Wie bereits in einem anderen Artikel erwähnt, machen wir im Fotokurs, den ich besuche, viele lustige Sachen. Die meiste Zeit arbeiten wir jedoch ernsthaft. Die Kurstage sind meist interessant, spannend, anstrengend und fordernd in einem.
Seit Beginn des Kurses üben wir uns, im Serien fotografieren. Es geht nicht mehr nur darum, gute einzelne Bilder zu machen, sondern eine Idee, ein Konzept zu entwickeln und dieses in drei oder mehr Fotos umzusetzen. Klingt einfach, ist es aber überhaupt nicht.
Es ist schwierig, eine gute Balance zwischen einem klaren Konzept und der Inspiration durch die Umgebung zu finden. Wenn man sich zu sehr auf eine Idee konzentriert, kann man schnell eine andere Serie verpassen. Oder wenn das Konzept zu eng ist, findet man nicht die nötigen drei Bilder und steht am Ende ohne nichts da. Lässt man sich zu intiutiv leiten und vergisst seine Idee, besteht die Gefahr, dass man am Ende zwar einzelne gute Bilder hat, aber auch keine Serie.
Damit eine Serie fuktioniert, muss man unglaublich vieles beachten. Ich denke, das Ziel ist, dass dies irgendwann in tausenden von Jahren automatisch geht. Im Moment ist es aber für mich noch eine grosse Kopfleistung.
Die wichtigsten Punkte, die dabei beachtet werden sollten, sind aus meiner Sicht:
- Thema
- Inhalt
- Aussage
- Informationen
- Format
- Stil
- Wahl der technischen Mittel (Blende, Verschlusszeit, Fokus, Belichtungskorrektur, etc.)
Es gibt viele Möglichkeiten am Fotografieren einer Serie zu scheitern. Und das Fotografieren ist erst die Hälfte der Arbeit. Nachdem die Bilder aufgenommen sind, geht es ans Auswählen und Bearbeiten. Und auch das ist tückisch.

Besonders bitter ist, wenn man am Bildschirm sieht, dass die Bilder, die vor Ort zusammenpassend erschienen, es doch nicht sind. Wenn man Fotos zweiter Wahl hat, die in die Bresche springen können oder man nochmals neue Bilder machen kann, ist es zwar mühsam aber nur halb so schlimm. Es gibt jedoch Situationen, in denen geht beides nicht und die Serie stirbt. Einfach so.
Selbst wenn der schlimmste Fall nicht eintrifft, ist es nicht einfach, die richtigen Bilder zu wählen. Eine Anleitung wie man es lernt, kenne ich nicht. Ich glaube es hat zu einem grossen Teil mit Übung zu tun.
Im Kurs erlebe ich bei den anderen Teilnehmer und auch bei mir selbst häufig, dass einem ein Lieblingsbild bei der Erstellung einer Serie im Weg steht. Es handelt sich dann meist um ein Foto, dass einem als Einzelbild so gut gefällt, dass man es unbedingt in die Serie integrieren will. Selbst wenn es nicht passt.
«Kill your darling», sagen unsere Lehrer dann bei den Besprechungen . Oder «mach eine Postkarte daraus». Ich glaube, Ende Jahr werde ich eine ganze Sammlung solcher Karten haben.
Beide Bilder in diesem Artikel gehören in die Postkarten-Kategorie.