Fotomarathon quer durch Zürich

Am Samstag fand in Zürich ein Fotomarathon statt. Da ich schon seit langem an einer solchen Veranstaltung teilnehmen wollte, meldete ich mich Mitte vergangener Woche spontan dazu an. Als ich am Freitagabend mit zu wenig Schlaf von drei Tagen in Florenz nach Hause kam (die Fotos davon werden folgen), war die Lust, am nächsten Tag schon wieder quer durch eine Stadt zu hetzen, klein. Am Samstagvormittag versetze ich dann aber meinem Schweinehund einen Tritt in den Hintern und machte mich auf den Weg zum Treffpunkt.

Eine gute Entscheidung, wie sich herausstellte. Denn der Fotomarathon war zwar anstrengend, machte mir aber grossen Spass. Wir – die Teilnehmenden – hatten  insgesamt sechs Stunden, um neun Bilder zu machen. Nach Ablauf dieser Zeit mussten wir unsere Speicherkarten mit den Fotos abgeben. Die Regel besagten, dass diese nur ein Bild pro Thema enthalten durfte und dass die Fotos in der vorgegebenen Reihenfolge darauf gespeichert sein mussten.

Sechs Stunden klingt nach einer langen Zeit für neun Fotos, ist es aber nicht. Denn innerhalb dieser Zeit mussten wir die Ideen für die Bilder entwickeln, an den richtigen Ort laufen oder fahren, die Fotos aufnehmen und auf der Kamera aussortieren. Entsprechend schnell verflog der Nachmittag. Bevor ich mich versah, war es 18 Uhr und Zeit meine Bilder abzugeben.

Mir war es wichtig, nicht neun Einzelaufnahmen, sondern eine Serie mit neun Bilder zu machen. Als übergeordnetes Konzept entschied ich mich für Schaufenster. Da der Marathon in Zürich stattfand, hatte ich einen gewissen Heimvorteil, da ich viele Geschäfte an der Bahnhofstrasse und im Niederdorf kenne. Um für einige Themen die richtigen Motive zu finden, war ich aber trotzdem auf die Hilfe meines Iphones angewiesen.

Für den Fotomarathon selbst konnte ich meine neun Fotos nicht bearbeiten, da ich diese direkt auf der Speicherkarte abgeben musste. Da ich aber Mühe habe, komplett unbearbeitete Bilder zu zeigen, habe ich sie nun leicht retuschiert. Ich habe mich dabei auf das Minimum beschränkt: Ich habe einige etwas gerade gestellt sowie bei allen den Kontrast und die Sättigung angepasst, zudem habe ich bei zweien störende Schriftzüge entfernt.

Der Ton macht die Musik – Ich gebe zu, der Ton ist in diesem Bild nicht zu finden, dafür aber umso mehr Musik. Die Idee für dieses Bild, das Schaufenster des Musik Hug zu fotografieren, war ausschlaggebend für das Konzept der ganzen Serie.

Fotomarathon Exklusiv ZürichSchwingungen – Mit diesem Bild war ich am Samstag nicht glücklich und ich bin es immer noch nicht. Der Inhalt – ein Esoterik-Laden – passt meiner Meinung nach zum Thema, die Umsetzung finde ich hingegen nicht überzeugend.

Fotomarathon Exklusiv ZürichSehnsucht – Sehnsucht assoziere ich mit Fernweh, dann zurück in vergangene Zeiten sehne ich mich nicht. Ich bin im Jetzt glücklicher, als ich es zuvor je war. Das Reisebüro im Bild war das dritte, welches ich abklapperte. Die beiden davor hatten leider keine geeigneten Schaufenster.

Fotomarathon Exklusiv ZürichQuartet – Die Idee für dieses Bild fiel mir leicht. Ein Schaufenster mit vier nebeneinander stehenden Puppen zu finden, war jedoch schwieriger als erwartet.

Fotomarathon Exklusiv ZürichIntermezzo – Dieses Wort interpretierte ich sowie einige weitere Teilnehmenden als Pause. Nach einer etwas längeren Suche im Niederdorf fand ich ein passendes Café.

Fotomarathon Exklusiv ZürichLuftschloss – An diesem Thema wäre ich beinahe verzweifelt. Erst wollte ich das Schaufenster einer Bank fotografieren. Denn Banken sind meiner Meinung nach Profis im Bauen von Luftschlössern. Als ich deren Schaufenster am Paradeplatz inspiziert hatte, verwarf ich die Idee jedoch wieder. Denn sie waren alle nicht schön. Die Dekoration im Schaufenster eines Modehauses, die ich spontan entdeckte, rettete mich und das Bild.

Fotomarathon Exklusiv ZürichWiderhall – Das Geschäft für dieses Foto fand ich dank meinem Iphone. Der Besitzer, Adi Wyss, war gerade dabei abzuschliessen, als ich ankam. Auf die Frage, ob ich sein Schaufenster fotografieren dürfe, sagte er nicht nur ja, sondern zündete extra für mich in seinem Laden nochmals das Licht an.

Fotomarathon Exklusiv ZürichLebensymphonie – Das fotografierte Schaufenster entdeckte ich, als ich auf der Suche für ein Sujet zu «Luftschloss» war. Für dieses Thema schien es mir ungeeignet, aber ich merkte es mir und kehrte für die Umsetzung von «Lebenssymphonie» zurück.

Fotomarathon Exklusiv ZürichDer letzte Akkord – Auch wenn ich Zürich gut kenne, ein Geschäft mit Grabsteinen in der Nähe der Innenstadt war mir keines bekannt. Meinem Iphone schon. Dass der Laden ein brauchbares Schaufenster hatte, war natürlich Glücksache.

Fotomarathon Exklusiv ZürichDie Bilder der übrigen 22 Teilnehmenden können hier bestaunt werden.

Zudem möchte ich mich an dieser Stelle ganz herzlich bei den Organisatoren Mike, Barbara und Reto bedanken. Ihr drei habt einen tollen Job gemacht!

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Drei Pässe in einem Tag

Flüela, SchweizIch liebe Roadtrips. Wenn der Lieblingsmensch und ich im Urlaub sind, mieten wir immer ein Auto und erkunden das Land auf vier Rädern. Nur in der Schweiz, meiner Heimat, bin ich nie einfach so mit dem Auto unterwegs. Ein Grund mag sein, dass ich keines habe. Denn in Zürich braucht man keines. Zum Glück habe ich aber Freunde, die Autos besitzen. Und ich habe sogar Freunde mit richtig tollen Autos. Einer im Speziellen: Er besitzt einen Tesla Model S. Und mit genau diesem Gefährt haben er und ich vor kurzem eine Spritztour über drei Pässe gemacht.

Tesla Model SEinen Ausflug mit einem Tesla zu planen, hat jedoch seine Tücken. Das Auto hat einen Elektroantrieb. Heisst, ohne es zu laden, hat es nur eine gewisse Reichweite. Mein Freund gab mir 300 Kilometer als maximale Strecke vor. Das klingt erst einmal nach sehr viel. Fängt man aber an, schöne Strecke anzuschauen, stellte man fest, dass man diese Anzahl Kilometer schnell überschreitet.

Da ich Pässe fahren wollte – besser gesagt mich über Pässe fahren lassen wollte – griff ich für die Planung auf die Unterstützung meines Onkels, eines erfahrenen Motorradfahrers, zurück. Mit seiner fachkundigen Beratung war schnell eine passende Route gefunden. Nämlich folgende: von Sargans über den Flüelapass ins Engadin, weiter durch den Nationalpark auf den Ofenpass, umdrehen und über den Albulapass und die Lenzerheide zurück nach Sargans.

Nationalpark, SchweizAuch wenn das Wetter leider etwas schlechter war, als vom Wetterfrosch versprochen, machte der Ausflug grossen Spass. Insbesondere wegen den tollen Ausblicken, die ich natürlich festhalten musste.

Und wenn ich schon einen ganzen Tag mit einem Tesla unterwegs war, muss ich wohl auch einige Worte zum Auto verlieren. Da mein Freund sein neues Gefährt liebt und scheinbar meinen Fahrfähigkeiten nicht traut – ich kann beides verstehen – kann ich mich nicht dazu äussern, wie es sich fährt. Was ich aber weiss, ist wie es sich anfühlt, einen Pass hinauf chauffiert zu werden: Es ist grossartig. Wer Achterbahnen mag, wird den Tesla lieben. Denn das Auto vermag so zu beschleunigen, dass man es spürt. Jedes mal, wenn mein Freund aufs Gas (wobei Gas bei einem Elektroauto wohl das falsche Wort ist) trat, zauberte mir dies ein Grinsen ins Gesicht.

Flüela, SchweizAlbula, Schweiz

FlechtenWas Männer für ein gutes Autofoto alles tunAch ja… Um ein gutes Bild seines Schmuckstücks zu schiessen, kletterte mein Freund sogar einen steilen Hang hinauf. Ob das Auto – es ist eher flach – von oben besser aussieht, wage ich zu bezweifeln. Aber der Einsatz ist lobenswert.

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Kindergarten im Zoo

Ich gehe gerne in den Zoo, immer und immer wieder. Das war als Kind schon so. Wenn ich mir damals an meinem Geburtstag etwas wünschen durfte, fiel die Wahl nicht selten auf einen Zoobesuch.

Diesen Frühling ist im Zoo Zürich ein junger Elefant zur Welt gekommen. Letzten Freitag habe ich es endlich geschafft, ihm einen Besuch abzustatten. Unter der Woche in den Zoo zu gehen hat einen Vorteil: Es sind weniger Menschen unterwegs. Alleine war ich aber bei Weitem nicht. Denn scheinbar hatten zahlreiche Lehrer und Kindergärtner diesselbe Idee wie ich. Zum Glück hatten die Schüler jedoch meist weniger Geduld als ich und zogen schnell weiter. So konnte ich wenigstens zwischendurch – bevor die nächste Schulklasse kam – einige ruhige Momente geniessen.

Omisha, Zoo ZürichEines meiner Lieblingstiere im Zoo sind die roten Pandas. Ich weigere mich jedesmal weiterzugehen, bis ich nicht mindestens ein gutes Bild von ihnen gemacht habe.

Roter Panda, Zoo ZürichNicht nur die Elefanten, sondern auch die Brillenbären, Zwergnilpferde und Kapuzineraffen hatten Nachwuchs.

Brillenbär, Zoo Zürich

Kapuzineraffe, Zoo Zürich

Zwergnilpferd, Zoo Zürich

Nasenbär, Zoo ZürichSäugetiere liebe ich besonders, – typisch Mädchen – weil sie weich und kuschelig sind oder zumindest so aussehen. Aber auch Vögel finde ich toll. Wobei Pfaue nicht so mein Fall sind. Als Dreikäsehoch hätte mir einer fast ins Auge gepickt, weil ich damals noch keinen Respekt vor den Vögel hatte.

Pfau, Zoo ZürichEulen mag ich besser. Besonders beeindruckt bin ich jedesmal davon, wie sie ihren Kopf um 180 Grad drehen können.

Eule, Zoo Zürich

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100 Tage lang glücklich sein – Halbzeit

«Kann ich 100 Tage lang, täglich etwas, das mich glücklich macht, in einem Bild  festhalten?» Dieser Frage stellte ich mich, als ich vor beinahe zwei Monaten mit dem Projekt #100happydays startete. Nun – nachdem ich die Halbzeit überschritten und über 50 Bilder gemacht habe -  kann ich sagen, ja es geht; zumindest fast immer. Bis auf zwei Tage habe ich es geschafft, täglich einen Glücksmoment zu finden und zu fotografieren. Einfach war es aber nicht immer.

An den Tagen, an denen ich etwas Spezielles unternommen habe, fiel es mir leicht. Ein Ausflug an einen fremden oder bekannten Ort hat mir meist ein gutes Motiv für ein Foto geliefert.

#100happydaysSchwerer fiel es mir, wenn ich den ganzen Tag arbeitete und am Abend nichts Spektakuläres auf dem Programm stand. Jeden Tag ein Foto von mir beim Sport oder meines ach-so-leckeren-und-natürlich-auch-gesunden Essens zu machen, wäre schnell langweilig geworden – für mich und für die Personen, die sich meine Bilder anschauen. Unter der Woche, war ich deshalb, während ich unterwegs war, immer auf der Suche nach Glücksmomenten. Dies hat mir für manches, an dem ich ansonsten einfach vorbeigegangen wäre, die Augen geöffnet. Kein schlechter Nebeneffekt, wie ich meine.

#100happydaysVon Anfang an war für mich klar, dass ich das Projekt mit dem Iphone fotografieren würde. Das tolle am Smartphone: Man hat es immer dabei. Das schlechte am Smartphone oder besser gesagt an seiner Kamera: Sie hat Grenzen und an diese stösst man sehr schnell. Qualität? Bei guten Lichtverhältnissen in Ordnung, bei schlechten eine Katastrophe. Zoomen? Natürlich Fehlanzeige. Retuschieren? Instagram bietet einige Bearbeitungsmöglichkeiten. Aber auch an deren Grenzen stösst man schnell. Meine Ansprüche an die Fotos musste ich deshalb zurückschrauben. Ansonsten hätte ich maximal jeden dritten Tag eines publizieren können. Ich bin also nicht mit allen Aufnahmen zufrieden, aber einige halte ich durchaus für gelungen. Und ob ich diese ohne das Projekt gemacht hätte, ist fraglich.

#100happydaysInsofern hat es sich wohl bereits gelohnt, die Herausforderung anzunehmen, oder? Für den Moment bleibt diese Frage noch offen. Denn ein Fazit will ich erst ziehen, wenn die 100 Tage vorbei sind. Bis dann werde ich einfach fleissig weiter fotografieren.

Wer sich für meine Glücksmomente interessiert, findet diese auf Instagram.

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Drei Nächte, drei Jugendherbergen

Jugendherberge Gstaad Saanenland, SaanenWenn man einen Job hat, der einem erlaubt, die Schweiz zu entdecken, dann hat man meiner Meinung nach den Sechser im Lotto gezogen.

Letztes Wochenende war ich für meine Arbeit im Berner Oberland unterwegs. Ich bin mit dem E-Bike über 100 Kilometer gefahren und habe 1’600 Höhenmeter (aufwärts!) bewältigt. Ich habe in drei sehr unterschiedlichen Jugendherbergen übernachtet, die Beatushölen besucht und bin über die Hängebrücke von Sigriswil gelaufen und in den Thunersee gesprungen.

Jugendherberge Interlaken, BeatenbergDa ich eben doch am arbeiten war, hatte ich keine Zeit, um mit der richtigen Kamera zu fotografieren. Aus diesem Grund stammen die Bilder ausnahmsweise aus meinem Iphone.

Jugendherberge Leissigen, Albert Wander, Thunersee

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Wanderung im Moor

Sumpfenzian, Mooraculum, Rossweid, SörenbergVorletztes Wochenende unternahm ich mit meiner Mutter eine E-Bike-Tour. Wir sind drei Tage lang Fahrradgefahren, aber nicht nur. Da wir am Samstagnachmittag früher als erwartet im Wintersportort Sörenberg ankamen, machten wir einen Auflug auf die Rossweid und in den Erlebnispark Mooraculum. Nach rund 80 Kilo- und 1’000 Höhenmetern wäre man am Abend ja sonst zu wenig müde, wenn man nicht auch noch ein bisschen wandern täte.

Weg, Mooraculum, Rossweid, SörenbergDer Ausflug hat sich aber definitiv gelohnt. Denn die Moorlandschaft auf der Rossweid ist beeindruckend. Wir habe sie auf dem Erlebnispfad des Mooraculum erkundet. Eigentlich ist er für Kinder gedacht, aber er hat auch uns Erwachsenen Spass gemacht.

Heidelbeeren, Mooraculum, Rossweid, SörenbergIm Wald wuchsen unzählige Heidelbeer-Sträucher und diese trugen sogar Beeren. Nur waren alle ziemlich sauer. Der schlechte Sommer hat, wie es scheint, auch hier seine Spuren hinterlassen.

Auf dem Weg zurück ins Tal kamen wir an vielen Himbeersträucher vorbei. Und da ich Himbeeren liebe, kamen wir nur langsam vorwärt. Denn ich musste jeden einzelnen Strauch nach reifen Früchten absuchen. Diese schmeckten zum Glück besser als die Heidelbeeren. Und je weiter herunter wir ins Tal kamen, desto süsser waren sie.

Wald, Mooraculum, Rossweid, SörenbergPuschelgras oder offiziell WollgrasDer Höhepunkt des Spaziergangs im Moor waren aber weder die Heidel-, noch die Himbeeren, sondern die Puschelgräser. Wer hier schon ein bisschen länger mitliest, weiss, dass ich Puschelgrass − offiziell heisst es natürlich nicht Puschel-, sondern Wollgras − verehre. Bis jetzt bin ich ihm nur auf meinen Reisen in Schottland und Island begegenet und ich wusste nicht, dass es auch in der Schweiz wächst. Auf der Rossweid waren die Wiesen voll von diesen Gräsern.

Tanne, Mooraculum, Rossweid, Sörenberg

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Fahrradfahren ist doch doof

Glaubenbielenpass, Obwalden, NidwaldenSeit ich mich als Teenager täglich den Bernecker Berg − in Realität ist es wohl eher ein Hügel − mit dem Velo hochkämpfen musste, mag ich Fahrradfahren nicht mehr. Zudem hatte ich zu der Zeit einen Freund der Fahrradfahren liebte. Aus unerklärlichen Gründen war dies für mich ein Argument mehr, es zu hassen.

Vergangenes Wochenende habe ich trotz meines Vorbehalts Velos gegenüber unzählige Kilometer auf einem Drahtesel zurückgelegt. Und ich fand es zu meiner eigenen Überraschung nicht einmal schlimm.

Nun aber von Vorne: Meine Mutter hatte bei einem Wettbewerb eine dreitägige Fahrrad-Tour gewonnen und mich gefragt, ob ich sie begeleite. Da ich meine Mama nicht im Stich lassen wollte, sagte ich zu − mehr aus Pflichtbewusstsein als aus echter Begeisterung.

Als mir meine Mutter eröffnete, dass für die drei Tage rund 180 Kilometer und  über 2’000 Höhenmeter (aufwärts!) geplant waren, wurde mir mulmig. Ich rechnete mit dem schlimmsten und stellte mich auf eine dreitägige Folter, einen schmerzenden Hintern und Muskelkater ein.

Flyer, ElektrofahrraederAm Freitagmorgen war es dann so weit. Es ging los. Nun gab es nur eins: Augen zu und durch. Und nicht einmal das Wetter stand auf meiner Seite: Als wir am Bahnhof Luzern abfuhren, tröpfelte es, weniger später regnete es und am Ende schüttete es wie aus Kübeln.

Im Regen macht Fahradfahren keinen Spass und ich fühlte mich in meiner Meinung, dass auf einem Velo zu sitzen und in die Pedalen zu treten, doof ist, bestätigt. Während unserer Mittagspause hörte der Regen dann zum Glück auf und als wir am Nachmittag auf kleinen Feldwegen durch Karottenfelder fuhren, hatte ich erste Zweifel. Ist Fahrradfahren doch nicht so blöd, wie ich dachte?

Karottenfeld, KottwilKappelle, WillisauNachdem der erste Tag weniger anstrengend als erwartet und ich am zweiten ohne Muskelkater aufgewacht war, gelang es mir, schöpfte ich Hoffnung. Zumindest bis mir meine Mutter beim  Frühstück eröffnete, dass an diesem Tag 1’000 Höhenmeter (aufwärts!) auf dem Programm standen.

Baum, Russwil, LuzernNatürlich blieb mir trotzdem nichts anderes übrig, als aufs Fahrrad zu steigen. Zu Beginn war die Route dann auch noch angenehm flach. Aber nicht für lange. Vor dem ersten längeren und steileren Anstieg mussten wir wegen einer Baustelle kurz warten. Vor dem Rolichtsignal gesellten sich zwei junge Männer mit Rennrädern und Stahlwaden zu uns. Als das Licht auf grün schaltete, fuhren wir los. Schnell stellte sich heraus, dass die jungen trainierten Kerle keine Konkurrenz für Herrn Volt waren. Trotz weniger dicken Waden und vermutlich schlechterer Kondition fuhren wir − meine 63-jährige Mutter und ich, die Fahrradverweigerin − den beiden davon. Und dies ohne aus der Puste zu kommen. Im Gegensatz zu ihnen, sassen wir nämlich auf E-Bikes.

Russwil, LuzernBrücke, SchlüpfheimDen Skiort Sörenberg erreichten wir am Nachmittag. Trotz den vielen Höhenmetern waren wir nicht völlig am Ende und beschlossen am frühen Abend noch eine kurze Wanderung zu machen.

Glaubenbielenpass, Obwalden, NidwaldenAuch am Sonntag wachte ich ohne Muskelkater auf. Ein gutes Omen, denn an diesem Tag stand meine Härteprüfung bevor. Gleich am Morgen mussten wir den Aufstieg auf den  Glaubenbielenpass in Angriff nehmen. Rund 500 Höhenmeter auf wenige Kilometer und eine Steigung von bis 10 Prozent.

Nach dreissig Minuten  erreichten wir die Passhöhe. Unterwegs überholten wir wiederum zwei Radfahrer der Marke Stahlwaden. Locker an ihnen vorbei zu radeln, während sie mit dem Berg kämpften, machte mir Spass − das muss ich zugeben. Natürlich waren auch wir, als wir auf dem Pass ankamen, ein bisschen verschwitzt, aber wir waren nicht erschöpft.

Kuh, GlaubenbielenpassWährend ich mit meiner Mutter in einer Alpgarten-Wirtschaft auf der Passhöhe sass und Kaffee trank, beschloss ich meine Meinung zu revidieren. Radfahren macht Spass − vorausgesetzt das Velo hat einen Motor.

Und falls jemand behaupten möchte, E-Bike-Fahren sei etwas für Weicheier, dann ist mir das egal. Denn ich hatte ein wundervolles Wochenende mit meiner Mutter, habe eine sehr schöne und mir bis anhin unbekannte Region der Schweiz entdeckt und habe Sport gemacht. Eine bessere Kombination kann ich mir nicht vorstellen.

Glaubenbielenpass, AlpbeizKuh, Glaubenbielenpass

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100 Tage lang glücklich sein?

«Kannst du für 100 Tage hintereinander glücklich sein?» Diese Frage stellt #100happydays. Es fordert einem auf, 100 Tage lang in Bildern festzuhalten, was einem glücklich macht. Das Projekt ist weder neu − es wurde im Dezember ins Leben gerufen − noch unumstritten und trotzdem will und werde ich es versuchen. Da es aber mein Projekt ist, formuliere ich die zentrale Frage um. Denn die offizielle, kann ich bereits jetzt beantworten.

100 Tage, das sind drei Monate und zehn Tage. 100 Tage, das sind 14 Wochen und zwei Tage. Ob ich so lange am Stück glücklich sein kann? Vergiss es. Niemals. Auch dann nicht, wenn ich es versuchen täte. Selbst frisch verliebt oder gerade auf Weltreise zu sein, würde nicht helfen. 100 Tage uneingeschränkt glücklich zu sein, das ist doch unnatürlich.

In diesen 100 Tagen werde ich viele verschiedene Gefühle erleben. Ich werde mich frustriert, motiviert, entspannt, wütend, zufriden, geborgen, verloren fühlen. Und auch glücklich sein, aber eben nicht die ganze Zeit.

Deshalb formuliere ich die Herausforderung um: «Kann ich 100 Tage lang jeden Tag etwas festhalten, das mich mindestens einen Moment lang glücklich macht?»

#100happydays

Da ich Vorsprung mag, habe ich bereits letzte Woche mit dem Projekt angefangen. Wie begeistert ich davon bin, täglich ein halbwegs schlaues Foto machen zu müssen, weiss ich noch nicht. Das es nicht einfach wird 100 Tage lang durchzuhalten, das weiss ich jetzt schon. Wen meine Glücksmomente interessieren, findet diese auf Instagram.

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Einmal Leuchtturm und zurück

Schafe, Texel, HollandAm dritten Tag auf Texel fuhr ich mit dem Fahrrad in den Norden. Mein erstes Ziel war Oosterend. Ein Dorf nordöstlich von Den Burg und zufolge meines Reiseführers der schönste Ort der Insel. Dies bewahrheitete sich. Die kleinen Backstein-Häuser sahen aus, wie aus einem westfriesischen Heimatfilm − nicht dass ich je einen gesehen hätte, aber so stelle ich es mir vor.

Oosterend, Texel, HollandNach einem Spaziergang durch die Gassen und einem kurzen Abstecher in den Lebensmittelladen zwecks Provianteinkauf stieg ich wieder aufs Rad. Und weiter ging es über die endlosscheinende Ebene der Insel immer weiter Richtung Norden. Natürlich blies der Wind die ganze Zeit in die falsche Richtung. Es dauerte eine gefühlte Ewigkeit, bis ich den Leuchtturm an der nördlisten Spitze von Texel erreichte.

Da es Mittag war und ich meine Waden ausruhen musste, machte ich Rast am Strand und genoss zwischen den Dünen die Mittagssonne und mein Pick-Nick. Wie sich am Abend herausstellte, genoss ich sie ein bisschen zu sehr und zu lange. Denn trotz Sonnencrème erwischte ich einen Sonnenbrand.

Lighthouse, Texel, NetherlandStrand, Texel, HollandAm Nachmittag ging es über einen grossartigen Fahrradweg, der durch die Dünen führte,  zurück Richtung Den Burg. Ich hatte bereits am Morgen das Gefühl, die ganze Zeit gegen den Wind zu fahren, aber am Nachmittag − obwohl ich in die entgegengesetzte Richtung fuhr − war es schlimmer. Es fühlte sich an, als käme ich nicht vom Fleck, egal wie hart ich in die Pedalen stieg.

Der Wind hatte sich gegen mich verschworen und während ich am Strand Pause machte, die Richtung gewechselet. Ich fand es extrem asozial. Zudem war ich zu diesem Zeitpunkt bereits über 30 Kilometer gefahren. Das half nicht. Und auch wenn das nicht nach viel klingt, für jemanden, der in den letzten fünf Jahren keinen einzigen Kilometer mit dem Rad zurückgelegt hat, ist es mehr als genug.

Bike, Texel, HollandTexel, HollandBei einer Pause unterwegs entdeckte ich diese Kälbchen, die durch einen See zwischen den Dünen marschierten. Meine müden Beine vergass ich bei diesem Anblick für ein paar Minuten.

Schafe, Texel, HollandKurz vor Den Burg musste ich nochmals anhalten, um Schafe und vorallem ihre Lämmer zu fotografieren.

Am Sonntag war es bereits wieder Zeit, meine Sachen zu packen und die Insel zu verlassen. Da ich meine Heimreise erst am frühen Nachmittag antrat, verbrachte ich den Morgen nochmals am Strand.

Strandhäuser, Texel, HollandDer Heimweg war unspektakulär: Bus, Fähre, Bus, Zug, Zug, Flugzeug, Bus. Und ich war wieder Zuhause.

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Ich schreib dann mal Postkarten

Heute ist Weltpostkartentag und ich habe die Empfänger meiner vier Postkarten gezogen. Also eigentlich nicht ich, sondern der Lieblingmensch. Er hat für mich einmal mehr die Glücksfee gespielt. Nein, pinke Glitzerflügel hat er dazu keine getragen.

Yaga, Noëmi, Northernlights und Reni erhalten Post von mir. Ihr Lieben, bitte mailt mir eure Adressen an leah@glueckssplitter.ch. Wer welches Motiv erhält, bleibt eine Überraschung.

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