keinesfalls zu viele Schubladen anlegen. Einige wenige müssen für all unsere Freunde, Bekannten, Arbeitskollegen und Nachbarn reichen. Beim Schubladisieren vergessen wir aber, dass wir damit immer Unrecht tun. Denn kein Mensch ist so eindimensional wie ein Blatt Papier und kann so einfach kategorisiert werden wie ein Blogpost. Menschen sind hochkomplex und das ist gut so.

T-Shirt, Nerdshirt, Thor, Wolverin, Iron Man, Captain America, Cyclops, SupermanAls Jugendliche landete ich in zwei Schubladen, die ich gehasst habe. Sie trugen das Etikett «Streber» und «faules, dickes Mädchen». Die «Streber»-Schublade löste sich nach der Schule von selbst auf. Sobald man arbeitet, wird aus streberhaft leistungsfähig. Und diese Eigenschaft wird von Arbeitgebern und Chefs sogar geschätzt. Die Schublade «faules, dickes Mädchen» zu verlassen, war hingegen schwieriger. Es setzte eine Ernährungsumstellung, viel Sport und einen eisernen Willen voraus.

Nur weil aber diese beiden Schubladen meiner Vergangenheit angehören, bedeutet dies nicht, dass es heute keine mehr für mich gibt. Sobald ich Vorträge über die Unterschiede von Star Wars und Star Trek halte – und darin bin ich wirklich gut – oder die Augen verdrehe, wenn jemand Matrix nicht kennt – solche Menschen gibt es tatsächlich –, lande ich wieder in einer Schublade. Diese trägt dann das Etikett «Nerdmädchen». Ich muss zugeben, ich fühle mich in ihr nicht unwohl. Denn ja, ich finde Vampire sollten im Sonnenlicht brennen und nicht glitzern, ich weiss, dass die Buchreihe zur Serie «Game of Thrones» «A Song of Ice and Fire» heisst – natürlich habe ich sie auch gelesen – und ich denke bei Thor nicht an nordische Mythologie, sondern an Marvel.

T-Shirt, Nerdshirt, Thor, Wolverin, Iron Man, Captain America, Cyclops, SupermanAber ich bin nicht nur Nerdmädchen. Ich erfülle zwar einige Stereotype, gleichzeitig besitze ich aber Eigenschaften und verfolge Interessen, die so gar nicht in diese Schublade passen. Denn nur weil 70 Prozent der Bücher, die ich lese, Fantasy sind – weitere 20 sind Science Fiction –, spiele ich in meiner Freizeit weder Playstation noch Dungeons & Dragons. Nur weil ich lieber einen City-Trip nach Coruscant, statt nach Paris machen möchte, bin ich weder eine begeisterte Wissenschaftlerin, noch arbeite ich in der IT. Nur weil ich mit dem Lieblingsmenschen stundenlang über die Logik und vor allem Unlogik von Zeitreisefilmen diskutieren kann, meide ich Sport nicht wie Vampire das Sonnenlicht.

Ich bin mehr als nur Nerdmädchen. Menschen sind immer mehr, als eine oder auch drei Schubladen umfassen können. Deshalb sollten wir die Kommode endlich in den Keller stellen und am besten dort vergessen. Wir sollten uns auf Menschen einlassen, ohne nach Sekunden aufgrund ihrer Kleidung oder Interessen ein Urteil zu fällen. Das ist nicht einfach, ich weiss. Wir kategorisieren Menschen automatisch, bevor wir ihnen auch nur «Guten Tag» gesagt haben. Auch ich. Ich schubladisiere zu häufig und zu schnell. Aber ich will versuchen mich zu bessern. Versprochen.

 

Das wunderbare Superhelden-Shirt für die Bilder von diesem Post erhielt ich von Kater Likoli. Der Kater bietet eine grosse Auswahl an T-Shirt mit tollen Motiven und auch die Qualität des Stoffs und des Drucks hat mich überzeugt. Noch begeisterter bin ich jedoch vom Humor, mit welchem das Unternehmen mit seinen Kunden kommuniziert.

Der freche, aber durchaus charmante Kater gibt auch auf Facebook täglich seine Weisheiten zum Besten. Mein liebster Spruch: «Likoli sagt: Wir sind alle so verständnisvoll, politisch korrekt, gut und emphatisch. Oder wie mein türkischer Nachbarskater zu pflegen sagt: ‹Opfa›!»

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WIR GEHEN AUF DIE BÄRENJAGD

Falls dieser Titel Tierschützer auf den Plan gerufen hat, können diese rechts umkehrt machen. Es würde mir niemals im Leben einfallen, einen Bären zu erschiessen – ausser natürlich mit der Kamera. Nicht dass ich je auf irgendein Tier eine Waffe richten würde, aber Bären waren lange Zeit sogar meine Lieblingstiere. Als Zehnjährige las ich in Grzimeks Tierleben – DIE Tier-Enzyklopädie schlechthin – jeden einzelnen Beitrag über diese Tierart. So begeistert war ich von Meister Petz.

Noch kein Plan, aber eine erste IdeeIm Sommer stehen die Chancen zum ersten Mal gut, dass ich einen Bären in freier Wildbahn sehen werde – hoffentlich mit genügend grossem Abstand. Denn der Lieblingsmensch und ich haben dieses Jahr seit Ewigkeiten beide drei Wochen Ferien am Stück und wir werden diese nutzen, um nach Kanada zu reisen. Natürlich kann man in nur drei Wochen nicht das ganze Land sehen, dafür ist es viel zu gross. Wir haben uns deshalb für Teile von British Columbia und Alberta entschieden. Denn ich will nicht nur Bären, sondern auch Orkas sehen.

Mitte August fliegen wir nach Vancouver. Nach zwei Nächten in der Stadt werden wir einen Camper übernehmen und über Banff und Jasper in Richtung Prince Rupert fahren. Von dort geht es mir der Fähre durch die Inside Passage nach Port Hardy. Nach einigen Tagen auf Vancouver Island werden wir nach Vancouver und dann nach Hause zurückkehren. So zumindest die grobe Idee. Einen genaueren Plan haben wir noch nicht. Den werden wir in den nächsten Wochen und Monaten ausarbeiten. Ganz bestimmt wollen wir wandern – am liebsten dort, wo wir nicht von Bären gefressen werden –, einige Tierbeobachtungstouren machen und natürlich die grossartige Natur Kanadas geniessen – mindestens einmal vom Rücken eines Pferdes aus.

Deshalb nun folgende Frage: War jemand schon in diesen Staaten unterwegs und hat gute Tipps? Welche Orte und Touren dürfen wir auf keinen Fall verpassen? Ich bin gespannt auf eure Empfehlungen.

Die Fotos auf dem Bild sind dieses Mal ausnahmsweise nicht von mir, sondern von anderen Fotografen, die ihre Bilder netterweise auf Flickr zur Verfügung stellen. Sie unterliegen alle den Creative Commons: Orkas: Mike Charest, Vancouver: Derek K. Miller, Camper: et_al_, Maligne Lake: Esther Lee, Bären: Denali National Park and Preserve, Elch: Steve Jurvetson.

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Übers Glücklichsein

Glueck, Leah, SelbstportraitsIch bin glücklich. Mit mir und mit meinem Leben. Vielleicht nicht mit dem Allgemeinzustand der Welt. Aber wenn der Rest stimmt, ist auch dieser ertragbar. Irgendwie. Seit ich mein Studium abgeschlossen habe, musste ich am Ende jedes Jahres feststellen, dass es das beste war. Nicht der letzten fünf Jahre, sondern meines Lebens. Das macht mir Angst. Denn es ist doch eigentlich nicht möglich, immer nur noch glücklicher zu werden. Irgendwann erreicht man immer den Gipfel und dann muss es auch wieder bergab gehen.

Mein Glück besteht aus einem Job, den ich liebe und der mich herausfordert, einer Partnerschaft, die mir Geborgenheit gibt, Eltern, die mein Sicherheitsnetz sind, Hobbies, die mir Spass machen oder gut tun, Freunden, die mir Rückhalt geben, einem Körper, den ich endlich liebe, Reisen, auf denen ich Neues entdecke, und finanzieller Sicherheit, dank der ich mir nicht alle, aber einige Wünsche erfüllen kann. Natürlich ist auch mein Glück nicht perfekt: Zwischendurch plagen mich Rückenschmerzen, nicht alle meine Projekte sind erfolgreich, manchmal werde ich von Menschen, die mir nahe stehen, verletzt. Und trotzdem: Ich bin glücklich. Ohne wenn und aber.

Dies mir einzugestehen, fällt mir schwer. Denn hat man etwas, dann fällt es umso schwerer, wenn man es wieder verliert. Und Glück ist zerbrechlich. Um es bersten zu lassen, reichen die kleinen Katastrophen, die das Leben bereit hält. Ein Job kann sich durch personelle Wechsel verändern, Liebe verloren gehen, an Hobbies kann man das Interesse verlieren, Freundschaften können versanden und Eltern sterben irgendwann.

Was tut man also? Ich versuche mein Glück zu schätzen, solange ich es habe. Und ich versuche, es nicht durch Alltagsprobleme schmälern zu lassen. Zug verpasst? Bald fährt der nächste. Eine Idee wurde nicht geliebt? Die zweite wird besser sein. Malediven sind unerschwinglich? Dann fahren wir in die Bretagne. Natürlich gelingt es mir nicht immer, Rückschläge gelassen hinzunehmen. Manchmal, nein oft, kann ich mich wunderbar ab Kleinigkeiten aufregen. Aber ich versuche mich zu bessern. Ehrlich.

Und sollte mir das Glück abhanden kommen – ich gehe davon aus, dass dies irgendwann passiert –, dann finde ich es wieder. Denn auch wenn ich nicht immer an das Gute im Menschen glaube, so glaube ich an seine und meine eigene Stärke. Man kann zwar nicht alles überwinden, aber vieles. Wenn man denn will, hart dafür arbeitet und sich von der Zeit helfen lässt.

Per aspera ad astra.

 

Wenn ich es nicht schaffe, alleine mit Fotografien einem Gefühl Ausdruck zu verleihen, dann bitte ich meine Schwester um Hilfe. Sie ist eine geniale Zeichnerin – man könnte gar sagen Künstlerin – und hilft mir deshalb manchmal, meine Gedanken in Bildern sichtbar zu machen. Vor einiger Zeit hat sie bereits Dor für mich gezeichnet. Und auch für das Bild dieses Artikels hat sie Hand angelegt. Denn wie soll man Glück mit einer Kamera einfangen? Mir gelang es jedenfalls nicht.

Wer sich von den fantastischen Welten ihrer Illustrationen begeistern lassen möchte, sollte unbedingt ihre digitale Galerie besuchen. Es lohnt sich. Am allerbesten gefallen mir ihre Fineliner-Zeichnungen.

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Reiseplanung: Dos und Don’ts

Leah, Blogparade, Innocentglow.de, Über den TellerrandIch nehme an meiner ersten Blogparade teil. Wie aufregend. Sie nennt sich «Über den Tellerrand» und wurde von Kato ins Leben gerufen. Die Regel sind simpel: Eine mir zugeloste Bloggerin gab mir das Thema für diesen Artikel vor. Gleichzeitig durfte ich Themenmacherin für jemand anderes spielen, nämlich Frau Makellosmag. Sie musste einen gänzlich unironischen Text über ihren Feminismus (der übrigens sehr spannend und sehr lesenwert ist) schreiben.

Jacqui, die mich aus dem Lostopf zog, bat mich einen Artikel über «Dos und Don’ts bei der Reiseplanung» zu schreiben. Eine Aufgabe, der ich mich gerne stelle, gibt sie mir doch eine Ausrede, in den Erinnerungen meiner letzten Reisen zu schwelgen.

Natürlich habe ich die Weisheit nicht mit Löffeln gefressen und keine Liste ist je vollständig. Die folgenden Tipps sind eine Zusammenfassung von dem, was ich in den letzten acht Jahren – meine erste grosse Reise machte ich mit 19 – gelernt habe. Deshalb sind die Ratschläge auch nur für Menschen nützlich, die aktiv reisen und deren Ziel es ist, ein Land wirklich kennenzulernen. Für Kluburlaub kann ich keine Empfehlungen abgeben, da mir schlicht die Erfahrung fehlt. Zudem machen Kluburlauber per Definition alles falsch, denn sie machen Kluburlaub.

 

DosUrlaub frühzeitig planen. Ein Tipp, den ich auch öfters beherzigen sollte. Ziemlich scheinheilig damit zu starten, ich weiss. Aber Urlaub möglichst früh zu planen, ist wirklich sinnvoll. Denn die Flüge sind meist billiger und die schönsten Bed & Breakfast noch nicht ausgebucht. Ein weiterer Vorteil: man kann sich länger auf den Urlaub freuen.

Eine gute Reisebegleitung nie mehr aufgeben. Die richtige Reisebegleitung erhöht die Chance auf einen gelungenen Urlaub ungemein. Leider ist es schwierig, einen kompatiblen Menschen zu finden – zumindest in meiner Erfahrung. Denn nur weil man jemanden mag, heisst nicht, dass man mit dieser Person auch auf Reisen funktioniert. Hat man jemanden gefunden mit dem Urlaub Spass macht, sollte man sich deshalb an ihm festklammern und ihn nie mehr gehen lassen. Man weiss nie, ob man noch ein zweites Mal so viel Glück hat.

So viel wie nötig, so wenig wie möglich. Natürlich muss man einen Urlaub planen. Eine Route will festgelegt und Übernachtungsorte gebucht werden. Übertreiben sollte man es aber – trotz Vorfreude – auf keinen Fall. Urlaub ist nicht Alltag. Es sind die wenigen Wochen im Jahr, in denen man in den Tag leben und spontan sein kann. Ich organisiere deshalb nur das nötigste. Im Detail lese ich den Reiseführer meist erst auf dem Hinflug.

Reiseführer, Tulpan, ReiseplanungListe mit Unabdingbarem. In jeder Stadt und jedem Land gibt es Sehenswürdigkeiten, die man keinesfalls verpassen will. Ich hätte mich zum Beispiel geweigert, Island zu verlassen, ohne Papageientaucher gesehen zu haben. Am besten führt man deshalb eine Liste mit Must-Sees und bezieht sie bei der Planung der Reiseroute mit ein. Fliegt man nach Kanada, um Orkas zu sehen. stellt dann aber vor Ort fest, dass diese an der Westküste leben, man sich aber an der Ostküste befindet, ärgert man sich zu Tode.

Sich helfen lassen. Wenn man im Urlaub viel umher zieht – der Lieblingsmensch und ich übernachten seltem länger als eine bis drei Nächte an einem Ort –, ist die Suche nach Unterkünften aufgrund der schieren Menge zeitaufwändig. Zum Glück gibt es Reiseanbieter, die auf Individualreisen spezialisiert sind – zum Beispiel Erlebe Fernreisen. Sie nehmen einem genau diesen Job ab. Wer Glück hat, erwischt einen Reiseberater, der das Land aus eigener Erfahrungen kennt und einem seine Geheimtipps verratet.

Weniger ist mehr. Zum Reisen sollte man viel Zeit – am besten sehr viel Zeit – haben. Die Realität sieht aber meist anders aus. Drei Wochen am Stück zu verreisen, ist, sobald man arbeitet, das höchste der Gefühle. Je weniger Zeit man zur Verfügung hat, desto weniger sollte man sich vornehmen. Lieber besucht man weniger Orte und hat dafür für diese genügend Zeit und kann sie geniessen.

 

Don'tsAlles durchplanen. Vor dem Abflug sollte nicht schon feststehen, welchen Wanderweg man am fünften Tag nimmt und in welchem Restaurant man am 14. Tag isst. Ein bisschen zu planen ist nicht falsch, sondern notwendig und sinnvoll. Sich für jeden Tag im Voraus ein Programm zusammenzustellen, kommt für mich aber nicht in Frage. Eine lückenlose Planung führt nur zu Stress, nämlich sobald etwas nicht wie gedacht klappt. Und das wird passieren. Garantiert.

In zwei Wochen einen ganzen Kontinenten sehen wollen. Nur weil man eine Stadt gesehen und drei Nächte in einem Land geschlafen hat, kennt man es nicht. Noch illusorisch ist es, in zwei Wochen einen ganzen Kontinenten sehen zu wollen. Besser man nimmt sich nur ein kleines Gebiet vor und lernt dieses dafür richtig kennen. Ansonsten sitzt man die Hälfte seiner Ferien in Bussen, Zügen oder Flugzeugen, statt die Umgebung zu erkunden.

Schöner als Urlaub planen, ist nur Urlaub selbstAlles Touristische und Kommerzielle wie die Pest meiden. Ein Land abseits der Touristen-Hauptverkehrsrouten zu erkunden, ist spannend. Aber nur weil man kein Kluburlauber ist, muss man nicht einen weiten Bogen um alles Touristische und Kommerzielle machen. Urlaub soll Spass machen. Wenn man also Lust hat, einen überteuerten Wasserpark zu besuchen, zusammen mit tausend anderen Touristen eine Münze in den Trevi-Brunnen zu werfen oder im gehyptesten Restaurant der Stadt zu essen, dann soll man dies in die Reiseplanung aufnehmen. Ohne schlechtes Gewissen.

Sich zu viele Sorgen machen. Man sollte sich nicht bereits Zuhause überlegen, was alles schief gehen könnte. Damit will ich auf keinen Fall sagen, dass man töricht und einen Campingtrip durch Afghanistan planen soll. Aber wenn man sich zu sehr sorgt, macht reisen keinen Spass mehr. Natürlich läuft nie alles nach Plan. Aber das ist nicht weiter schlimm. Ich habe gelernt, dass man unterwegs immer einen Weg findet, Probleme zu lösen.

 

ReisezielDie Welt ist gross und ein Reiseziel auszuwählen deshalb nicht leicht. Vor allem wenn man wie ich am liebsten alle Länder gleichzeitig kennenlernen möchte. Ein richtiger oder falscher Weg zum Ziel zu kommen, gibt es nicht. Diese drei Fragen können bei der Entscheidung aber helfen: wie möchte ich meinen Urlaub verbringen – Roadtrip, Wanderferien oder Abenteuer – und welche Länder eignen sich dafür, welche Mentalität – südländisches Feuer, nordische Kühle – ist mir lieber und welche Temperaturen – sengende Hitze, klirrende Kälte, etwas dazwischen – ziehe ich vor.

Die Ziele meiner Reisen wählte ich aus völlig unterschiedlichen Gründen und manchmal entschied am Ende auch einfach mein Bauchgefühl. Welche Argumente ausschlaggebend für die Ziele meiner letzten zehn grossen Reisen waren, im Folgenden – zumindest jene, an die ich mich erinnern kann:

China, Shanghai, BeijingVor Beginn meines Studiums hatte ich zwei Monate Zeit. Der ursprüngliche Plan waren einige Wochen Sprachaufenthalt in Italien. Daraus wurde dann aber China. Der Grund: Auf der letzten Seite meines Reisekatalogs wurde eine Chinesisch-Schule in Shanghai vorgestellt. Meine Neugier war geweckt und wenig später die Reise gebucht.

Chile, Lagunas altiplanicas, ChiquicamataIn meinen ersten Semesterferien reiste ich durch Chile, alleine. Für dieses Land gab es mehrere Argumente: Ich spreche Spanisch, es ist eines der sichereren Ländern Südamerikas, es gibt ein funktionierendes öffentliches Verkehrssystem und das wichtigste: Mein Vater ist in Chile aufgewachsen.

Vietnam, Kambodscha, Südostasien Wieso wir uns – diese Reise machte ich zusammen mit einer Freundin – für Kambodscha und Vietnam entschieden haben, weiss ich nicht mehr. Es ist der einzige Urlaub, den ich nicht in bester Erinnerung habe: Ich fand die aggressiven Verkäufer anstrengend, hatte mehrere Tage sehr hohes Fieber und meine Freundin und ich waren füreinander nicht die besten Reisebegleitungen.

Schottland, schottische Hochlandrind, WollgrasSchottland war die Reise-Feuertaufe für den Lieblingsmenschen und mich. Die Insel war seine Idee. Die Highlands, die rauen Küsten und die Überbleibsel der keltischen Kultur, das waren die Gründe, wieso ich sofort von seinem Vorschlag begeistert war.

Beijing, Rischkafahrer, Chinesische MauerNach meinem Sprachurlaub in Shanghai verbrachte ich eine Woche in Peking. Die Stadt begeisterte mich bereits bei diesem ersten kurzen Besuch. In einer Woche gelang es mir aber nicht, genügend von ihr zu sehen  Deshalb kehrte ich 2012 für zwei ganze Wochen dorthin zurück, wiederum alleine.

Marokko, Erg Chebbi, EssaouiraFür Marokko sprach das Klima. Da wir – wir ist immer der Lieblingsmensch und ich – erst im Oktober in den Urlaub fliegen konnten, musste die Reise in den Süden gehen. Zudem hatte ich noch nie einen Fuss auf den afrikanischen Kontinent gesetzt. Dies wollte ich unbedingt nachholen. Wir entschieden uns deshalb sowie wegen den Dünen von Erg Chebbi, dem Atlasgebirge und den lebhaften Altstädte für Marokko. «Afrika light», wenn man so will.

Island, Jökulsarlon, PapageientaucherNach Island flogen wir nicht wegen den Geysiren, Wasserfällen oder Gletschern, sondern wegen Vögeln. Ich hatte mir in den Kopf gesetzt, dass ich unbedingt Papageientaucher sehen wollte. Natürlich lagen wir ihnen nicht zwei Wochen lang auf der Lauer, sondern schauten uns auch den Rest der Insel an. Denn Island hat natürlich mehr zu bieten als nur Papageientaucher. Wobei diese schon sehr süss sind.

Costa Rica, Kolibri, DschungelEigentlich wollten wir erst die Südstaaten der USA erkunden, daraus wurde aber eine Rundreise durch Costa Rica. Ausschlaggebend waren die Temperaturen – wir mussten Ende Februar Urlaub machen – sowie der Urwald, die exotischen Tiere und die Aussicht, dass sich das Land zum Wandern eignet. Auf Island waren wir auf den Geschmack gekommen.

Amsterdam, Katze, Texel, VeloAufgrund meines Jobwechsels erhielt ich letzten Sommer kurzfristig eine Woche Urlaub. Da ich zu dem Zeitpunkt mit anderen Dingen – Hilfe, ich arbeite bald in einem neuen Unternehmen – beschäftigt war, überforderte mich die Reiseplanung erstmals. Ein Reisebericht auf einem Blog über die niederländische Insel Texel brachte die Erlösung. Da mir Texel für eine ganze Woche zu klein war, besuchte ich auch noch Amsterdam.

Teneriffa, Teide, Katze, MascaEinmal mehr spielte der Zeitpunkt und das Klima eine entscheidende Rolle. Aufgrund von unserer Arbeit konnten wir letztes Jahr erst im November Urlaub machen. Da wir im Frühling schon nach Zentralamerika geflogen waren, wollte ich nicht einen zweiten so weiten Flug auf mich nehmen – ökologisches Gewissen und so. Deshalb ging es nach Teneriffa.

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Meine Tipps für bessere Iphone-Fotos

Ich hätte euch ausgelacht. Ich hätte jeden einzelnen ausgelacht, der mir erzählt hätte, dass ich je gerne mit dem Iphone fotografieren werde. Nachdem ich fertig mit lachen gewesen wäre, hätte ich erklärt, dass ein Smartphone nur drei Dinge können muss und fotografieren keines davon sei.

Iphone-Fotografie, Hamster, RegenDas war vor einigen Jahren. Heute bin ich anderer Meinung: Ich habe mir das Iphone 6 sogar nur wegen der besseren Kamera gekauft. Versteht mich nicht falsch. Die Iphone- wird in meinen Augen nie eine Spiegelreflex-Kamera ersetzen. Aber im Gegensatz zu früher, bin ich heute überzeugt: Sie ist eine gute Ergänzung dazu.

Ihre Verfügbarkeit ist ihr grösster Trumpf. Ich kennen niemanden, der seine Spiegelreflex immer bei sich trägt. Ganz im Gegenteil zum Iphone. Selbst auf Ausflügen – einer Wanderung, einem Tag im Schnee oder am Strand – ist es dabei.

Iphone-Fotografie, Einsiedlerkrebs, LanglaufskisAber nur weil die Iphone-Kamera immer zur Hand ist, heisst nicht, dass man auch alles fotografieren muss und soll. Ein gutes Motiv ist immer noch die Voraussetzung für ein gutes Bild. Und diesen begegnet niemand im Minutentakt. Sie huschen nur manchmal und meist unverhofft durch den Alltag.

Iphone-FotografieIst man ihm erst mal begegnet, muss man das spezielle Motiv nur noch festhalten. Iphone hervorholen und abdrücken, ist einfach. Will man ein gutes Foto machen, aber nicht ausreichend. Ein Fehler genügt – und man kann unzählige machen (für Auswahl siehe Grafik) – und das Bild ist unbrauchbar. Für ein gutes Foto hingegen müssen drei Dinge stimmen: das Motiv, die Bildgestaltung und die Technik. Deshalb sollte man sich auch mit dem Iphone Zeit fürs Fotografieren nehmen. Und nicht, nur weil es keine «richtige» Kamera ist, alle Ansprüche ans Bild über Bord werfen.

Diese einfachen Ratschläge helfen, bessere Bilder zu machen
Vor dem Fotografieren die Linse abwischen. Die ist dreckig; immer.
Sich eine gute Kamera-App leiste. Ich nutze «Manual» (CHF 2 im App-Store). Mit ihr kann ich ISO, Verschlusszeit und Fokus manuell einstellen.
Vergesst die Blitzfunktion des Iphones. Sie taugt nichts und ruiniert nur die Stimmung des Fotos. (Vielen Dank für den Hinweis Roxy. Da ich nie blitze, habe ich diesen Punkt völlig vergessen.)
Niemals den digitalen Zoom verwenden.
Hohe ISO-Werte vermeiden, sonst sind die Bilder verrauscht.
Bei längeren Belichtungszeiten Iphone abstützen, sonst verwackelt man die Aufnahmen.

Und diese Tipps – meine ganz persönlichen – vielleicht auch

Das Spezielle im Alltäglichen. Die besten Bilder finde ich im Nebensächlichen. Diese Motive zu entdecken, ist die grosse Herausforderung. Manchmal gelingt es mir, aber an unzähligen laufe ich auch blind vorbei. Wenn man unterwegs, bewusst nach ihnen sucht, findet man sie eher. Diese Erfahrung habe ich zumindest gemacht.

Iphone-Fotografie, Nebel, TreppenNicht gleich zufrieden sein. Mit einem schlechten Bild mache ich genau etwas: Es löschen. Nein, tausend Filter können es auch nicht retten. Besser man beginnt von Vorne und nimmt einen zweiten, einen dritten und wenn nötig einen vierten Anlauf.

Iphone-Fotografie, SchneeglöckchenWeniger ist  mehr. Bei Iphone-Aufnahmen ist – ausser man geht ganz nahe ans Motiv ran – alles scharf. Und Tilt-Shift-Filter sind für mich nur selten eine Option. Damit ich den Betrachter meiner Bilder nicht heillos mit Informationen und Eindrücken überfordere, setzte ich deshalb meist auf klare, reduzierte Kompositionen.

Iphone-Fotografie, Vitra-Haus, OstereiGerade Linien. Schiefe und sinnfrei stürzende Linien verursachen bei mir akute Seekrankheit. Auf einem Bild müssen die horizontalen oder vertikalen Linien gerade sein. Damit dies gelingt, versuche ich das Iphone beim Fotografieren nicht zu kippen. Gleichzeitig konzentriere ich mich auf die Linien, die am Ende gerade sein sollen. Klappt nicht? Bei mir oft auch nicht. Versagt man bei der Aufnahme, kann man dies meist nachher mit der Bearbeitung auch nicht mehr retten. Ich habe mir damit schon manches Bild kaputt gemacht.

Iphone-Fotografie, wellnessHostel4000, Jugendherberge BaselLicht ist alles. Gutes Licht – oft früh morgens und spät abends anzutreffen – raubt jedem Instagram-Filter die Show.

Iphone-Fotografie, Hardbrücke, WeidekätzchenAlles verwerfen und ausprobieren. Und manchmal enstehen die spannendsten Bilder dann, wenn man die ganze Theorie vergisst und einfach mit der Kamera und dem Motiv spielt.

Iphone-Fotografie, Schirm, UnterwegsIch würde jetzt gern scheiben, dass man geniale Bilder macht, wenn man nur diese sechs Tipps berücksichtigt. So einfach ist es aber nie. Und ausserdem ist keine Liste vollständig. Deshalb folgende Frage: Hat jemand noch mehr oder bessere Tipps? Diese nehme ich gerne entgegen. Denn ich habe noch lange nicht ausgelernt.

Fotografie | 17 Kommentare

32 + 1 T-Shirt

Es gibt Dinge, die ergeben viel Sinn, und es gibt Dinge, die ergeben zwar wenig Sinn, machen aber sehr viel Spass. Mein erster Gif-Versuch zählt zur zweiten Kategorie.

1001 T-ShirtsAm Sonntagnachmittag schnappte ich mir den Lieblingsmenschen und seine T-Shirt-Sammlung. Nachdem Kamera und Blitz eingerichtet waren − das dauert immer ein bisschen länger −, ging es los: T-Shirt anziehen, «Kopf etwas mehr nach rechts. Nein, das andere rechts», zweimal auf den Auslöser drücken, T-Shirt ausziehen, nächstes T-Shirt anziehen, «Kinn etwas nach unten», zweimal auf den Auslöser drücken, T-Shirt ausziehen. Das wiederholten wir 32-mal. Das Fotografieren war zwar etwas eintönig, machte aber trotzdem Spass, da ich dabei mit dem Lieblingsmenschen rumalbern konnte. Weniger witzig fand ich es, alle 32 T-Shirts wieder zusammenzulegen.

Wer sich jetzt fragt, wieso der  Lieblingsmensch so viele T-Shirts besitzt, der ist in guter Gesellschaft. Ich habe mir diese Frage auch gestellt, als ich sie zusammensuchte und immer noch mehr fand. Fakt ist, dass wir, nicht nur der Lieblingsmensch, ein bisschen Fan von Threadless sind − ich werde für diese Aussage und diesen Artikel übrigens von niemandem bezahlt − und deshalb zu viel Zeit in deren Onlineshop verbringen. Ich shoppe dort zwar nur selten für mich, aber ich verleite den Lieblingsmenschen gerne − und offensichtlich auch sehr gekonnt − dazu, seine Sammlung zu erweitern. Für mich selbst sind die Aufdrucke der T-Shirts, auch wenn ich sie sehr schön finde, für den Arbeitsalltag dann doch eher zu bunt. Für den Lieblingsmenschen, der als Computerheld arbeitet und deshalb in diesem Bereich mehr Freiheit geniesst, sind sie hingegen perfekt.

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Jetzt mal ehrlich: Wir wollen doch alle Aufmerksamkeit

Manchmal lese ich auf Blogs, dass es die Autorinnen − Frauen sind in diesem Bereich nun einmal in der Überzahl − nicht interessiert, wie viele Menschen bei ihnen mitlesen. Sie würden an erster Stelle für sich selbst schreiben. Um das zu meinen, braucht man meiner Meinung nach eine sehr grosse Stammleserschaft oder sehr viel Selbstzufriedenheit. Auf mich und meinen Blog trifft beides nicht zu und deshalb interessiere ich mich sehr wohl dafür, wie viel Menschen «Splitter von Glück» besuchen. Würde ich nur für mich schreiben, würde ich Tagebuch führen − für meine Seelenhygiene wäre dies vielleicht sogar besser − und nicht einen Blog betreiben.

Splitter von Glück, Leah, Bloggen und LeserzahlenNennt mich süchtig nach Aufmerksamkeit − ich nenne es einfach ehrlich −, aber ja, ich möchte, dass meine Texte gelesen und meine Bilder angeschaut werden. Und ich finde dies auch nicht falsch. Ich stecke viel Zeit und Energie in «Splitter von Glück», sei es um das Layout zu optimieren, Artikel zu schreiben oder Fotos zu machen. Der Aufwand alleine gibt mir kein Recht auf Aufmerksamkeit. Das ist mir klar und damit habe ich auch kein Problem. Aber wieso darf ich mir diese nicht wünschen?

Aufmerksamkeit ist ein wertvolles Gut − das wissen Medien schon lange − und ich möchte ein kleines Stück von diesem teuren Kuchen abhaben. Denn wenn niemand die Texte lesen würde, die ich schreibe, und sich niemand die Bilder anschauen täte, die ich veröffentliche, worin bestünde dann der Sinn meines Blogs? Wenn ich schon öffentlich schreibe, ist es doch nur logisch, dass ich damit auch Menschen erreichen möchte? Ich möchte sie unterhalten und zwischendurch zum Staunen oder Nachdenken bringen. Was ich nicht möchte, ist dass sie gleichgültig bleiben oder noch schlimmer: gar nicht erst wahrnehmen, was ich hier tu.

Die Leserzahlen meines Blogs und vorallem die Anzahl Rückmeldungen in Form von Kommentaren − ich liebe nun einmal Komplimente, schätze aber auch Kritik − entwickelten sich über die letzten Jahre nicht immer wie gewünscht. Manchmal kam es mir so vor, als würde ich meine Gedanken in die Weite des Internets schreien und es käme nicht einmal ein Echo zurück. Das ist vielleicht ein bisschen melodramatisch, aber wenn die Rückmeldungen auf etwas, in das man Herzblut und Zeit steckt, ausbleiben, kann dies schon deprimieren.

Für diesen − nennen wir es einmal − Missstand war und bin ich zu einem grossen Teil selbst schuld. Zu lange hielt ich es nicht für nötig, mich zu vernetzen und meinen Blog bekannt zu machen. Ich dachte, dass die Menschen alleine zu mir finden würden, wenn ich nur gute Inhalte produziere. Heute weiss ich, dass dem nicht so ist. Vor kurzem begegnete ich der Aussage − leider weiss ich nicht mehr wo −, dass man zehnmal soviel Zeit ins Bewerben von Inhalten als ins Schreiben derselben investieren muss. Das Lesen dieses Satzes war ein Schlüsselerlebnis. Insbesondere da ich mir Ende letztes Jahr ernsthaft überlegt habe, das Experiment «Bloggen» zu beenden.

Splitter von Glück, Leah, Bloggen und LeserzahlenStatt das Handtuch zu werfen − ich war noch nie gut im aufgeben − habe ich das Layout überarbeitet und mich zum ersten Mal, seit ich diesen Blog führe, damit auseinandergesetzt, Leser zu gewinnen. Eine Zauberformel habe ich keine gefunden. Und wahrscheinlich gibt es auch keine. Aber ich bewerbe «Splitter von Glück» nun aktiver auf Facebook. Wenn ich zum Beispiel über Ausflüge − wie diejenigen ins Vitra Haus, den Loro Parque oder nach Scuol − schreibe, dann poste ich anschliessend den Link auf die Facebook-Seite des Unternehmens oder der Tourismusorganisation. Wenn sie diesen dann liken, gewinnt man zwar noch keine neue Stammleser, aber wenigstens Reichweit.

Zudem kommentiere ich mehr auf anderen Blogs − vielleicht hilft dies ja meinem Karma − und zwar nicht spammässig, sondern nur dann, wenn ich einen Artikel gelesen und etwas zum Thema zu sagen haben. Ich gehe davon aus, dass auch andere sich über Rückmeldungen freuen und zudem liebe ich es, über Kommentare auf meinen Stamm-Blogs neue Blogs zu entdecken. Vielleicht manchen dies andere ja genau so. Als letztes habe ich mir vorgenommen, öfter an Blogparaden teilzunehmen, die interessant klingen. Nicht nur um Leser zu gewinnen, aber auch. Zum Beispiel habe ich mich für das Projekt «Über den Tellerrand» von Kato angemeldet.

Wer nun denkt, mein Gemütszustand definiert sich alleine über die Leserzugriffe vom Vortag, der irrt. Denn auch wenn ich viel Herzblut in «Splitter von Glück» stecke, besteht mein Leben aus mehr als meinem Blog und Leserzahlen haben auf dieses «mehr» fernab des Internets keinen Einfluss. Nichtsdestotrotz freue ich mich über jeden einzelnen Kommentar, jede einzelne «Gefällt mir»-Angabe auf Facebook und jeden einzelnen neuen «Follower» auf Instagram.

Inspiriert zu diesem Artikel wurde ich durch die grosse Anzahl spannender Texte, die andere Blogger zu Bines Februar-Schreibzeit-Thema «Netzwerken oder wie bekommt man mehr Leser?» verfasst haben. Eine Anleitung dazu kann ich nicht schreiben, da ich schlicht zu wenig Ahnung habe. Aber Gedanken zu diesem Thema mache ich mir. Und diese wollte ich zusammenfassen.

Gedankensplitter, Online Leben | 33 Kommentare

Ein letztes Mal Winter

Graubünden, Unterengadin, Scuol, Motta Naluns, SgraffitoBevor der Frühling übernimmt − akutell ist die Gefahr zwar noch nicht so gross −, wollte ich unbedingt noch ein letztes Mal Winter erleben und mit meinem Snowboard die Pisten unsicher machen. Letzten Freitagabend ging es deshalb zusammen mit dem Lieblingsmenschen in die Berge. Wir verbrachten das Wochenende in Scuol, einem hübschen Bergdorf im Unterengadin.

Graubünden, Unterengadin, Rhätische Bahn, ZugDa wir leider kein Auto haben − in Zürich braucht man so etwas eben wirklich nicht −, ging es mit dem Zug in die Berge. Mit Koffer und Snowboard-Ausrüstung ist dies zwar immer etwas umständlich, aber es ging irgendwie. Und da die Schweiz zum Glück nicht all zu gross ist, war die Fahrt auch nicht besonders lang.

Graubünden, Unterengadin, Scuol, Motta NalunsDer Wetterbericht hielt ausnahmsweise, was er versprach: Als ich am frühen Samstagmorgen verschlafen aus dem Fenster blinzelte, erblickte ich stahlblauen Himmel. Voller Vorfreude stieg ich in die Snowboard-Hose und dann ging es auch schon ab auf die Pisten des Motta Naluns.

Graubünden, Unterengadin, Scuol, DorfNach dem Snowboarden für mich und dem Skifahren für den Lieblingsmenschen unternahmen wir am frühen Abend noch einen kurzen Spaziergang im Dorf. Kurz, da Scuol sehr klein ist und man in einer Stunde jede einzelne Gasse erkundet hat.

Graubünden, Unterengadin, Scuol, Brücke, LärchenAls Basislager für unseren Kurzurlaub diente die Jugendherberge Scuol. Sie liegt direkt neben dem Bahnhof und zu den Bergbahnen, die einem ins Skigebiet bringen, ist es keine Minute zu Fuss. Alles in allem war es ein perfektes Wochenend: grossartiges Wetter, toller Schnee, schöne Unterkunft und natürlich gute Stimmung. Was will man mehr?

Graubünden, Unterengadin, Scuol, Youth Hoste, JugendherbergeMeine Snowboardsaison ist nun beendet und jetzt kann der Frühling, oder noch besser gleich der Sommer kommen. Und zwar möglichst bald.

Übrigens: Die Bilder habe ich alle mit dem Iphone (seit letzter Woche ist es ein 6er) gemacht. Denn Snowboarden und Spiegelreflex-Kamera, das passt einfach nicht zusammen.

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In Osterhases Werkstatt

Efco Design-Metall, Ostereier, Oster-DIYEs wäre eigentlich höchste Zeit, die Weihnachtsdekoration zu entfernen und die Wohnung für Ostern zu schmücken. Wäre es. Trifft auf mich aber nicht zu, denn ich habe meine letztjährige  Osterdekoration nie weggeräumt. Sie gefiel mir zu gut.

Deshalb habe ich dieses Jahr auch beschlossen, nichts Neues zu machen, sondern meine Schale einfach mit weiteren Eiern zu ergänzen. Denn einen Nachteil hat diese selbstgemachte Dekoration: Eier auszublasen und mit Blattmetallen zu beziehen, ist zwar nicht schwierig, aber zeitaufwändig. Das Resultat ist die Arbeit und vorallem die Geduld jedoch wert, glaubt mir.

Efco Design-Metall, Ostereier, Oster-DIYIch habe letztes Jahr, als ich über 20 Eier ausgeblasen und je fünf versilbert und vergoldet habe, einiges gelernt. Vorallem wie man es nicht machen sollte. Aus diesem Grund folgt nun so etwas wie eine Anleitung, in der Hoffnung, dass ein paar Menschen weniger die Fehler machen müssen, die ich schon alle ausprobiert habe.

Efco Design-Metall, Ostereier, Oster-DIY Für die Dekoration braucht man viele weisse Eier − meine Schale enthält etwa 25 −, eine Spritze mit Nadel, Blattmetalle, einen weichen sowie einen normalen Pinsel und eine spezielle Anlegemilch. Statt Hühnereier könnte man natürlich auch Eier aus Plastik nehmen, damit würde man sich das Ausblasen und somit viel Arbeit ersparen. Da ich echte Eier aber für ein Wunder der Natur halte, kam dies für mich nicht in Frage.

Eine erste Hürde gibt es bereits beim Besorgen des Materials: Eine Spritze mit Nadel aufzutreiben, ist − zumindest in der Schweiz − nicht ganz einfach. In Apotheken erhält man sie in der Regel nur mit ärtzlichem Rezept. Um ohne erfolgreich zu sein, gibt es zwei Methoden: Dem Apotheker erklären, wozu man sie braucht, und hoffen, dass er einem glaubt oder einen Arzt aus dem Freundeskreis bitten, ein paar Spritzen zu besorgen. Ich habe beide Optionen getestet und sie haben funktioniert.

Hat man erst einmal eine  Spritze, kann man anfangen, seine Geduld beim Eier-Ausblasen auf die Probe zu stellen. Wie man ein Ei ausblässt, muss ich wohl nicht erklären − falls es jemand nicht weiss, gibt es unzählige Anleitungen im Internet, zum Beispiel hier.

Wie man es nicht machen sollte: Ist man ungeduldig, weil das doofe Eiweiss und Eigelb nicht schnell genug die Schale verlässt und blässt zuviel Luft auf einmal ins Ei, kann es platzen. Das passiert schneller, als man denkt, und ist besonders ärgerlich, wenn es zu diesem Zeitpunkt schon fast leer ist. Ja, ich habe mehrere Eier auf diese Art zerstört.

Möglichst viele Eier an einem Tag zu machen, ist auch kein sinnvolles Ziel. Der Verlust der Nerven und kaputte Eierschalen sind vorprogrammiert. Zwei bis drei pro Abend sind eine bessere Strategie. Und man muss ja auch mit dem Essen des Inhalts nachkommen.

Efco Design-Metall, Ostereier, Oster-DIYSind die Eier geleert, muss man sie nur noch vergolden und versilbern. Ich habe dafür die Design-Metalle von Efco verwendet. Um diese richtig auf die Eier zu applizieren, folgt man am besten der Anleitung auf der Verpackung. Ich habe pro Ei jeweils drei Durchgänge gemacht: Die obere Hälfte, die untere Hälfte (mit einer Überlappung von ca. 0,5 cm) und am Ende die Ausbesserung der noch kahlen Stellen.

Wie man es nicht machen sollte: Auch bei diesem Arbeitsschritt ist Geduld der wichtigste Faktor − erkennt jemand schon ein Muster? Die Anlegemilch (so eine Art Kleber) muss man jeweils eine Viertelstunde trocknen lassen. Zu Beginn nahm ich das nicht immer so genau. Das Problem: Wartet man nicht lange genug, halten die Blattmetalle nicht gleich gut und man bessert am Ende doppelt so viele Stellen aus. Wäre ich in der Lage gewesen, mich an die Anleitung zu halten, wäre ich am Ende sogar schneller fertig gewesen.

Efco Design-Metall, Ostereier, Oster-DIYWer möchte, kann die Eier nach einigen Tagen, mit einem Klarlack versiegeln. Ich habe mich dagegen entschieden, da ich es schön finde, wenn sie mit der Zeit etwas Patina ansetzen. Zudem dunklen die goldigen Eier, da es sich beim Design-Metall nicht um echtes Blattgold handelt, mit der Zeit nach. Ich finde die Farbe wird dadurch noch schöner.

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