Auf der Suche nach dem Quetzal

Von Playa Potrero fuhren wir weiter nach Monteverde. Die letzten 20 Kilometer der Strecke waren Schotterpiste und wir benötigten über eine Stunde für diesen Abschnitt. Gemäss unserem Reiseführer möchte der Staat seit langem eine bessere Zubringerstrasse nach Monteverde bauen, aber die Gemeinden wehren sich dagegen. Ihrer Meinung nach reguliert die schlechte Strasse die Anzahl Touristen, die den Nationalpark besuchen. Das mag stimmen, aber es gibt offensichtlich auch viele Touristen, die den Weg trotzdem auf sich nehmen. Denn Monteverde ist einer der wenigen Orte in Costa Rica, wo man den Quetzal, einen Vogel mit farbigem Federkleid, beobachten kann.

Mir war der Quetzal jedoch während unseren drei Tagen in Monteverde ziemlich egal, denn ich war krank. Bereits auf der Hinfahrt plagten mich Bauchschmerzen und auch die beiden darauffolgenden Tagen blieben sie mir erhalten. Es war nicht lustig. Wir unternahmen nur wenig, da sich für mich alles wie Folter anfühlte (nur schon im Bett liegen war unangenehm) und ich den halben Tag mit schlafen verbrachte.

Eine Vogelbeobachtungstour ist jedoch Pflicht und dieser konnte auch ich mich nicht entziehen. Solange man noch atmet, muss man in Monteverde mindestens einen Quetzal sehen. So schleppte ich mich am zweiten Morgen  in den Dschungel. Ich muss ausgesehen habe wie eine Leiche und mindestens so schlecht habe ich mich auch gefühlt. Zwischendurch fragte unser Guide den Lieblingsmenschen sogar, ob mit mir alles in Ordnung sei. War es natürlich nicht und der traurige Höhepunkt des Tages war für mich das Ende der Tour und die Vorfreude zurück ins Hotelzimmer zu kehren. Randnotiz: Wir haben tatsächlich mehrere Quetzals gesehen.

Quetzal, Monteverde, Costa RicaWährend der Vogelbeobachtungstour machte ich kein einziges Foto. Dies sagt sehr viel über meinen damaligen Gesundheitszustand aus. Das beste – aber kein gutes – Foto des Quetzals machte ich am darauffolgenden Tag, als wir für einen Spaziergang in den Nationalpark zurückkehrten. Den Vogel entdeckten wir noch auf dem Parkplatz.

Der beste Trick, um in Montverde Quetzals auf eigene Faust zu erspähen, ist immer in die Richtung zu blicken, in die alle Führer und Hobby-Ornitologen ihre Fernrohre richten.

Kolibri, Monteverde, Costa RicaKolibris sahen wir unzählige, da sie von Cafés mit Tränken angelockt werden. Ich finde diese kleinen Vögel mindestens so hübsch wie den Quetzal.

Nasenbär, Monteverde, Costa RicaAuch Nasenbäre gibt es in Costa Rica viele. Die meisten haben wir jedoch gesehen, während wir mit dem Auto unterwegs waren und nicht anhalten konnten. Auf der Strasse, die am Arenal-See entlang führt, mussten wir regelrecht aufpassen, damit wir keinen von ihnen überfuhren.

Monteverde, Costa RicaDer Ausblick bei der Weiterfahrt nach Manuel Antonio.

Costa RicaAuf dem Hinweg wunderten wir uns, als wir über die Brücke über den Rio Tarcóles fuhren, wieso soviele Touristen in die Tiefe starrten. Wenig später fanden wir in unserem Reiseführer die Erklärung: Im Fluss kann man unzählige Krokodile beobachten. Auf dem Rückweg mussten wir natürlich auch anhalten, um die riesigen Echsen zu sehen.

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Meer, Wasserfall und eine Eidechse

Den ersten Tag an der Pazifikküste verbrachten wir gemütlich am Strand und auf dem Wasser. Am Morgen besuchten wir die wunderschöne Playa Conchal und badeten im Meer. Am Nachmittag machten wir einen Segelauflug mit einem Katamaran – das Segeln überliessen wir jedoch den Crewmitgliedern, da wir beide davon keine Ahnung haben. Wir konzentrierten uns darauf, uns zu entspannen, die Aussicht zu geniessen und uns mit den anderen Gästen zu unterhalten. Unterwegs machten wir Halt für einen Schnorchelsausflug. Ich fand es eher enttäuschend, da ich schon an schöneren Orten mit mehr Fischen und besserer Sicht geschnorchelt bin. Der Lieblingsmensch, der zum ersten Mal Fische beobachtete, war hingegen begeistert. Auf dem Rückweg zum Hafen sahen wir  Delfine. Für mich der Höhepunkt des Ausflugs.

Playa Conchal, Costa RicaRincon de la vieja, Costa RicaDa zwei Tage am Strand liegen, uns – und vorallem mir – nicht entspricht, fuhren wir am zweiten Tag in den Nationalpark Rincón de la Vieja. Da diese Region seismisch sehr aktiv ist,  konnten wir bei unserem Spaziergang blubbernden Schlammlöcher und rauchspeienden Höhlen bewundern.

Rincon de la Vieja, Costa RicaDer Rundweg entlang dieser Sehenswürdigkeiten dauerte eine gute Stunde. Da wir Lust hatten, noch länger zu laufen, beschlossen wir zu einem der Wasserfälle zu wandern. Ich hatte den Reiseführer ein bisschen zu ungenau gelesen und ging davon aus, dass wir ihn in etwa einer Stunde erreichen würden. Dem war nicht so. Für den Hinweg alleine benötigten wir insgesamt zwei Stunden. Als wir endlich, das Rauschen des Wasserfalls hörten, waren wir sehr froh. Als wir ihn dann auch erblickten, war der Marsch in der Mittagshitze bereits wieder vergessen.

Catarata, Rincon de la Vieja, Costa RicaBevor wir den Rückweg antraten, genossen wir ein Bad im kühlen Wasser. Es war weniger kalt als erwartet, aber trotzdem eine willkommene Erfrischung.

Rincon de la vieja, Costa Rica

Der Weg zum Wasserfall war zwar länger als erwartet, aber trotzdem sehr schön. Er führte durch dichten Dschungel und offene Flächen mit struppigen Bäumen. Zweitere boten leider nur wenig Schutz vor der Sonne. In einem der Waldabschnitte entdeckten wir zudem eine Echse, die sich in der Sonne wärmte. Sie war grösser und grüner als die Eidechsen, die ich von Zuhause kenne.

Eidechse, Rincon de la Vieja, Costa Rica

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Am Fusse des Vulkans

In la Fortuna verbrachten wir zwei Nächte. Da es gegen Mittag ziemlich heiss wird, standen wir an beiden Tagen so früh wie möglich auf und nutzten die kühleren Stunden am Morgen, um wandern zu gehen.

Costa Rica, Parque Nacional Volcan ArenalDer einige Kilometer von la Fortuna entfernte Parque Nacional Volcán Arenal  eignet sich sehr, um spazieren zu gehen. Von verschiedenen Orten führen unterschiedlich lange Wanderwege durch den Nationalpark. Bei allen kann man die schöne Aussicht auf den Vulkan genissen, ausser man befindet sich gerade im Wald und sieht nur grün.

Costa Rica, Parque Nacional Volcan ArenalAm ersten Tag führte uns unsere Wanderung vorbei an einem kleinen See und quer durch den Dschungel zu einem Aussichtspunkt zum Vulkan. Den Schatten der Bäume konnten wir gut gebrauchen, denn bereits um 10 Uhr war es für unser Verständnis sehr heiss.

Costa Rica, Parque Nacional Volcan ArenalCosta Rica, Parque Nacional Volcan ArenalAn diesem Tag besuchten wir über den Mittag einen Schmetterlingsgarten. Schmetterlinge sind am schönsten, wenn sie fliegen und man das Innere ihrer Flügel sieht. Sie im Flug zu erwischen, ist jedoch beinahe unmöglich. Insbesondere bei den schlechten Lichtverhältnissen im dichten Wald von Costa Rica. Deshalb fotografierte ich statt Insekten Passionsblumen.

Costa Rica, Parque Nacional Volcan Arenal, Observatory LodgeAm zweiten Tag hatten wir eigentlich nur eine kurze Wanderung geplant, da wir am Nachmittag nach Playa Potrero weiterfahren mussten. Auf dem Gelände der Arenal Observatory Lodge wollten wir einen rund zweistündige Spaziergang machen. Unterwegs entdeckte ich jedoch einen Wegweiser, auf dem stand, dass es bis zum Gipfel des Cerro Chatos – dem erloschenen Nachbarvulkan des Arenals – nur 1,5 Kilometer seien. Aus unerfindlichen Gründen motivierte mich dies, den Lieblingsmenschen zum Aufstieg zu überzeugen. So im Sinne: «1,5 Kilometer – how hard can it be?»

Costa Rica, Parque Nacional Volcan Arenal, ElsterhäherEs stellte sich heraus, sehr hart. Wir wanderten nicht, sondern kletterten eine knappe Stunde über Wurzeln den Berg hinauf. Unterwegs kommunizierte der Lieblingsmensch sehr deutlich, dass er meine Idee ausgesprochen doof fand. Insgeheimen teilte ich seine Meinung. Da es aber meine Schuld war, dass wir uns in dieser Lage befanden, sagte ich nichts. Zu diesem Zeitpunkt waren wir zum Glück schon zu weit gekommen, um umzudrehen. Als wir nach 50 Minuten auf dem Gipfel ankamen, waren wir ausser Atem und nassgeschwitzt. Im Nachhinein fanden wir natürlich beide, dass die Aussicht die Anstrengung wert war.

Costa Rica, Parque Nacional Volcan Arenal, Cerro Chato

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Zu Besuch im Froschparadies

Costa RicaNach zwei Nächten in Tortuguero ging unsere Reise weiter. Per Schiff und Bus wurden wir zurück nach Guapiles transportiert. Dort erhielten wir unseren Mietwagen. Ein Schiff von einem Auto, ein sogenannter Lifestyle-Offroader. Nach den zwei Tagen in der Lodge in Tortuguero, an denen wir nichts selber unternehmen konnten, freuten wir uns sehr darauf, wieder nur zu zweit und autonom unterwegs zu sein.

Das Tagesziel war Puerto Viejo de Sarapiquí. Die Fahrt dorthin war kurz und ereignislos. Bis wir im neuen Hotel eingecheckt hatten, war es bereits kurz vor 17 Uhr. Da alle Touristenattraktionen um 18 Uhr schliessen, lohnte es sich nicht mehr, etwas zu unternehmen. Stattdessen vertrieben wir uns die Zeit mit einem Spaziergang im Städtchen und einem Besuch des lokalen Supermarkts. Da Puerto Viejo de Sarapiquí klein und nicht besonders sehenswert ist, waren wir bald wieder zurück im Hotel. Den Abend nutzten wir, um die kommenden Tage zu planen.

Am nächsten Tag besuchten wir nach einem mittelmässigen Frühstück Josés Froschparadies. José hat in seinem Garten Bedingungen geschaffen die Frösche lieben und gewartet bis die Amphibien freiwillig einzogen. Nun bietet er Besuche an, bei denen man die kleinen farbigen und giftigen Frösche bestaunen und fotogafieren kann. Neben Wissenswertem über Frösche erfährt man zudem einiges über die Pflanzenwelt von Costa Rica.

Im Folgenden eine kleine Froschlehre:

Costa Rica, Frogs Heaven, Masked Tree FrogDer maskierte Laubfrosch lebt – wie es der Namen schon sagt – in Bäumen. Er ist bedeutend grösser als die anderen Frösche, die wir gesehen haben, und ungiftig.

Costa Rica, Frogs Heaven, blue jeans FrogDas Erdbeerfröschchen ist winzig. Seine Körpergrösse beträgt nur zwischen 17 und 22 Millimeter. Diese Amphibienart gibt es in verschiedenen Farbvariationen. In Costa Rica ist die Blue-Jeans-Färbung (blaue Hinter- und Vorderbeine) verbreitet.

Costa Rica, Frogs Heaven, GoldbaumsteigerDer Goldbaumsteiger ist der giftigste Pfeilgiftfrosch, der in Costa Rica lebt. Um das Gift herstellen zu können, muss er spezielle Ameisen fressen.

Costa Rica, Frogs Heaven, GlasfroschAuch das Glasfröschchen ist winzig. Seine Haut am Bauch ist durchsichtig und man sieht seine Organe durchschimmern. Als ich es fotografierte, hüpfte es von der Blume auf meine Sonnenblende. Es folgte eine kurze Schrecksekunde, in der ich dachte, es sei auf den Boden gesprungen und abgehauen. Bis ich auf die Idee kam, es auf meiner Kamera zu suchen, dauerte es einen Moment.

Gegen Mittag verliesen wir das Froschparadies und fuhren weiter nach la Fortuna, in die Nähe des aktiven Vulkans el Arenal.

Costa Rica, el Arenal

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Wasser und Wald

In San José, der Hauptstadt Costa Ricas, blieben wir nur eine Nacht, um den Jetlag auszuschlafen. Am nächsten Tag reisten wir am frühen Morgen weiter. Das Ziel  war der Nationalpark Tortuguero an der Atlantikküste. Eine Strasse, die in das Naturschutzgebiet und das gleichnamige Dorf führt, gibt es nicht und so war bereits die Anreise mit dem Boot ein Erlebnis.

Costa Rica, TorturgueroDer Nationalpark besteht aus Kanälen, Lagunen, Dschungel und einer sehr vielfältigen Fauna. Direkt am Fluss und im Wald befinden sich die  Lodges für die Touristen. Es ist Teil des Erlebniss, dass man am Morgen von Brüllaffen geweckt und am Abend vom Zirpen der Insekten in den Schlaf gesungen wird. Auch dass man in den Bäumen, die zwischen den einzelnen Kabinen wachsen, exotische Tiere entdeckt, ist keine Seltenheit. Ich glaube, ich habe in der Lodge insgesamt mehr gesehen, als bei unserem Ausflug am frühen Morgen im Nationalpark.

Costa Rica, Torturguero, Houler MonkeyDieser Brüllaffe schlug sich seelenruhig den Bauch mit Blätter voll, während Touristen – ich inklusive – mit Kameras, um ihn standen. Die Äste des Baums, in denen er turnte, befanden sich direkt über einem der Wege unserer Lodge.

Costa Rica, Tortuguero, Jesus Christ LizardDer Basilisk wird auch als Jesus Christus Echse bezeichnet, da er über das Wasser rennen kann. Dies tut er jedoch nur in Ausnahmefälle,wenn er sich zum Beispiel vor einem Feind retten muss. Wie die meisten Tiere ist er sehr gut getarnt. Ich bin sicher, dass wir ihn ohne die Hilfe unseres Führers die grüne Echse in den grünen Blättern nicht entdeckt hätten.

PorcupineStacheltiere sind nachtaktiv. Das Exemplar im Bild hatte sich einen Baum in unserer Lodge als seinen Schlafplatz ausgesucht.

Strangeling FigSpiderNatürlich sind nicht alle Tiere, die man zwischen den Blättern der Bäume entdeckt, flauschig und süss. Spinnen sahen wir sehr viele und sie waren alle bedeutend grösser als diejenigen in der Schweiz. Auch wenn sie nicht kuschlig sind, so sind sie doch wunderschön.

Costa Rica, Torturguero, BirdCosta Rica, TortugueroCosta Rica, Torturguero, CrabLandkrabben leben, wie es der Name bereits sagt, an Land. Nur die Weibchen wandern gelegentlich ans Meer, um die schlüpfenden Larven abzusetzen. Auch wenn ich von der Existenz Bescheid wusste, waren die Krebse im Wald für mich ein seltsamer Anblick. Für mich gehören Krabben an den Strand oder auf den Teller.

Costa Rica, Torturguero

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Ernsthafte Ratschläge und praktische Tipps zum Fotografieren auf Reisen

Inspiriert durch Beobachtungen. Alle Ähnlichkeiten mit realen Handlungen sind aber rein zufällig und sollen niemanden beleidigen. Falls doch, darf derjenige sich gerne über mich lustig machen. Zu seinem Glück biete auch ich sehr viel Angriffsfläche.

Kameras – insbesondere die mit einem Spiegel – werden auf Reisen überbewertet. Am besten verzichtet man darauf, eine mitzunehmen. Wer will schon freiwillig so viel zusätzliches Gewicht tragen? Schliesslich möchte man sich im Urlaub erholen. Ausserdem muss man für die grösseren Kameras immer einen Rucksack oder eine Tasche dabei haben. Das ist viel zu mühsam. Zum Glück lösen Smartphones dieses Problem. Ohne geht niemand in den Urlaub und zudem haben die meisten Geräte unterdessen integrierte Kameras mit mehrere Megapixel Auflösung. Man schlägt also zwei Fliegen mit einer Klappe. Dass diese Geräte nicht optisch zoomen können, ist vielleicht ein kleiner Wehrmutstropfen. Dank der guten Auflösung kann man die Bilder nach dem Urlaub einfach am PC zuschneiden.

Macht man den Fehler und nimmt eine Spiegelreflexkamera mit, sollte man sie immer und überall schussbereit zur Hand haben. Am besten man trägt sie den ganzen Tag um den Hals. Selbstverständlich ohne Objektivdeckel. Ansonsten wäre man ja nicht jederzeit bereit abzudrücken. Die Sonnenblende kann man hingegen getrost nach hinten drehen. Sie ist sowieso nur ein nutzloses Stück Plastik und dient ausschliesslich dem Zweck,  das Objektiv grösser wirken zu lassen. Und man ist ja kein Angeber.

Blitzen ist wichtig. Am besten blitzt man – ausser bei strahlendem Sonnenschein – zur Sicherheit alles an. Sei es das Faultier, das in 20 Metern Höhe am Baum hängt, den Vulkan, der mehrere hundert Meter entfernt ist oder der kleine Frosch, der sich hinter Blättern versteckt.

Ist man unterwegs, kann man getrost aus dem Auto oder aus dem Bus fotografieren. Aussteigen dauert meist zu lange, also unterlässt man es besser. Staubt die trockene Strasse oder regnet es, kann man selbst darauf verzichtet, die Scheibe herunterzulassen. Im Bus ist dies meistens sowieso nicht möglich. Der tolle Effekt der nassen oder dreckverschmierten Scheibe erspart einem nur, Zuhause eine Textur über das Bild zu legen.

Wenn wir schon beim Thema Fahrzeuge sind: Fotografieren aus sich bewegenden Vehikeln lohnt sich immer. Am besten im Telebereich. Durch das sich bewegende Fahrzeug erhält man oft einen wunderbaren Wischeffekt. Das nennt man Bewegungsunschärfe, nicht?

Jedes Tier, und sei es eine Ameise, die 200 Meter weit weg ist, muss dokumentiert werden. Zwingend. Vor dem Abdrücken zu überlegen, ob sich dieses Foto lohnt, wäre verschwendete Denkleistung. Allgemein gilt die Devise: zuerst abdrücken, dann fragen. Am besten macht man natürlich auch ein solches Bild mit dem Smartphone. Da man nicht zoomen kann, läuft einem das Insekt ganz bestimmt nicht aus dem Bild, selbst wenn sich dabei um eine jamaikanische Sprinter-Ameise ist.

Keine Liste ist abschliessend. Ergänzungen nehme ich gerne entgegen.

Fotografie | 2 Kommentare

Mein Costa Rica

Einsiedlerkrebs, Manuel Antonio, Costa Rica14 Tage verbrachte ich zusammen mit dem Lieblingsmenschen in Costa Rica. Natürlich sind sie viel zu schnell vergangen. Die Zeiger der Uhren drehen sich im Urlaub immer schneller als Zuhause. Es ist eine unfaire Welt.

Wir haben aber das beste aus unserer kurzen Zeit in Zentralamerika gemacht und die Tage mit viel Leben gefüllt: wir sind gefahren und gewandert, haben im Meer gebadet und die Flora und vorallem die Fauna des Landes bestaunt.

Die Karte zeigt die Strecke, die wir gefahren sind. Wie viele Kilometer wir zurückgelegt haben, weiss ich leider nicht. Aber es waren definitiv weniger als in Island. Denn die Strassen waren – auch wenn es schwer vorstellbar ist – teilweise noch schlechter. Start- und Endpunkt war die Hauptstadt San José (roter Punkt), die Höhepunkte die Nationalpärke Tortuguero, Rincón de la Vieja, Manuel Antonio, Monteverde und Arenal.

Auf die einzelnen Abschnitte der Reise werde ich in den kommenden Wochen eingehen. Vorab nun eine kleine Sammlung meiner wichtigsten Eindrücke von Costa Rica.

JungleDer Versuch den Regenwald in einem Bild wiederzugeben, ist zum Scheitern verurteilt. Denn noch wichtiger als das Visuelle ist all das, was ein Foto nicht zeigen kann: die Geräusche, die Gerüche, die Luftfeuchtigkeit, die Kühle des Schattens. In der Lodge in der Nähe des Nationalparks Tortuguero schliefen wir zum Zirpen der Insekten und Quaken der Frösche ein und wurden in der Früh durch Brüllaffen geweckt. Es war genial.

Beach, TortugueroNeben Wald hat Costa Rica auch unzählige Strände, denn das Land hat im Westen sowie im Osten Küste. Gebadet haben wir nur im Pazifik. Die Strände, die wir besucht haben, waren schön und nicht überbevölkert. Zudem gab es Wellen und ich liebe Wellen. Das Meer ohne Wellen ist wie ein Strand ohne Sand; völlig witzlos.

Monkey, Island DamasEin grosses Highlight waren für mich alle Tiere, die wir sahen: Affen, Delfine, Faultiere, Agoutis, Leguane, Frösche, Schlangen, Echsen und unzählige Vögel wie Tukane und rote Aras. Tiere im Dschungel zu fotografieren, ist jedoch sehr schwierig. Meistens ist das Licht zu knapp und die Tiere sind zu schnell, zu weit weg oder zu gut versteckt. Es zu probieren, machte mir trotzdem Spass.

Vulkan, Costa Rica

Auch die weiten menschenleeren Flächen Costa Ricas beeindruckten mich. Die Landschaft um den aktiven Vulkan El Arenal gefiel mir besonders gut. In dieser Region unternahmen wir deshalb auch zwei längere Wanderungen. Unter anderem bestiegen wir spontan den Cerro Chato, den inaktiven Nachbarvulkan des Arenals.

Red eye tree frogDer Rotaugenlaubfrosch fungiert als inoffizielles Nationaltier. Er ist auf jedem möglichen Souvenir abgebildet und macht man in Costa Rica Urlaub, muss man mindestens einen sehen. Umgangssprachlich nennen die Costa Ricaner den Rotaugenlaubfrosch auch Kifferfrosch. Der Grund für diesen Spitznamen ist ziemlich offensichtlich.

Roads Costa RicaDie Strassen, welche die wichtigen Costa-ricanischen Städte verbinden, sind gut. Unternimmt man jedoch Ausflüge in etwas abgelegenere Gegenden hört der Asphalt häufig schneller auf, als einem lieb ist. Im Speziellen zu den Nationalparks führen meist nur abenteuerliche Schotterpisten. Am berühmtesten und berüchtigsten sind diejenigen nach Monteverde. Nachdem wir sie gefahren sind, kann ich ihren Ruf verstehen.

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Kurze Zwischenmeldung

Übrigens, falls es jemanden interessiert, wie es mir in Costa Rica so ergeht und was ich zusammen mit dem Lieblingsmenschen erlebe, kann mir auf Instagram folgen. Denn dort poste ich regelmäßig IPhone-Fotos. Richtige Bilder werden dann hier folgen, sobald ich zurück in der Schweiz bin.

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Der Sonne entgegen

In wenigen Tagen geht es bereits los. Am Samstagmorgen werden wir im kalten Zürich ins Flugzeug steigen. 17 Stunden später werden uns beim Verlassen des Flughafens in San José hoffentlich tropische Temperaturen begrüssen.

Costa RicaEs geht nach Costa Rica. Der Lieblingsmensch und ich werden zwei Wochen das kleine Land zwischen Nord- und Südamerika bereisen. Die meiste Zeit werden wir einen Mietwagen haben und das Land auf eigene Faust erkunden. Wir werden viel unterwegs sein, geplant sind Wanderungen im Urwald, einen Reitausflug (für mich) und natürlich auch ein bisschen Kultur. Zwischendurch werden wir aber auch Abstecher an den Strand machen und einfach einige Stunden die Sonne, den Sand und die Wellen geniessen. Ich freue mich darauf.

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Lose Gedanken zur Stille

Es ist wieder still geworden auf «Splitter von Glück». Im letzten Monat gab es keinen einzigen neuen Beitrag. Entschuldigungen gäbe es viele, Gründe keine oder maximal wenige. Natürlich bin ich niemandem ausser mir selbst Rechenschaft schuldig, trotzdem ärgere ich mich über die Ruhe, die auf meinem Blog eingekehrt ist. Aus diesem Grund möchte ich in den kommenden Abschnitten wenigstens versuchen, das «Wieso» zu erklären.

«Splitter von Glück» lebt von Bildern. Seit ich Mitte Januar den Fotografie-Kurs abgeschlossen habe, hatte ich meine Kamera nicht mehr in der Hand. Es ist nicht so, dass mir der Kurs das Fotografieren verleidet hätte. Ganz im Gegenteil. Ich liebe es noch mehr als vor einem Jahr. Aber er hat dazu geführt, dass ich bewusster fotografiere und nicht mehr wahllos knipse. Das hat jedoch auch zur Konsequenz, dass ich erst wieder ein neues Projekt oder zumindest einen neuen Projektansatz benötige, um Lust zu haben, Bilder zu schiessen. Erste Ideen schwirren mir im Kopf rum, spruchreif sind sie aber noch nicht.

Die Bilder aus meiner Abschlussarbeit «Far away from home» möchte ich nach wie vor gerne auf dem Blog zeigen. Denn ich bin stolz auf sie. Da es aber Portraits sind, muss ich erst die Einwilligungen der portraitierten Personen einholen. Das habe ich bis jetzt noch nicht geschafft.

Das letzte Jahr stand durch den Kurs ganz im Zeichen der Fotografie. Und das war gut so. Jetzt da er vorbei ist, nutze ich meine neu gewonnene freie Zeit, um mich wieder all dem zu widmen, das im vergangenen Jahr zu kurz gekommen ist. Ich habe mein Zimmer wieder einmal richtig aufgeräumt, einiges umdekoriert, alte Sachen aussortiert und entsorgt. Ich traf mich mit Freunden, die sich nicht für Fotografie interessieren und führte Gespräche in deren Zentrum weder Brennweite, Blende noch Verschlusszeit standen. Und ich las viel, vorallem unterhaltsame Fantasybücher. Alle diese Aktivitäten machen mir Spass, eignen sich aber nicht, um darüber auf «Splitter von Glück» zu schreiben.

Natürlich berichte ich auf meinem Blog auch immer wieder über meinen Alltag. Aber es gibt Gebiete, die sich nicht eignen, weil sie a) zu langweilig, b) nicht für die Öffentlichkeit gedacht oder c) noch nicht für die Öffentlichkeit geeignet sind. Vieles, was im letzten Monat passiert ist, fällt in eine dieser Kategorien.

Wenn man bloggt, denkt man immer wieder darüber nach, wieso man dies tut. Oder was es einem bringt, soviel Zeit in die Texte und Bilder zu investieren. Auch diese Fragen können einem lähmen, neue Artikel zu schreiben, denn sie sind schwierig oder unmöglich zu beantworten. Und ja, ich habe mir sie im letzten Monat gestellt, aber keine wirklichen Antworten gefunden.

Zudem nahm die Urlaubsplanung viel Zeit in Anspruch. In weniger als einer Woche geht es los. Dazu werde ich diese Woche noch mehr schreiben. Aber eines ist sicher: Im Urlaub werde ich viel fotografieren und sobald ich zurück bin, werde ich darüber berichten.

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